Elektrische Lkw stärken nachhaltige Entsorgungslogistik in Österreich:

13 eActros für Brantners E-Lkw-Flotte

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © Brantner green solutions

Daimler Truck Austria übergibt gemeinsam mit dem Handelspartner Pappas Auto GmbH 13 vollelektrische Mercedes-Benz eActros an das Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaftsunternehmen Brantner green solutions. Mit der Integration der Fahrzeuge in den Regelbetrieb baut Brantner die nach eigenen Angaben größte E-Lkw-Flotte der österreichischen Abfallwirtschaft auf und setzt ein klares Signal für die Dekarbonisierung von Logistik- und Entsorgungsprozessen. Die neuen E-Lkw ersetzen 13 schwere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Die Flotte umfasst zwei Sattelzugmaschinen sowie sechs Müllsammelfahrzeuge und fünf Kofferfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz. Neben dem lokal emissionsfreien Betrieb profitieren Mitarbeitende und Anrainer insbesondere von der deutlich reduzierten Geräuschentwicklung im täglichen Einsatz.

Florian Edtmayer, Leitung CSP Daimler Truck Austria, sagt: „Brantner ist seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner von Mercedes-Benz Trucks – und es freut uns besonders, dass das Unternehmen nun gemeinsam mit uns den Schritt in die nächste Generation der Antriebstechnologie geht. Brantner zeigt seit jeher Innovationskraft und setzt konsequent auf nachhaltige Lösungen.”

E-Mobilität im Schwerlastbetrieb: eActros 300 und eActros 600 im Regelbetrieb

Brantner integriert die neuen Mercedes-Benz eActros 300 und eActros 600 seit Anfang 2026 vollständig in den operativen Alltag. Abhängig vom Einsatzprofil – Sammel- und Entsorgungslogistik ebenso wie Streckenverkehre – zeigt die Flotte die Praxistauglichkeit elektrischer Antriebe im Schwerlastbereich.

Manfred Vogl, Geschäftsführer Brantner green solutions, erklärt: „Brantner green solutions ist international in der Kreislaufwirtschaft tätig und fokussiert sich auf nachhaltige Recycling-Lösungen. Unser Anspruch ist es, Abfälle als Wertstoffe zu verstehen und möglichst viele Materialien wieder in den Kreislauf zurückzuführen.”

Dafür betreibt Brantner green solutions eine vielfältige Flotte – von Sammel- und Transportfahrzeugen bis hin zu Spezialfahrzeugen für Entsorgung und Logistik. Aktuell sind 13 E-Lkw im Einsatz und seit Anfang 2026 vollständig in den Regelbetrieb integriert. Je nach Einsatzgebiet variiert die tägliche Fahrleistung deutlich, im Streckenverkehr werden Reichweiten von 500 bis 550 Kilometern erzielt. Die eingesetzten eActros erweisen sich für diesen Einsatz als effiziente Lösung – insbesondere bei Reichweite, Fahrzeugkonzept und Praxistauglichkeit im Schwerlastbetrieb.

Elektrischer Mercedes-Benz eActros Sattelzug von Brantner green solutions mit Anhänger.

Ein Mercedes-Benz eActros von Brantner green solutions im Einsatz für emissionsfreie Logistik. (Bild: Brantner green solutions)

„Der Rollout des eActros 600 verläuft sehr erfolgreich, in Europa haben wir im vergangenen Jahr die Führungsposition bei schweren Nutzfahrzeugen mit alternativen Antrieben übernommen”, sagt Joachim Schild, Key Account Manager Daimler Truck AG, „die Zusammenarbeit mit Brantner ist für uns ein herausragendes Projekt, das wir vor rund zwei Jahren angestoßen haben. Ich erinnere mich gut an das Gespräch mit der Brantner-Geschäftsleitung auf der vorletzten IFAT in München. Heute zu sehen, dass bereits 13 Fahrzeuge im Einsatz sind – und das direkte positive Feedback von den Fahrern zu bekommen – ist ein starkes Signal.“

Laden mit grünem Strom: Eigene Infrastruktur als Schlüssel zur Einsatzfähigkeit

Ein zentraler Erfolgsfaktor für den elektrischen Betrieb ist die Ladeinfrastruktur. Die E-Lkw werden bei Brantner im eigenen Ladepark in maximal sieben Stunden vollständig geladen, um pünktlich zum Dienstbeginn wieder einsatzfähig zu sein. Grundlage für die effiziente Umstellung sind zudem Routentracking-Daten, mit denen Brantner jene Strecken identifiziert hat, auf denen E-Antriebe besonders wirkungsvoll eingesetzt werden können.

Parallel zur Flottenumstellung investiert Brantner in High-Power-Ladeparks – unter anderem in der Brennaustraße in Krems sowie in Hagenbrunn. Die Ladeparks werden mit 100 % grünem Strom betrieben. Weitere Standorte sind in Traiskirchen, Wulkaprodersdorf und Hohenruppersdorf geplant. Ergänzend werden Photovoltaikanlagen auf Dächern mehrerer Brantner-Standorte ausgebaut, um einen Teil des Strombedarfs innerhalb einer Energiegemeinschaft selbst zu erzeugen. Langfristig ist geplant, die Stromversorgung vollständig autark, also zu 100 % aus eigener Erzeugung, bereitzustellen.

Investitionen und Förderung: Planungssicherheit für den Hochlauf

Brantner finanziert den Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie Photovoltaik-Investitionen überwiegend aus Eigenmitteln. Darüber hinaus wurde die Umstellung auf die E-Lkw-Flotte durch eine gezielte Förderung des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) unterstützt: Brantner reichte dafür einen Förderantrag im Rahmen des ENIN-Programms der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) erfolgreich ein. Auf Basis dieser Planungssicherheit beabsichtigt das Unternehmen, den Elektrofuhrpark in den kommenden Jahren um elf weitere Fahrzeuge zu erweitern.

Quelle: Daimler Truck

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