James Kennedy neben einem HPC von Tritium
James Kennedy hat keine Zweifel daran, dass andere dem Beispiel von Tritium folgen: „Jeder Betreiber einer Ladestation wird danach trachten, eine solche Technologie zu nutzen.“ (Bild: Tritium)

Schneller laden, einfacher bezahlen:

Tritium ermöglicht Laden ohne Ladekarte

Noch kann das Finden einer passenden Ladestation mühsam sein. Nicht unbedingt, weil es keine Ladestationen gäbe, und auch nicht, weil die Anschlüsse von Säule und Ladekabel nicht kompatibel wären; sondern weil man nicht die richtige Ladekarte der nächstgelegenen Ladestation (dabei-)hat. Dieser Herausforderung hat sich das australische Unternehmen Tritium angenommen.

Eigentlich entwickelt Tritium Gleichstromladesäulen, die die Ladedauer eines Elektroautos auf wenige Minuten verkürzen können. Doch was nützt eine 350-kW-Ladesäule, wenn man zuvor Zeit für die Registrierung beim Ladestationsbetreiber verliert – oder eine Registrierung gar nicht möglich ist? Die »Plug-and-Charge«-Lösung des Technologieunternehmens schafft dem Abhilfe.

Die Technologie, die den ISO-15118-Standard nutzt, ermöglicht es einem Elektrofahrzeug und einem Ladegerät, nahtlos miteinander zu kommunizieren und Zahlungen direkt vom Konto des Fahrers aus zu autorisieren, ohne dass eine Karte oder ein RFID-Tag erforderlich ist. Das System ist ab sofort bei allen Hochleistungs-DC-Ladegeräten »PK350kW« von Tritium verfügbar.

„So einfach wie das Handy aufzuladen“

James Kennedy, Chief Technology Officer und Mitgründer von Tritium, ist überzeugt, dass sich diese Entwicklung durchsetzen wird: „Es wird so einfach sein wie wir unsere Handys aufzuladen. Das erhöht auch den Komfort.“ Denn sobald der Stecker des Ladegeräts an das Fahrzeug angeschlossen ist, wird der Ladevorgang automatisch und sicher in Rechnung gestellt. „Eine Mitgliedskarte oder das Vorweisen einer Bankomatkarte ist dadurch nicht mehr nötig“, sagt Kennedy, der prophezeit: „Wenn diese Entwicklung erst einmal eine kritische Masse erreicht hat, wird der Zahlungsvorgang, wie wir ihn beim Strom Laden bisher kennen, veraltet sein.“

Laut Kennedy ist der neue Vorgang sicherer als bisherige Methoden mit Kartenabzug oder RFID-Tag. „Eine Drittpartei ist für kryptographische Zertifizierungen zwischen dem Fahrzeug und dem Ladegerät verantwortlich, und unsere Technologie stellt sicher, dass wir kryptographische Schlüssel auf der Seite des Ladegeräts sicher speichern, so wie es andere Ladegeräte nicht können“, sagt er. „Es ist wahrscheinlicher, dass man eine Karte verliert und sie von jemand anders benutzt wird, als dass jemand über unsere Plug-and-Charge-Technologie auf die Kontodaten zugreifen kann.“

Der Elektromobilität könnte diese Entwicklung einen neuen Schub verleihen. Das sieht auch der Tritium-CTO so: „Diese Technologie ist ein Game Changer.“

www.tritium.com


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