Wandelbare Renault-Studie Morphoz:

Kompaktwagen mit Stretchfunktion

von Moritz Hell

Mit dem Morphoz präsentiert Renault eine neue, modulare und personalisierbare Elektrostudie. Das wandelbare Concept Car ermöglicht einen Ausblick auf die nächste Generation Elektrofahrzeuge der Marke, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen werden. Markantes Merkmal des Morphoz: Auf Knopfdruck legt das Konzeptfahrzeug in der Länge um 40 Zentimeter zu. Dadurch wird aus dem wendigen Stadtfahrzeug eine großzügige Reiselimousine, die dank zusätzlicher Batteriekapazität und mehr Kofferraumvolumen auch lange Fernreisen souverän absolviert.

Dank der variablen Länge gewinnen Passagiere und Gepäck je nach Einsatzbereich an zusätzlichem Platz. Im »City«-Modus misst der Morphoz 4,4 Meter – wenige Zentimeter mehr als ein Renault Mégane – und eignet sich für alltägliche Fahrten im urbanen Bereich wie zum Beispiel im Pendlerverkehr. Mit der 40-kWh-Batterie bietet die Kompaktstudie bis zu 400 Kilometer Reichweite und transportiert keinen überdimensionierten Energiespeicher, der ohne direkten Nutzen Gewicht und Kosten unnötig in die Höhe treibt. Dank der neuen Plattform und dem kompakten Antriebsstrang verfügt der Morphoz dennoch über ein Raumangebot wie ein Modell aus einer höheren Fahrzeugklasse.

40 Zentimeter mehr im Travel-Modus

Im »Travel«-Modus wächst der Morphoz auf 4,8 Meter Länge, was etwa dem Format des oberen Mittelklassemodells Renault Talisman entspricht. Der Radstand legt von 2,73 auf 2,93 Meter zu. Der Wandel vom kompakten Stadtfahrzeug zum komfortablen Reisewagen vollzieht sich auf zweierlei Weise: Das Heck hinter der C-Säule fährt aus, und der Vorderwagen rollt um 20 Zentimeter nach vorn. Während die Hinterräder unverändert ihre Position halten, machen die Vorderräder die Vorwärtsbewegung mit.

Um die aerodynamische Effizienz zu steigern, wird zugleich der Vorderwagen verlängert. Resultat der Metamorphose: Der Fußraum im Fond wächst, im Kofferraum wird Platz für zwei extra Koffer geschaffen, und unterhalb des Fahrzeuginneren entsteht Raum für zusätzliche Akkus mit 50 kWh Kapazität, sodass die gesamte Batteriekapazität des Morphoz auf 90 kWh steigt. Damit kann die Studie 700 Kilometer auf der Autobahn zurücklegen. Parallel zur Akkukapazität steigt im Travel-Modus auch die Leistung des Elektromotors: Statt 100 kW stehen nun 160 kW zur Verfügung.

Für den Wechsel vom City- zum Travel-Modus fährt der Morphoz eine spezielle Station an. Dort werden auf vollautomatischem Weg in Sekundenschnelle durch eine Klappe im flachen Unterboden die zusätzlichen Batterien installiert. Am Ende der Reise werden die 50-kWh-Akkus an ebensolcher Station entnommen, und der Morphoz verwandelt sich zurück in einen Kompaktwagen. Werden die Zusatzbatterien nicht benötigt, dienen sie unter anderem der Energieversorgung einer Self-Service-Fahrradstation, der Verkehrsinfrastruktur sowie benachbarten Gebäuden zum lokalen Energiemanagement.

Im Alltag erfolgt das Aufladen des Morphoz per Induktion an speziellen Stationen oder während der Fahrt auf hierfür eingerichteten Straßenabschnitten.

Sämtliche Sitze sind Einzelsitze.
Der symmetrische Beifahrersitz lässt sich Richtung Fond kippen.
Junge Familien im Blick

„Der Renault Morphoz kündigt die nächste Generation unserer Elektrofahrzeuge an“, sagt Gilles Normand, Senior Vice President Electric Vehicles & Mobility Services. „Die modulare Plattform CMF-EV steigert die elektrische Performance, der weite Radstand in Verbindung mit den weit außen positionierten Rädern bietet völlig neue Möglichkeiten beim Fahrzeugdesign und der großzügigen Raumgestaltung“, so Normand weiter.

In der sechs Lebensphasen beschreibenden Renault Designphilosophie verkörpert der Renault Morphoz den dritten Abschnitt. Das vielseitige Fahrzeugkonzept ist auf die Bedürfnisse junger Familien ausgerichtet.

„Mit seiner wegweisenden Modularität, seinem innovativen Design und seiner nach den Bedürfnissen der Menschen ausgerichteten Eignung für die Shared Mobility verkörpert der Morphoz perfekt die neue Livingtech-Philosophie des Renault Designs“, ergänzt Laurens van den Acker, Executive Vice President Corporate Design. „Technologie in all ihren Ausprägungen – Design, On-Board-Intelligenz, Konnektivität, Innenraumlayout – dient dabei einer neuen Reiseerfahrung für alle Fahrzeugnutzer. Dies reicht vom Alltagsgebrauch bis hin zu Wochenend- und Ferienfahrten. Die Studie Morphoz verkörpert in der Tat eine eigene Art zu leben“, so van den Acker.

Mit der Studie Morphoz hat Renault sowohl private Fahrzeughalter als auch Shared-Mobility-Anbieter und -Kunden im Blick. Um die gemeinsame Nutzung zu erleichtern, verzichtet der Hersteller bei dem Konzeptauto bewusst auf Details wie Zündschlüssel oder Zugangs- und Startkarten. Als digitaler Fahrzeugschlüssel für den Morphoz dient stattdessen ausschließlich das Smartphone.

Maßgeschneiderte Elektroplattform

Der Renault Morphoz basiert auf der neu entwickelten modularen Plattform CMF-EV. Diese wurde von der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi ausschließlich für die zukünftigen Elektrofahrzeuge der Partner konzipiert. Die vielseitige ermöglicht unterschiedlichste Fahrzeugkonfigurationen – nicht nur bei Leistung und Reichweite, sondern auch Platzangebot und Kofferraumvolumen.

Die neue CMF-EV-Plattform ist für Modelle aus höheren Fahrzeugklassen ausgelegt, die für maximalen Komfort einen großen Radstand benötigen. Weit außen positionierte Räder und knappe Überhänge gehören ebenso zu den Merkmalen wie der durchgängig ebene Fahrzeugboden. Diese Konfiguration erlaubt ein völlig neues Fahrzeugdesign. Die Plattform, kombiniert mit besonders flachen Antriebsbatterien, führt zu einer deutlich geringeren Fahrzeughöhe, ohne Raumverzicht für die Passagiere. Die kompakt dimensionierte Motorhaube sowie der lang gestreckte Innenraum tragen ebenfalls zur günstigen Aerodynamik bei. Ebenso verbessern die bodennah im Fond angeordneten Batteriepacks die Gewichtsverteilung und damit die Fahrdynamik.

Der kompakte Elektromotor nimmt deutlich weniger Platz in Anspruch als ein Verbrennungsmotor, wodurch mehr Raum für Passagiere und Gepäck zur Verfügung steht. Ebenso eröffnet der nicht benötigte Getriebetunnel deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten im Innenraum und bei der Sitzanordnung. Ergebnis: Das Fahrzeug bietet im Vergleich zu seinen Außenabmessungen die Raumverhältnisse einer höheren Fahrzeugklasse.

Hochflexibles Interieurkonzept

Vom verlängerbaren Heck des Morphoz profitieren besonders die Fondpassagiere: Zusammen mit der Fahrzeuglänge wächst beim Wechsel vom City- in den Travel-Modus der Fußraum in der zweiten Reihe auf Oberklasseformat. Gleichzeitig gibt die Holzverkleidung der den Innenraum in seiner gesamten Länge wie ein Rückgrat teilenden Mittelkonsole ein Infotainment-Display für die Mitreisenden im Fond frei. Weiteres Charakteristikum des geräumigen und freundlichen »Livingspace« genannten Interieurs des Morphoz: Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere nehmen auf Einzelsitzen Platz. Die leuchtend gelben Sitzmöbel sind an der zentralen Konsole aufgehängt und umschließen die Sitzenden wie bequeme Fauteuils.

Der Beifahrersitz verfügt zusätzlich über einen raffinierten Schwenkmechanismus. Wird das »Share«-Programm aktiviert, so fährt die Kopfstütze automatisch ein, und der symmetrisch geformte Sitz kippt um 90 Grad nach hinten. Die bisherige Gesäß- und Oberschenkelauflage schwenkt ihrerseits in aufrechte Position und bildet nunmehr eine Rückenlehne, deren oberer Abschnitt zur Kopfstütze wird – wie die eigentlichen Kopfstützen mit integrierten Leseleuchten ausgestattet. Resultat dieses ausgeklügelten Manövers: Beifahrer und Fondpassagiere sitzen sich nun kommunikationsfördernd wie in einem Wohnzimmer gegenüber. Passend dazu lässt sich der robuste Monitor in der Mittelkonsole als Tisch verwenden. Damit steht der Morphoz in der Tradition der ersten Renault Espace Generation, mit der der französische Automobilhersteller 1984 neue Maßstäbe für automobile Innenraumvariabilität setzte.

Das 10,2-Zoll-Display liefert die wichtigstens Daten.
Das Lenkrad soll die Form eines langgestreckten Achtecks haben.
Stufe drei des automatisierten Fahrens

Den Fahrerplatz des Morphoz kennzeichnet das futuristische Lenkrad im Look eines lang gestreckten Achtecks. In seinem Zentrum befindet sich ein 10,2-Zoll-Display (26-Zentimeter) für die wichtigsten fahrtbezogenen Daten. Weitere Anzeigen sind im Cockpit nicht vorhanden. Wünscht der Fahrer mehr Informationen oder eine größere Darstellung, reicht ein Tastendruck, und das L-förmig geschnittene volldigitale »Livingscreen«-Panel mit hochauflösenden OLED-Anzeigenfeldern für Fahrtinformationen, Navigation und On-Board-Entertainment gleitet aus der vorderen Cockpitwand. Der Fahrer kann das Panel in jedem Fahrmodus nutzen, gleich ob er selbst fährt oder im automatisierten Modus unterwegs ist. Mit 80 Zentimeter Breite übertrifft es die meisten aktuellen Display-Formate in Fahrzeugen.

Der Morphoz entspricht dem Level drei des autonomen Fahrens, dem so genannten teilautomatisierten Fahren. Das heißt: Der Fahrer kann einzelne Aufgaben an das Fahrzeug übertragen, muss es aber dauerhaft überwachen und bei Bedarf die Fahraufgaben wieder übernehmen. Deshalb müssen die Hände immer in Griffnähe zum Lenkrad bleiben. Dieses bleibt unabhängig von der Konfiguration des Panels stets in der gleichen Position.

Breiter Einsatz von künstlicher Intelligenz

Neben seinem multivariablen Karosserie-, Raum- und Anzeigenkonzept fällt der Morphoz durch den umfangreichen Einsatz von künstlicher Intelligenz auf. So nutzt das Fahrzeug eine Reihe von Sensoren, um den Fahrer bereits bei der Annäherung zu erkennen. Eine Lichtsequenz an den Türen signalisiert dem Fahrer die korrekte Identifizierung, der daraufhin nur noch winken muss, damit die Türen entriegelt werden, der Sitz in die passende Position fährt und die bevorzugte Lichtstimmung im Innenraum aktiviert wird. Ebenfalls komfortabel: Der Fahrer kann die verschiedenen Fahrzeugfunktionen per Touchscreen, Sprachbefehl oder Handgesten steuern.

Die lang gestreckte Mittelkonsole repräsentiert das »Gehirn« des Fahrzeugs. Eine spezielle Halterung zwischen den Vordersitzen nimmt das Smartphone des Fahrers auf, das als wichtige Datenquelle dient, Autorisierung des Besitzers vorausgesetzt. Zusätzlich verarbeitet die künstliche Intelligenz in Echtzeit Daten und Bilder der nach außen gerichteten Sensoren und Kameras. So weisen Lichtsignale an den Türinnenverkleidungen auf Fußgänger hin oder warnen, wenn sich ein Radfahrer im toten Winkel befindet.

Persönlicher Reiseassistent

Zusätzlich übernimmt die künstliche Intelligenz im Morphoz die Rolle eines persönlichen Reiseassistenten, etwa indem sie die kürzeste und schnellste Strecke zwischen zwei Terminen auswählt. Im »Travel«-Modus kann sie unter Berücksichtigung von Ankunftszeit und Restreichweite auf Sehenswürdigkeiten und interessante Orte entlang der Reiseroute hinweisen. Auf dem großformatigen Livingscreen-Panel erscheint in beiden Fällen ein scharfes 3-D-Bild.

Auch die Mitreisenden profitieren vom hochmodernen digitalen Umfeld im Morphoz. Das Fahrzeug erkennt die Smartphones aller Passagiere, so dass diese über die in die Sitze integrierten Lautsprecher Musikstücke aus ihrer Playlist hören können. Alternativ dazu schlägt die künstliche Intelligenz der Renault-Studie für jeden Insassen eine individuelle Playlist vor. Hierfür orientiert sie sich an den Vorlieben des Nutzers, nicht ohne jedoch zuvor dessen Autorisierung eingeholt zu haben.

Morphoz steht. Morphoz könnte laden.
Die Batterypacks haben je nach Modus eine Kapazität von 40 oder 90 kWh.
100 oder 160 kW beträgt die Leistung des Motors.
Im Stile des Renault Rhombus

Neben der Farbe Gelb für die Sitze und den unteren Abschnitt der Innenverkleidung prägen schwarze und gelbe Linien auf dem Innenraumboden das Interieurdesign des Morphoz. Sie sind eine Reminiszenz an die »Op-Art« des Künstlers Victor Vasarely, der 1972 den Renault Rhombus in Szene setzte.

Das Exterieurdesign des Morphoz kennzeichnet eine neue Lichtsignatur, die künftig an allen Elektroautos von Renault zu finden sein wird. Die so genannten »Livinglights« erstrecken sich – mit Ausnahme des zentralen Markenemblems – über die gesamte Fahrzeugbreite. Je nachdem, welcher Modus gerade aktiviert ist, erscheinen die aus einzelnen LED-Segmenten zusammengesetzten Hauptscheinwerfer in neuer Optik. Ihr Pendant finden sie in den ebenfalls über die gesamte Breite verlaufenden Rücklichtern. Der Frontstoßfänger kommt wegen des geringeren Kühlungsbedarfs des Elektromotors ohne Kühlluftöffnung aus. Die zwei Ventilatoren auf der Fronthaube sind nicht nur ein Designelement, sondern dienen vor allem der Kühlluftzufuhr zu den Hauptrechnern des Fahrzeugs, die rings um das Elektroaggregat gruppiert sind. Ein weiteres Designelement sind die aus Bakelit gefertigten Renault-Rhomben am linken und rechten Kotflügel. Bei verlängertem Radstand – also im Travel-Modus – präsentieren sie den Schriftzug »Morphoz«.

Anstelle konventioneller Außenspiegel verfügt der Morphoz über Kameras, deren Bilder auf Monitore im Innenraum projiziert werden. Gleichzeitig werden sie von der künstlichen Intelligenz ausgewertet und mit weiteren Sensordaten abgeglichen, um bei drohender Gefahr den Fahrer zu warnen.

Luftverwirbelungen reduzieren

Das Design der rollwiderstandsreduzierten 22-Zoll-Reifen reduziert Luftverwirbelungen und steigert so zusätzlich die Effizienz des Fahrzeugs. Für eine saubere Aerodynamik sorgen ebenfalls die hinteren Kotflügel. Damit sich im Travel-Modus problemlos das Heck verlängern lässt, fahren die seitlichen Karosserieteile zunächst nach außen. Anschließend gleiten sie zurück, um mit der gestreckten Heckpartie wieder sauber zu schließen. Je nach Modus verlängern zusätzlich zwei Luftdeflektoren den flachen Unterboden.

Auch mit der transparenten Verkleidung der C-Säule setzt Renault Akzente. Im City-Modus sorgt sie für ein markantes schwarz-gelbes Streifenmuster. Ist die Heckpartie im Travel-Modus verlängert, tritt die darunter liegende durchgehend gelbe Oberfläche zu Tage. Nicht minder auffällig ist der hintere Stoßfänger mit seinen senkrechten, längs verschiebbaren Lamellen, die im City- oder Travel-Modus jeweils den Fahrzeugnamen zeigen. Die senkrechte dritte Bremsleuchte teilt den Dachspoiler in zwei Hälften und fährt mit dem Heck aus.

www.renault.at

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