5 Menschen stehen im Raum und halten den Mindestabstand ein
Von rechts: Helmut Weinwurm (Bosch-Österreich-Chef) mit den Juroren Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sebastian Schlund (TU Wien bzw. Fraunhofer Austria GmbH), Dr. Andrea Scheichl, MAS (Österreichisches Patentamt) und DI Wolfgang Kern (Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung) sowie der Initiatorin des Wettbewerbs Angelika Kiessling (Leiterin Unternehmenskommunikation Bosch Österreich)

»HTL-Oscar« von Bosch:

Diese Gewinner haben Technik fürs Leben entwickelt

62 eingereichte Diplomarbeitsprojekte von 178 Schülerinnen und Schülern aus 20 HTLs in acht Bundesländern mussten heuer nach den Kriterien des Technik-fürs-Leben-Preises bewertet werden. Durchgesetzt haben sich Projektteams von der HTL Weiz, HTBLuVA Salzburg und HTL Hollabrunn. Unter den siegreichen Projekten befindet sich eines, das die Elektromobilität beflügeln könnte.

Helmut Weinwurm, Alleinvorstand der Robert Bosch AG und Repräsentant der Bosch-Gruppe in Österreich, war dieses Jahr zum ersten Mal als Juror beim Technik-fürs-Leben-Preis tätig und lobte die Qualität der Schülerprojekte: „Ich bin begeistert von der Vielzahl der Projekte und den vielen kreativen Ideen der jungen Leute. Beeindruckend ist auch, wie professionell die Aufgaben umgesetzt wurden. Es stecken tolle Fähigkeiten und großartige Talente im österreichischen Technik-Nachwuchs.“ Der Bosch-Manager ist selbst Absolvent einer HTL und weiß die gute technische Grundausbildung an diesen Schulen sehr zu schätzen. „Die österreichische HTL-Landschaft ist eine wahre Talenteschmiede für hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betonte Weinwurm. „Absolventinnen und Absolventen von HTL sind bei Bosch sehr gefragt. Sie decken mit ihrem Wissen alle Bereiche, die Bosch in Österreich betreibt und vorantreibt, ideal ab.“

Kategoriesieg Mobilitätstechnik: Biogas-Range-Extender

Range-Extender in der Mobilität sind kleine Stromgeneratoren, die die Akkus von Elektroautos auch während der Fahrt laden und damit die Reichweite wesentlich vergrößern. Markus Hörting-Stoppacher und David Lammer von der HTL Weiz bauten im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Range-Extender, der mit Biogas betrieben wird. Dafür bedurfte es zweier Dinge mit innovativem Charakter: Zum einen musste eine kostengünstige Lösung zur Aufbereitung und Speicherung des Biogases gefunden, zum anderen ein Stromgenerator effizient auf Biogasbetrieb umgebaut werden. Da der Stromgenerator zum Laden des Elektroautos mit Biogas betrieben wird, kann das Auto zu 100% CO2-neutral fahren. Dieser Nachhaltigkeitsgedanke vom Rohstoff bis zur Energiegewinnung war es, der die die Jury überzeugte. „Das Projekt besticht durch den stringenten Aufbau. Die Anwendbarkeit ist groß und für ganz viele Projekte in der Mobilität umsetzbar“, erklärte Juror Dipl.-Ing. Wolfgang Kern, Leiter der Abteilung II/2 technischer, gewerblicher und kunstgewerblicher Schulen im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Kategoriesieg Industrietechnik: Mobiles, gestengesteuertes Robotergreifsystem

Jakob Buchsteiner, Thomas Eibl, Sebastian Neuhofer und Moritz Taferner von der HTL Salzburg entwickelten ein funktionsfähiges mobiles Robotersystem mit Greifer, das mithilfe eines Fernsteuergeräts in Form eines Handschuhs durch Gesten kontrolliert wird. Das ermöglicht eine intuitive Fernsteuerung. Zudem erhält der Benutzer Feedback vom Roboter, beispielsweise durch Vibrationen in den Fingerspitzen. Die Diplomarbeit umfasste neben dem Roboterbau die Entwicklung des Antriebs- und Akkusystems sowie eines Fernsteuergeräts inklusive Sensorik zur Aufnahme der Bewegungsdaten. Das Projekt begeisterte die Jury vor allem durch die Vernetzung verschiedener Disziplinen. „Maschinenbau wird zusammengeführt mit Elektro- und Steuerungstechnik sowie Programmierung. Es ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe. Zudem kann man die Lösung in sehr vielen Bereichen ausbauen, beispielsweise in der Medizintechnik“, so Juror Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sebastian Schlund, Professor am Institut für Managementwissenschaften an der TU Wien und Leiter Geschäftsbereich Advanced Industrial Management der Fraunhofer Austria GmbH.

Kategoriesieger Energie- und Gebäudetechnik sowie Gebrauchsgüter: Rauchübungsset für Feuerwehr

Eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösung für Rauchübungen brachten Alexander Schuster und Christopher Kerl von der HTL Hollabrunn den Sieg in der Kategorie Energie- und Gebäudetechnik sowie Gebrauchsgüter. Um eine elektronisch dimmbare Folie wurde ein Atemschutzmaskenaufsatz konstruiert, der eine stufenlose Dimmung erzeugen kann. Dies simuliert die Sichteinschränkung durch Verrauchung in brennenden Gebäuden. Frequenzsender schaffen Raumidentifikationen und je nach Aufenthaltsort kann die Rauchdichte höher oder geringer simuliert werden. Dies geschieht ohne jeglichen Eingriff ins Übungsgebäude oder den Übungsablauf, da die Veränderung ausschließlich mittels Softwareparametern erfolgt und durch entsprechende berührungslose, digitale Kommunikation bewerkstelligt wird. Der große Nutzen und breite Anwendungszweck beeindruckte die Jury. „Es handelt sich um eine einfach handzuhabende Lösung, die viele Technikbereiche verknüpft und kostengünstig ist. Zudem gibt es eine sehr breite Anwendung für das Rauchübungsset – nicht nur bei Feuerwehren, sondern auch beim Bundesheer, der Polizei oder im Katastrophenschutz“, zeigte Jurorin Dr. Andrea Scheichl, MAS, Vizepräsidentin Recht & Support am Österreichischen Patentamt, die Vorteile der Anwendung auf.

Preisverleihung erstmals ohne Event

„Aufgrund der aktuellen Ereignisse konnten wir das Finale zum Technik-fürs-Leben-Preis, also das geplante Event in Salzburg mit Live-Pitches der nominierten Diplomarbeiten, leider nicht durchführen. Trotzdem war es uns ein großes Anliegen, auch dieses Jahr herausragende HTL-Abschlussprojekte vor den Vorhang zu holen und engagierte Techniktalente mit dem Technik fürs Leben-Preis auszuzeichnen. Deshalb haben wir den Siegerprojekten in einem Video eine virtuelle Bühne gegeben“, erklärte Angelika Kiessling, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Bosch in Österreich und Verantwortliche für den Wettbewerb.

Die Gewinner des Technik-fürs-Leben-Preises 2020 wurden in einer Konferenz der Jury ohne Live-Pitches ermittelt. Alle Nominierten und Gewinner wurden umgehend verständigt. Die Urkunden und Trophäen des Wettbewerbs wurden per Post zugestellt. Die Preisträger erhielten neben Trophäe und Urkunde auch das begehrte Ticket für ein sechsmonatiges Berufspraktikum in einem Unternehmen der Bosch-Gruppe in Österreich. Zudem können sie – gemeinsam mit den Nominierten – voraussichtlich im Herbst als VIP-Gast an einem Bosch-Motorsportevent teilnehmen.

www.bosch.at


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