Nachhaltigkeit
End-to-End Absicherungen bieten immer größere Schwierigkeiten. (Foto: Fotolia)

Europäische und asiatische Städte insgesamt am fortschrittlichsten

Wien auf Platz 6 bei Nachhaltigkeit

Weniger Autos, mehr Bus-, Bahn- und Fahrradverkehr: Europäische und asiatische Städte machen Ernst mit dem Umwelt- und Klimaschutz.

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Laut dem Sustainable Cities Mobility Index 2017 von Arcadis, der führenden globalen Planungs- und Beratungsgesellschaft für Immobilien, Umwelt, Infrastruktur und Wasser, sind Hongkong, Zürich und Paris im 100 Metropolen-Vergleich weltweit am besten. Die deutschen Städte überzeugen vor allem mit Maßnahmen zur Senkung von CO2-Emissionen.

Die zehn am besten platzierten Städte liegen laut Index entweder in Europa oder Asien: Nach Hongkong, Zürich und Paris folgen Seoul, Prag, Wien, London, Singapur, Stockholm und Frankfurt. Metropolen andere Kontinente sind nicht vertreten. “Der Index macht sichtbar, dass sogar hochmoderne Städte in Nordamerika und im Mittleren Osten, in denen die Bevölkerung fast vollständig auf das Auto angewiesen ist, deutlich schlechter abschneiden“, sagt Birgit Detig, Arcadis City Executive Deutschland. Die US-Stadt Houston und Katars Hauptstadt Doha am Persischen Golf landen beispielsweise abgeschlagen auf den Plätzen 94 und 87.

Zürich mit überdurchschnittlich hohen Kosten

Große Unterschiede weisen aber auch die Topplatzierten auf. Von Hongkong bis Prag sind die Nachhaltigkeitskonzepte mindestens genauso kontrastreich wie die Bevölkerungsdichte und das Verkehrsaufkommen. Entsprechend fallen auch die Platzierungen der Städte in den drei Subindizes “People”, “Planet” und “Profit” aus, die für das Gesamt Ranking herangezogen wurden. Die erstplatzierte Stadt Honkong beispielsweise hat noch Nachholbedarf bei konkreten Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung – ein Grund dafür, dass die asiatische Mega-City im Subindex “Planet” nur Platz 63 schafft. Zürich, auf dem zweiten Platz im Sustainable Cities Mobility Index, landet in der Unterkategorie “People” nur auf Rang 45, weil unter anderem die Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel, wie auch andere Kosten zur Lebenserhaltung, überdurchschnittlich hoch sind.

Deutsche Städte punkten mit Fahrradverleih

Auffällig ist, dass im Subindex “Planet” unter den Top Ten nur europäische Städte vertreten sind: Nach Frankfurt, München und Berlin folgen Stockholm, Amsterdam, Wien, Zürich, London, Kopenhagen und Antwerpen. In diesem Ranking werden unter anderem Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen und CO2-Emissionen sowie die Förderung von Elektroautos und Fahrrädern verglichen.

Frankfurt, München und Berlin schneiden in diesem Index am besten ab. Hamburg belegt Platz 12 von 100 Metropolen. “Die deutschen Städte konnten besonders mit dem Ausbau der Fahrradverleihstationen punkten. Nur Amsterdam hat derzeit noch mehr Leihfahrräder“, erläutert Birgit Detig. Bezüglich der Konnektivität und lückenlosen Internetverbindungen in Bussen und Bahnen sind Mailand und Dublin am fortschrittlichsten. London erhält aufgrund des weit verzweigten Metrosystems mit zahlreichen Stationen, eng getaktetem Fahrplan und der guten Anbindung der Flughäfen an das öffentliche Verkehrssystem viele Punkte. Doch die britische Metropole ist auch nach dem Brexit noch die Stadt der Verkehrsstaus und der langen Pendlerstrecken, so dass es im Planet Ranking nur für Platz acht reicht.

Mehr Förderung für öffentliche Verkehrsmittel

Im Bereich “People” schneiden die deutschen Städte ebenfalls gut ab. Der Index vergleicht Kriterien wie Verkehrssicherheit, Anteil der Radfahrer am Pendleraufkommen, Verfügbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel und Stand der Modernisierung der Bus- und Bahnsysteme. Frankfurt landet als bestplatzierte deutsche Stadt auf Rang 15, München auf Platz 32 und Berlin auf Platz 34.

Im Bereich “Profit” liegen die deutschen Städte dagegen ein ganzes Stück weiter hinten. In diesem Index schafft es Hamburg als beste deutsche Stadt auf Platz 33, München auf Platz 40 und Frankfurt auf Platz 63. In dem Subindex werden Nutzung, Einkünfte und finanzielle Förderungen für öffentliche Verkehrsmittel sowie die Höhe der Fahrtkosten verglichen. “Der Ausbau und die Modernisierung von Bus- und Bahnnetzen leisten den wichtigsten Beitrag zu nachhaltiger Mobilität in Städten“, betont Birgit Detig. “Bei der Finanzierung öffentlicher Verkehrsmittel besteht in deutschen Städten noch Luft nach oben.

Zum Download des vollständigen Berichts.

Quelle: Presseportal.de


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