Verband setzt auf Wettbewerb statt pauschaler Preisobergrenzen im Lademarkt:

BEÖ fordert transparente Ladetarife

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © www.ecarandbike.com / KI generiert

Der Bundesverband Elektromobilität Österreich (BEÖ) unterstützt das Ziel, Ladepreise für E-Autofahrer:innen transparent und einfach vergleichbar zu machen. Wer öffentlich lädt, soll vor Beginn des Ladevorgangs klar erkennen können, welche Kosten entstehen. Unterschiedliche Tarife sind jedoch nicht automatisch unfair oder Ausdruck eines Marktversagens. „ Transparenz bei Ladepreisen ist wichtig und schafft Vertrauen. Gleichzeitig müssen bei Preisvergleichen unterschiedliche Geschäftsmodelle und Nutzungsformen sauber auseinandergehalten werden. Ad-hoc-Preise, Vertragstarife und B2B-Roamingkonditionen sind nicht dasselbe und können daher nicht unmittelbar miteinander verglichen werden. “, sagt BEÖ-Vorsitzender Andreas Reinhardt.

Europäische Standards

Einen wichtigen Rahmen schafft die europäische Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR). Sie sorgt europaweit für einheitlichere Vorgaben beim öffentlich zugänglichen Laden, stärkt das Ad-hoc-Laden ohne vorherigen Vertragsabschluss und legt Anforderungen an transparente Preisinformationen fest. Aus Sicht des BEÖ sind diese gemeinsamen europäischen Standards ein wichtiger Schritt, um öffentliches Laden noch einfacher und kundenfreundlicher zu machen.

Preisobergrenzen könnten den Ausbau bremsen

Kritisch sieht der BEÖ die Forderung nach pauschalen Preisobergrenzen nach dem Vorbild des Mobilfunk-Roamings. Öffentliche Ladeinfrastruktur ist physische Energieinfrastruktur. Die Kosten unterscheiden sich je nach Ladeleistung, Netzanschluss, Standort, Auslastung und Betrieb erheblich. „ Österreich braucht weiterhin Investitionen in eine flächendeckende Ladeinfrastruktur. Preisobergrenzen könnten dazu führen, dass insbesondere weniger stark ausgelastete Standorte im ländlichen Raum oder in Wohngebieten wirtschaftlich schwieriger zu betreiben sind. Das wäre für die Elektromobilität kontraproduktiv. “, so Reinhardt. Aus Sicht des BEÖ sollte daher zunächst sichergestellt werden, dass bestehende Transparenz- und Wettbewerbsregeln konsequent umgesetzt werden. Gleichzeitig braucht der Markt ausreichend Spielraum für Investitionen und unterschiedliche Geschäftsmodelle.

Ladeverträge schaffen Planbarkeit

Wer die Vorteile eines Ladevertrags nutzt, entscheidet sich bewusst für ein bestimmtes Tarifmodell. Dabei gibt es auch Angebote, bei denen unabhängig davon, ob an einer eigenen Ladestation des Anbieters oder in einem Partnernetz geladen wird, ein einheitlicher Tarif gilt. „ Die Vielfalt an Tarifen bietet Nutzer:innen die Möglichkeit, jenes Modell zu wählen, das am besten zu ihrem Mobilitäts- und Ladeverhalten passt. “, sagt Andreas Reinhardt. „Auch Mobilitätsklubs arbeiten mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Tarifen.“ Die E-Control bietet mit ladetarif.at einen unabhängigen Lade-Tarifkalkulator. Dort können E-Mobilist:innen unterschiedliche Ladeverträge und Ladekarten anhand ihres individuellen Ladeverhaltens vergleichen. Die BEÖ-Mitgliedsunternehmen haben ihre Ladetarife auch auf ihren jeweiligen Websites veröffentlicht. „Ein einziges Tarifmodell kann den unterschiedlichen Anforderungen kaum gerecht werden. Unterschiedliche Angebote schaffen Wahlmöglichkeiten“, so Reinhardt.

Quelle: APA-Comm GmbH

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.

789