EU vergibt wichtige Chance auf Verkehrswende
Entscheidend ist, was in den Tank kommt. Die EU-Kommission erkennt regenerative Kraftstoffe weiter nicht an. (Quelle: obs/Zukunft Erdgas e.V.)

EU vergibt wichtige Chance auf Verkehrswende

Regenerative Kraftstoffe werden von EU nicht anerkannt

Berlin / Brüssel (ots) – Die Europäische Kommission hat am 8.11.2017 ihren Vorschlag für schärfere CO2-Grenzwerte für Autos beschlossen Sie hat nach Einschätzung der deutschen Gaswirtschaft mit den in Brüssel vorgestellten Abgasvorschriften eine wichtige Chance vertan.

Aufmacherbild: obs/Zukunft Erdgas e.V.

„Seit 1990 sind die CO2-Emissionen im Verkehr nicht gesunken. Die neuen Abgasvorgaben werden keine Beschleunigung beim Klimaschutz bringen. Der erforderliche Systemwechsel bleibt aus”, kommentiert Dr. Timm Kehler, Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, die sich für Erdgas als alternativen Kraftstoff einsetzt.

Besonders kritisch sieht die Initiative die fehlende Anerkennung von regenerativen Kraftstoffen wie Biomethan oder Power-to-Gas im Kommissions-Entwurf und die einseitige Festlegung auf Elektromobilität. „Es ist eine Farce: Während Kohlestrom für E-Autos so behandelt wird wie Ökostrom, wird erneuerbares Gas wie konventionelles behandelt. Das ist unfair – aber vor allem ist es klimapolitischer Unsinn”, so Kehler. Die Initiative hatte vorab ein Modell zur Anerkennung regenerativer Kraftstoffe vorgelegt. „Wir werden weiter für regenerative Kraftstoffe kämpfen und uns rund um die Beratungen im Rat und Parlament erneut einbringen”, kündigt Kehler an.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass die durchschnittlichen Flottenverbräuche der Hersteller von 2021, wenn die aktuelle Regulierung endet, bis 2030 um weitere 30 Prozent reduziert werden sollen. Sanktionen bei einer Zielverfehlung sind aber nicht vorgesehen. Weiterhin betrachtet die EU-Kommission ausschließlich die Emissionen am Auspuff, nicht aber die Vorkette. Kehler: „Für die Umwelt ist die Gesamtbilanz des Autos entscheidend – die so genannte Well-to-Wheel Betrachtung. Dann wird man schnell feststellen: Eine einseitige Vorfestlegung auf Strom ist nicht sinnvoll.”

Erdgas ist ein alternativer Kraftstoff und in Deutschland an rund 900 Tankstellen verfügbar. Im Durchschnitt sind bereits heute rund 20 Prozent klimaneutral erzeugtes Biomethan enthalten. Darüber hinaus lässt Audi seine Erdgas-Fahrzeuge (A3, A4 und A5) mit so genanntem e-gas fahren, das vollständig aus Ökostrom erzeugt wird. Eine Anerkennung dieser regenerativen Kraftstoffe sieht der aktuelle Entwurf der Kommission aber weiterhin nicht vor. Elektrofahrzeuge hingegen werden pauschal als emissionsfrei betrachtet.

Quelle: presseportal.de

Wesentliche Punkte des Mobilitätspakets der EU-Kommission:
  • Neue Fahrzeuge sollen bis 2030 im Schnitt 30 Prozent weniger CO2 produzieren als 2021.
  • Werden von Herstellern die Grenzwerte nicht eingehalten, sollen 95 Euro für jedes zusätzliche Gramm CO2 gezahlt werden müssen.
  • Die Kommission will bis 2030 30 Prozent Neuwagen mit Elektro- oder anderen alternativen Antrieben auf die Straße bringen.
  • Die Regeln reichen bis 2021. Alle Modelle eines Herstellers dürfen danach im Mittel nur 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

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