Mitsubishi i-MiEV, Elektroauto
Der Mitsubishi i-MiEV. (Bild: Shutterstock)

Dreimal mehr Energie für Elektrofahrzeuge:

Den heiligen Gral der Akkus entdeckt?

Die GS Yuasa Corporation hat eine negative Elektrode auf Siliziummetall-Basis entwickelt, die zu einer höheren Energiedichte sowie längeren Lebenszyklen führt. Beide Parameter waren bislang mit vielen Herausforderungen hinsichtlich der Kommerzialisierung großer Batterien behaftet. Damit erhöht sich die Energiedichte der Batterien, die aktuell in Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen, um das Dreifache im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien.

Das Siliziummetall, das im Material der negativen Elektroden Verwendung findet, besitzt eine sehr hohe theoretische Kapazität von 4200mAh/g und steht als Rohstoff in großen Mengen zur Verfügung. Deshalb wurde es als neues Material für Lithium-Ionen-Batterien intensiv erforscht. Da jedoch Siliziummetall in Verbindung mit dem Lade-Entladezyklus eine extrem große Volumenänderung von ungefähr 400% erfährt, tritt bei wiederholtem Laden und Entladen der Batterie eine Zersetzung einschließlich Pulverisierung und Isolation auf. Infolgedessen verfügen solche Batterien über einen geringen Coulomb-Wirkungsgrad und eine schlechte Zyklenleistung, weshalb der praktische Einsatz von Siliziummetall-Elektroden als schwierig galt – insbesondere für große Batterien, die in elektrisch betriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen und über lange Zeiträume funktionieren müssen.

GS Yuasa ist es gelungen, den Coulomb-Wirkungsgrad und die Zyklenleistung zu verbessern, indem sie die optimale Partikelgröße und Elektrodenstruktur für die Elektroden gefunden haben, die Siliziummetall nutzen. Damit ließ sich die Technologie für hohe Energiedichten auf ein dreimal höheres Niveau als bisher verbessern. Mit dieser Technologie lässt sich die Siliziummetall-Elektrode in allen Feststoffbatterien anwenden, für die weitere technologische Innovationen und eine breitere Verwendung geplant sind.

Die Zyklenfestigkeit dieser Siliziummetall-Elektrode will GS Yuasa weiter verbessern, um sie bis etwa 2025 in elektrisch angetriebenen Fahrzeugen einzusetzen.

Technologische Verbesserungen im Überblick:

  1. Höherer Coulomb-Wirkungsgrad und verbesserte Zyklenleistung durch optimale Partikelgröße des Siliziummetalls
    Bei kleiner Partikelgröße ist der Coulomb-Wirkungsgrad niedrig, bei großer Partikelgröße ist die Zyklenleistung aufgrund der Pulverisierung gering. GS Yuasa stellte fest, dass die Anwendung von Siliziummetall bei einer optimalen Partikelgröße diese beiden Parameter verbessert.
  2. Höhere Entladungseigenschaften durch die Kombination verschiedener leitfähiger Additive
    In einer Elektrode wird in der Regel ein einziger Typ an leitfähigen Additiven verwendet. Bei einer Siliziummetall-Elektrode verbesserte sich jedoch die Elektroden-Formbarkeit durch die Verwendung mehrerer leitfähiger Additive. Zudem zeigte sich, dass die verbesserte Leitfähigkeit der Elektrode zu einer besseren Entladeperformance führt.
  3. Bessere Eignung für die Massenproduktion durch Einsatz eines wasserlöslichen Bindemittels
    Bei der Herstellung von Siliziummetall-Elektroden treten manchmal Verfahren auf, die sich nicht für die Massenproduktion eignen, wie die Hochtemperatur-Wärmebehandlung in einer inerten Atmosphäre. Der Einsatz eines wasserlöslichen Bindemittels vereinfachte jedoch das Verfahren. GS Yuasa gelang es, eine Elektrodenstruktur zu finden, die sich sehr gut für die Massenproduktion eignet und zusätzlich eine hohe Bindungsstärke behält.

Quelle: GS Yuasa Battery Germany GmbH


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