Seit November 2016 steigt der Strompreis jeden Monat. (Grafik: Österreichische Energieagentur)

Großhandelspreise Strom:

46% teurer als im Vorjahr

Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) steigt im Jänner 2019 das sechzehnte Monat in Folge. Im Vergleich zum Jänner des Vorjahres liegt der ÖSPI um 46% höher. Insgesamt befindet er sich damit auf dem höchsten Stand seit April 2013. Gegenüber dem Vormonat Dezember 2018 beträgt der Anstieg 4,4%.

Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der ÖSPI für den Jänner 2019 einen Indexstand von 91,83 Punkten. Der Grundlastpreis (Index 96,07 Punkte) steigt gegenüber dem Vormonat um 4,45% und im Jahresvergleich um 47,42%. Der Spitzenlastpreis (Index 82,80 Punkte) weist im Monatsvergleich ein Plus von 4,28 % und im Jahresvergleich ein Plus von 43,58% auf.

Der ÖSPI erfasst nur das Produkt Strom (Strom-Großhandelspreise) und berücksichtigt keine Netzgebühren, Steuern oder Abgaben. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40% auf die Energiekomponente und zu 60% auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf.

Methodik

Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig berechnet. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.
Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex. Der ÖSPI bildet nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40% auf die Energiekomponente und zu 60% auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – werden im ÖSPI nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.

 

Quelle: www.energyagency.at


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