Krüger will lieber weiterhin Verbrenner produzieren.
BMW-Vorstandschef Harald Krüger möchte sich nicht auf eine einzige Technologie festlegen.

BMW-Vorstand Krüger:

„Technologieoffenheit schafft nachhaltige Mobilität“

Auszug aus der Rede Harald Krügers, des Vorstandsvorsitzendes der BMW AG, zum Zwischenbericht des ersten Quartals 2019

„Im Rahmen unserer Modelloffensive führen wir weiter konsequent nachhaltige Antriebstechnologien ein. So beschreibt es unsere Strategie Number One > Next. Allein im ersten Quartal haben wir über 27.000 elektrifizierte Fahrzeuge verkauft. Ende dieses Jahres werden wir eine halbe Million elektrifizierte Fahrzeuge weltweit auf der Straße haben. In Europa liegt unser Anteil an elektrifizierten Fahrzeugen dreimal höher als im Industriedurchschnitt. 2018 waren wir in Europa und in Deutschland Marktführer. Und das nicht nur im Premiumsegment, sondern sogar im Gesamtmarkt.

Auch in Zukunft wollen wir eine Spitzenposition behaupten – in Europa und weltweit. Dazu steigern wir weiter die Anzahl elektrifizierter Modelle bei allen Marken und Modellreihen. Ich beziehe dabei auch Rolls-Royce und BMW M mit ein. Das Jahr 2019 steht für uns ganz im Zeichen der Plug-in-Hybrid-Technologie mit dem 3er, dem X3, dem X5 und dem 7er. Sie alle sind ausgestattet mit der vierten Generation unserer Batterie- bzw. E-Motorentechnologie. Damit erhöhen wir die elektrische Reichweite auf bis zu 80 Kilometer. Unser voll elektrischer BMW i3 ist schon rund sechs Jahre im Markt. Seine Reichweite hat sich seitdem verdoppelt. Auch deshalb legt er im Absatz weiter kräftig zu.

Auch die Fans von Mini können bald voll elektrisch fahren. Noch in diesem Jahr startet die Produktion des Mini Electric. Zu den Pre-Drive-Testfahrten gab es ein sehr positives Echo seitens der Medien. Wie Sie wissen, wird der Mini Electric in Oxford gebaut. Das zeigt unser anhaltendes Bekenntnis zu Großbritannien. Bei BMW erweitern wir unser voll elektrisches Angebot mit dem iX3 ab 2020 – sowie 2021 mit dem BMW i4 und dem iNext. Im Jahr 2025 haben wir dann mindestens 25 elektrifizierte Fahrzeuge im Portfolio. Zwölf davon rein elektrisch.

Sie sehen: Wir setzen bewusst nicht auf eine einzelne Technologie. Das wäre aus meiner Sicht falsch. Wir stellen uns technologisch breit auf – mit flexiblen Plattformen für Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroantrieb.

Mit unserem Partner Toyota forschen wir weiter an der Brennstoffzelle. Antriebe mit Wasserstoff-Brennstoffzelle ermöglichen langfristig die Chance auf hohe lokal emissionsfreie Reichweiten bei sehr kurzen Betankungszeiten. Sie ergänzen damit unsere Batterieelektrofahrzeuge. Jeder Kunde und jeder Markt hat andere Bedürfnisse und andere Bedingungen. Nur Technologieoffenheit schafft die nötige Flexibilität für den Weg zur völlig nachhaltigen Mobilität überall auf der Welt. Dafür machen wir uns weiter stark.

Wir gehen davon aus: Verschiedene Antriebsformen werden nebeneinander bestehen. Unsere Kunden schätzen die Vielfalt an Modellen und Antriebsarten, die wir ihnen bieten.

In der Region Amerika eröffnen wir im Juni unser Werk in Mexiko. Mit dieser Produktionsstätte setzen wir neue Standards in Sachen Produktivität und Nachhaltigkeit: Der Strom für das Werk wird größtenteils in einer Solaranlage auf dem Werksgelände erzeugt und ist 100 Prozent CO2-frei. Und die Fahrzeuge werden lackiert, ohne dass Abwasser im Prozess entsteht. Das benötigte Wasser wird aufbereitet und wiederverwendet.

In San Luis Potosí schaffen wir über 1.000 qualifizierte Arbeitsplätze. 2015 haben wir dort unsere Berufsausbildung nach dem dualen Erfolgsmodell gestartet. Fast 250 junge Mexikanerinnen und Mexikaner haben wir seitdem in Zukunftsberufen qualifiziert.

Wir sind Treiber einer nachhaltigen, vernetzten und autonomen Mobilität. Schritt für Schritt schaffen wir die Voraussetzungen für hoch automatisiertes und voll autonomes Fahren. Im März haben wir mit der High Performance D3 Plattform ein Data Center in Betrieb genommen. Mit einer Speicherkapazität von zunächst rund 240 Peta-Byte stellt es alles Vergleichbare in den Schatten, was wir bisher in diesem Bereich zur Verfügung hatten.

2021 soll der iNext an den Start gehen. Wir verknüpfen zum ersten Mal elektrisches und hoch automatisiertes Fahren auf Level 3 mit High-End-Connectivity und einem digitalisierten Interieur. Alles in einem Fahrzeug. Für die Kunden heißt das: Ein völlig neues Erlebnis von Fortbewegung und volle Alltagstauglichkeit mit mehr als 600 Kilometer elektrischer Reichweite.

Ebenfalls 2021 wird eine Pilot-Flotte von 500 BMW iNext-Fahrzeugen mit Level-4- und -5-Funktionen den Betrieb aufnehmen. Die dafür notwendigen technischen Anforderungen und Anpassungen der internationalen zulassungs- und haftungsrechtlichen Rahmenbedingungen sind in Arbeit.

Unverändert gilt: Für uns hat die Sicherheit unserer Kunden absolute Priorität. Erst wenn wir eine Technologie in hohem Maße beherrschen, setzen wir sie in der Serie ein. Gemeinsam mit Daimler wollen wir die nächste Technologiestufe des autonomen Fahrens entwickeln. Diese soll in unseren Modellen ab 2024 zum Einsatz kommen.“

www.bmw.at


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