Stefan Schneider, Geschäftsführer von Suncar HK, freut sich über den eMove Award. (Bilder: Suncar HK)

Gut für Umwelt und Budget

Der Saubermann unter den Baggern

„Ich bin positiv überrascht!“ So lautet in der Regel die Rückmeldung der Baggerführer, nachdem sie den ersten Tag mit einem Suncar Elektrobagger gearbeitet haben. Was die Baggerfahrer erstaunt, ist, dass die Handhabung des Elektrobaggers mit derjenigen eines Dieselbaggers identisch ist. Was fehlt, sind einzig Lärm und Abgase.

 

Maximale Leistung bei minimalen Emissionen – diese Vision verfolgt das Schweizer Start-up Suncar HK mit der Elektrifizierung von Baumaschinen, Nutz- und Kommunalfahrzeugen. Der Erfolg der, von Suncar elektrifizierten, Elektrobagger-Flotte zeigt, dass diese Vision in der Baubranche von Vielen geteilt wird. Zur Elektrobagger-Flotte gehören drei verschiedene Modelle: der TB216E (1,6 t), der TB260E (7 t) und der TB1140E (16 t). Sie alle sind gleich zu bedienen wie ein Dieselbagger und stehen diesen in der Leistung auch in nichts nach. Bei Laden über Nacht sowie einer Stunde Nachladen während der Mittagspause sind die Elektrobagger einen ganzen Arbeitstag lang kabellos einsetzbar. Der Bagger kann aber auch jederzeit mit Kabel betrieben werden, falls er nicht ausreichend geladen wurde. Von diesen weltweit ersten batteriebetriebenen Elektrobaggern sind mittlerweile über 30 in ganz Europa auf den verschiedensten Baustellen im Einsatz.

Der TB216E (vorne) ist mit 1,6 Tonnen der leichteste der Elektrobaggerflotte von Suncar.

Von der Ausgrabung zur Eisgrotte

Die Einsatzgebiete der Suncar Elektrobagger könnten nicht verschiedener sein. Suncar Elektrobagger waren unter anderem bereits bei archäologischen Ausgrabungen in Bern, bei der Unterkellerung des Zürcher Hauptbahnhofes, in der größten Eisgrotte der Welt in Saas-Fee oder bei der Entkernung einer Kühlzelle in einer Bäckerei im Einsatz. Eines haben aber all die zahlreichen Einsatzorte gemeinsam: Emissionen sind dort denkbar ungünstig. Sei es wegen der Gesundheit der Arbeiter, die beim Baggern in einem geschlossenen Raum nicht riskiert werden darf, sei es wegen der Gäste in einem Touristenort, für die die frische Bergluft keinesfalls mit Abgasgestank vermischt werden sollte oder sei es wegen der Lebensmittel, die sich in unmittelbarer Nähe der Baustelle befinden und die nicht kontaminiert werden dürfen.

Der Jüngste in der Flotte heißt TB260E und wiegt sieben Tonnen.

Ökologie und Ökonomie

Gegner der Elektromobilität argumentieren, dass elektrische Fahrzeuge und Maschinen zwar während dem Betrieb Emissionen einsparen, nicht jedoch auf das ganze Leben gesehen. Tatsächlich macht aber die Herstellung der Li-Ion-Batterie einen verschwindend kleinen Teil aus verglichen mit den durch die Dieselherstellung und -verbrennung erzeugten Emissionen. Über die gesamte Lebensdauer gerechnet sparen Suncar Elektrobagger im Vergleich mit Dieselbaggern derselben Dimension bis zu über 90 Prozent der CO2e-Emissionen ein, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Die Suncar Elektrobagger sparen aber nicht nur CO2e-Emissionen, sondern auch Betriebskosten. Die Energiekosten sind, insbesondere aufgrund der 2.5-fachen Effizienz des Elektromotors gegenüber dem Dieselmotor, beim Elektrobagger 70 Prozent tiefer. Auch die Wartungskosten liegen beim Elektrobagger deutlich tiefer, unter anderem wegen des Wegfalls der Partikelfilter.

Auch der TB1140, mit 16 Tonnen das größte Modell, arbeitet sparsam.

Zwei Preise und ein Award

Die Suncar Elektrobagger stoßen nicht nur im Bausektor auf Anklang. Auch von der Nachhaltigkeitsbranche erhält die grüne Alternative zu den Dieselbaggern Anerkennung. So durfte Suncar nach dem Schweizer und dem Europäischen Solarpreis vor Kurzem auch den zum dritten Mal verliehenen und renommierten eMove360° Award in der Kategorie Commercial Electric Vehicles entgegennehmen.

Blitzblank werden Baustellen sicherlich nie sein. Die von Suncarentwickelten und durch Huppenkothen vertriebenen Elektrobagger können jedoch – und werden in der Zukunft hoffentlich noch vermehrt – dazu beitragen, dass die Baustellenluft um einiges sauberer wird. Die Arbeiter, Anwohner und Umwelt werden es ihnen danken.


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