Die Vehicle-to-Grid-Technologie ist in Japan am weitesten verbreitet. Darum verwundert es nicht, dass bislang vor allem japanische Automarken mit bidirektionaler Ladefähigkeit ausgestattet sind – zum Beispiel der Nissan Leaf (im Bild), Mitsubishis iMiEV und der Honda e. Doch auch ein deutscher und ein Schweizer Hersteller denken voraus: Der Sion von Sono Motors kann ebenso Strom abgeben wie demnächst das neue Twike. (Bild: ABB)

11-kW-Ladestation mit V2G-Technik:

ABB rüstet sich und Frankreich für bidirektionales Laden

ABB unterstreicht seinen Anspruch auf eine Vorreiterrolle in der Elektromobilität: In einem Vehicle-To-Grid (V2G)-Partnerprojekt kommt die bidirektionale Ladetechnologie des Unternehmens zum Einsatz.

Konkret handelt es sich um das Joint Venture DREEV zwischen Électricité de France (EDF) und Nuvve, das auf intelligente Ladetechnologien für Elektrofahrzeuge spezialisiert ist. ABB liefert dafür ihre neue, bidirektionale 11-kW-Ladestation, die speziell für V2G entwickelt wurde.

20 Euro pro Monat und Auto

Zusammen mit der Softwaretechnologie von DREEV ermöglicht die Lösung von ABB den Fahrern von Elektrofahrzeugen, überschüssige Energie in das Stromnetz zurückzuspeisen. Mit der V2G-Technologie können laut ABB auf diese Weise bis zu 20 Euro pro Elektrofahrzeug im Monat generiert werden. So werden die Gesamtbetriebskosten gesenkt und die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter gefördert. Mit bidirektionalen Ladestationen kann zudem die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windkraft stabilisiert werden.

Frankreich ist erst der Anfang

Im Rahmen der Partnerschaft stellt ABB zunächst in Frankreich bidirektionale V2G-Stationen bereit. Im Anschluss wird die Technologie auch in Großbritannien, Italien, Belgien und Deutschland installiert.

„Wir freuen uns, DREEV dabei zu unterstützen, das Stromnetz dank V2G-Technologie widerstandsfähiger zu machen. Unsere Kooperation mit DREEV ist eines der weltweit führenden Projekte zur Einführung von V2G-Technologie in der Praxis“, Frank Mühlon, Leiter des globalen ABB-Geschäfts E-Mobility Infrastructure Solutions die Zusammenarbeit.

Die leichte und kompakte 11-kW-Ladestation ermöglicht eine schnelle und flexible Aufladung und ist sowohl mit aktuellen als auch künftigen Elektrofahrzeugen vollständig kompatibel. Die Ladestation erfüllt die strengsten Anforderungen an die Netzverträglichkeit und wurde als globaler Maßstab für die V2G-Aufladung entwickelt.

Mühlon fügt hinzu: „Diese intelligente, bidirektionale Ladelösung ist maßgeblich für die Weiterentwicklung unseres Portfolios im Bereich der Elektromobilität und ist zudem ein wichtiger Meilenstein der Nachhaltigkeitsstrategie von ABB.” Eric Mevellec, CEO von DREEV, ergänzt: „Die V2G-Technologie erfordert sowohl Innovationen als auch industrielle Kompetenzen. Die Zusammenarbeit mit ABB ist von entscheidender Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer Lösungen. Wir sind nun bereit, die kommerzielle Entwicklung weiter zu beschleunigen.“

Aktuell unterstützen nur wenige Elektrofahrzeuge die V2G-Technologie. Diese könnte sich innerhalb der nächsten fünf Jahre jedoch zur dominierenden Technologie entwickeln; Prognosen zufolge wird die Anzahl der Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr bis 2040 auf 559 Millionen ansteigen und 33 Prozent der weltweiten Fahrzeugflotte werden elektrisch betrieben. Um diese Wende zu unterstützen, muss das weltweite Energiesystem weiterentwickelt werden. Die V2G-Technologie von ABB soll maßgeblich zu dieser Entwicklung beitragen.

new.abb.com


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