Ladeinfrastruktur am Messegelände? – Fehlanzeige!
Eine Ladestation für 220.000 Besucher? Ein großer deutscher Messeveranstalter hat noch gar nicht darüber nachgedacht, den Besuchern Ladestellen zur Verfügung zu stellen.

Ladeinfrastruktur am Messegelände? – Fehlanzeige!

Kann das denn wahr sein?

Eine Ladestation für 220.000 Besucher? Ich war höchstgradig verwundert, als ich im Rahmen einer Pressekonferenz erfuhr, dass die Verantwortlichen einer der größten Messeveranstalter weltweit bisher noch gar nicht darüber nachgedacht haben, den Besuchern ihrer Veranstaltungen eine geeignete Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Und das, obwohl ihre eigenen Messen sich dieses Themas angenommen haben.

 

 

Klar bin ich sensibilisiert – als praktizierender Elektromobilist betrachtet man die Diskussion über eine (angeblich) fehlende Ladeinfrastruktur einfach differenzierter. Ich akzeptiere es auch, wenn mir andere erklären, warum sie (noch) nicht auf ihren Verbrenner verzichten wollen. Aber es gibt Grenzen für mein Verständnis. Vor allem dann, wenn professionelle Unternehmen sich über ihr eigenes Tun noch keine oder wenig Gedanken gemacht haben. Abertausend Technikinteressierte werden sich auf einer der größten Fachmessen Deutschlands im nächsten Frühling herumtummeln. Eine Messe, die es sich unter anderem zum zentralen Thema gemacht hat, die Fachwelt über die Energiewende, Digitalisierung und Connecting zu informieren und darüber hinaus den Fachleuten das Wissen an die Hand zu geben, die Konsumenten zum Prosumer zu machen. Mit anderen Worten: Der Messeveranstalter setzt sich die grüne Kappe auf. Aber nur bedingt. Denn auf meine Frage, ob denn der Teil der 220.000 Besucher, der mit Elektrofahrzeugen anreist, am Messegelände laden könnte, erntete ich erstaunte Blicke der Verantwortlichen. Mein Gedanke, Elektromobilität inhaltlich zum Thema zu machen und es den Besuchern gleichzeitig in Form eines Best-Practice-Beispiels vor Augen zu führen, dass Derartiges nicht nur in der Theorie funktioniert, sondern auch praktisch umsetzbar ist, das Naheliegendste schlechthin wäre, traf auf Verständnislosigkeit bei den Verantwortlichen. Eine (!) Ladesäule vor dem Messegelände würde zur Verfügung stehen und eine Kooperation mit dem Garagenbetreiber im Umfeld des Messegeländes wäre darüber hinaus denkbar, bekam ich zu hören. Nun, in Anbetracht der Entfernung zwischen den Garagen und dem Messegelände ist ein Laden für die Besucher der Messe wohl nur schwer umsetzbar. Denn wenn man weiß, dass die Ladebetreiber ihre Konzepte auf Zeit ausgerichtet haben, ist es sowohl für den Betreiber als auch für die Konsumenten von Vorteil, wenn die E-Fahrzeuge nach dem Erreichen des vorgesehen Akkuladezustands so rasch wie möglich vom Ladeplatz entfernt werden. D. h., sollte man vor Messebeginn noch einen Ladeplatz ergattern, muss man während des Messtages zur Garage zurückkehren, um den Stellplatz zu wechseln. Eine derartige Forderung an die Besitzer von Elektrofahrzeugen, die gleichzeitig die Messe besuchen, zu stellen, ist – gelinde gesagt – unrealistisch. Wenn man allerdings ein Areal zwischen den Messehallen einrichten würde, wo die Elektroautonutzer ihre Stromer abstellen und an einer Ladestation anstecken und die Aussteller damit gleichzeitig zeigen könnten, dass ihre Konzepte funktionieren, dann wäre allen geholfen! Na, vielleicht findet meine Idee ja noch rechtzeitig Anklang! ;)
Responsive image Thomas Buchbauer (Redaktion)

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