Renault Group beschleunigt Dekarbonisierung ihrer Werke:  

»Hackathon CO2 Industry«

von Sandra Eisner
Foto: © Renault Communications/Rights reserved

Man hört oft, dass die ökologische Wende ein Langstreckenlauf ist. Die Renault Group schaltet jedoch einen Gang höher und veranstaltet den ersten Hackathon zum Thema industrielle Dekarbonisierung – in einer Fabrik, in der Refactory in Flins.

Die Herausforderung ist groß: drei Tage, um die Idee zu finden, die den Weg der Industriestandorte des Konzerns in Richtung CO2-Neutralität beschleunigen wird. Ein echter Geschwindigkeitswettlauf für die hundert Teilnehmer dieses »CO2 Industry Hackathon«, der in Partnerschaft mit Google Cloud und mit Unterstützung der Open-Innovation-Experten von Startup Inside organisiert wurde. Am Ende dieser kollaborativen Challenge wurden vier Projekte ausgewählt, die ab 2022 in den Fabriken umgesetzt werden sollen.

Dieses einzigartige Projekt steht im Sinne des Strategieplan Renaulution, der den Konzern zu einem tiefgreifenden Wandel seines Business Models verpflichtet, und zeigt die Fähigkeit der Renault Group auf, neue Arbeitsmethoden aus der Welt der Start-ups zu mobilisieren, um Ideen zu finden, die gleichzeitig innovativ und umweltfreundlich sind.

Sind Sie bereit, einen Hackathon der anderen Art zu erleben? Los geht’s.

Die Sonne geht an diesem 23. November über dem symbolträchtigen Standort Flins auf, als der Shuttle-Bus aus Paris mit etwa 100 Personen an Bord ankommt. Auf dem Weg zur Halle, in der der Hackathon stattfinden wird, tauchen sie sofort in das Leben der Fabrik ein, in ihre Gänge und Montagelinien, wo Arbeiter*innen und Maschinen zusammenarbeiten. Das ist die Herausforderung dieses neuartigen Hackathons, der im Herzen einer Fabrik stattfindet: Akteure aus verschiedenen Sektoren zusammenzubringen, um gemeinsam über Lösungen nachzudenken, die die Dekarbonisierung von Industrieanlagen ermöglichen.

Die Industrie für neue, innovative Praktiken öffnen

Die Kandidat*innen des CO2 Industry Hackathon repräsentierten mehr als dreißig Unternehmen und Start-ups – aus den Bereichen Energie, Digitales, Bildung und Industrie – aber auch Studenten. Eine Premiere in der Branche.

Denn Open Innovation ist nicht nur Start-ups vorbehalten. Auch die Industrie ist in Bewegung und verändert sich tiefgreifend, um sich neu zu erfinden und sich auf morgen vorzubereiten. Diese kollaborative Herausforderung, die mithilfe von Startup Inside, einem Spezialisten für Open Innovation, künstliche Intelligenz und Intrapreneurship, organisiert wurde, bricht mit den traditionellen Codes und schafft Platz für neue Arbeitsmethoden innerhalb der Fabriken. Damien Gromier, Mitbegründer von Startup Inside, ist mit der Organisation solcher Veranstaltungen vertraut und betont die Einzigartigkeit dieses Hackathons:

„Dieser einzigartige Hackathon ist eine klare Demonstration von Open Innovation: Rund 30 Unternehmen und Start-ups, die in 13 Teams zusammengekommen sind, um Lösungen zu finden, die die CO₂-Emissionen von Fabriken reduzieren. Dies ist ein Beweis dafür, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, um diese Ziele zu erreichen“, so Damien Gromier, CEO & Mitbegründer Startup Inside.

Die Cloud als Verbündeter

Die in 13 Projektteams zusammengefassten Teilnehmer*innen hatten also drei Tage Zeit, um konkrete Lösungen in fünf Themenbereichen zu entwickeln:

  • Reduzierung des Energieverbrauchs der Konzern-Industriestandorte
  • Verbesserung der Gebäudedämmung
  • Produktion CO2-armer Heizkraft
  • Beschleunigung der digitalen Transformation für eine bessere Energiebilanz
  • Entwicklung neuer Modelle für nachhaltige Produktionsstätten

Jedes der Projekte sollte sich auf die Cloud-Technologie stützen, die von Google Cloud bereitgestellt wird, dem Partner der Veranstaltung und der Renault Group für die industrielle Transformation. Eine Technologiepartnerschaft, die zahlreiche Projekte umfasst, darunter die Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Agenten, mit dem der Energieverbrauch von Rechenzentren reduziert und in die Lackierereien zurückgespeist werden kann. Solche KI-Lösungen können dazu beitragen, den Energieverbrauch von Fabriken um bis zu 20 % zu senken.

„Google engagiert sich stark für Nachhaltigkeit und blickt auf eine lange Geschichte in angewandter Klimaschutz-Technologie zurück. Die Renault Group verfolgt vergleichbare Ziele wie Google Cloud bei der Förderung von Nachhaltigkeit und treibt die Entwicklung innovativer und ehrgeiziger Projekte zur Dekarbonisierung unserer Zukunft voran“, sagte Jacqueline Pynadath, Direktorin, Nachhaltigkeit & Innovation, Google Cloud EMEA.

Vier Projekte aus dem Hackathon werden ab 2022 bei der Renault Group eingesetzt

Nach drei Tagen intensiven Brainstormings, bei denen ihnen zahlreiche Expert*innen und Mentor*innen mit Rat und Tat zur Seite standen, hatten die Teilnehmer*innen vier Minuten Zeit, um ihr Projekt vorzustellen und eine Jury aus Führungskräften von Google Cloud und der Renault Group zu überzeugen. Das Ganze fand vor einem großen Publikum statt, aus mehr als 150 Zuschauern vor Ort und mehreren hundert online. Das Team für nachhaltige Entwicklung des Alpine F1 Teams stoß ebenfalls zur Jury, um zwei zusätzliche Preise im Namen der Marke zu überreichen: einen Sonderpreis des Publikums und einen Sonderpreis für das innovativste Projekt.

Ursprünglich sollte die Jury drei Projekte auszeichnen, aber nach den Beratungen wurden schließlich zwei Teams mit dem 3. Preis ausgezeichnet. Somit werden nicht mehr drei, sondern vier Projekte in der Fabrik umgesetzt:

Erster Preis: Team Nr. 3 – Projekt »Kairos«

Entwicklung einer digitalen Plattform, um Anlauf- und Abschaltzyklen des Lackierofens zu optimieren. Im Werk Douai lässt sich dadurch voraussichtlich Strom zum Preis von 230.000 Euro pro Jahr einsparen. Dieses Projekt ließe sich auch auf andere Standorte übertragen.

Zweiter Preis: Team Nr. 11 – Projekt »CO2 Advisor«

Entwicklung eines Tools zur Echtzeitmessung der CO2-Emissionen von Produktionsaktivitäten. Die Anwendung wird es ermöglichen, den Ausstoß in der Fertigung zu überwachen.

Dritter Preis (zwei Teams)

Team Nr. 4 – Projekt »Adjust’Air«: Entwicklung einer digitalen Lösung, um Belüftungs- und Luftfiltersysteme in Produktionsstätten zu optimieren. Das Tool wird den Energieverbrauch für die Luftabsaugung um zwei Drittel reduzieren Team Nr. 6 – Projekt »Sieren«: Implementierung eines Dashboards, um den Stromverbrauch abzubilden und zu kontrollieren unter Einbeziehung der Witterungsparameter.

Fabriken an der Spitze der Dekarbonisierung

Die Renault Group hat dieses Jahr ihre neue Umweltstrategie mit einem ehrgeizigen Fahrplan vorgestellt: Sie will ihre Werke in Europa CO₂-neutral machen und die CO₂-Emissionen ihrer Werke weltweit bis 2030 halbieren. Um dies zu erreichen, will die Gruppe die Dekarbonisierung ihrer Infrastruktur zu einem entscheidenden Hebel in ihrer Transformation machen und so ihre Klimaziele erreichen.

Und das ist kein neues Anliegen, denn seit mehr als einem Jahrzehnt haben einige Fabriken nach und nach auf der ganzen Welt das Thema Dekarbonisierung bereits weit vorangetrieben:

Das Werk in Tanger, Marokko, gilt als Vorbild: Es ist dank der seit 2010 umgesetzten Strategie »Null CO₂-Emissionen« und »Null Industrieabwässer« bereits zu 100 % dekarbonisiert. In zwei Schlüsselzahlen zeigt sich ihr Erfolg: Über 90 % des Energiebedarfs werden durch erneuerbare Energien gedeckt und 100.000 Tonnen CO₂-Ausstoß pro Jahr vermieden.

2021 wurde eine strategische Partnerschaft mit Iberdrola unterzeichnet, um Projekte zu starten, mit denen die CO₂-Emissionen und der Energieverbrauch der Renault Group in Spanien und Portugal reduziert werden können. Und speziell in Spanien wurde nach dem Vorbild der Refactory in Flins im November letzten Jahres die Refactory in Sevilla eröffnet, um die Kreislaufwirtschaftsaktivitäten für das Land zu entwickeln.

Die drei französischen Werke des ElectriCity-Clusters, bestehend aus Douai, Maubeuge und Ruitz, sowie das Werk in Cléon werden ab 2025 vollständig CO₂-neutral sein.

Die Refactory in Flins in Frankreich feierte kürzlich ihren ersten Geburtstag und eröffnete die »VO Factory«, in der Gebrauchtwagen aufbereitet werden. Ziel ist es, die Lebensdauer der Fahrzeuge zu verlängern und sie mehr als eine Million Kilometer fahren zu lassen.

Weitere Informationen auf: www.renault.at

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