Elektro-SUV mit 113-kWh-Akku und bis zu 400 kW Ladeleistung:

Bentley Torcal

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © Bentley Motors

Der Bentley Torcal ist ein vollelektrisches Luxus-SUV, mit dem die britische Marke ihr Angebot um eine neue Antriebsart erweitert. Bentley-Chairman und CEO Dr. Frank-Steffen Walliser stellte das Modell als Weiterentwicklung der Marke vor: Elektroantrieb und neue Technologien sollen mit dem Komfort, den Materialien und der Handwerkskunst bisheriger Bentley-Modelle verbunden werden. Ein konkreter Termin für den Marktstart wird nicht genannt.

  • Der Bentley Torcal feiert in London seine Weltpremiere – als vierte Modellreihe der Marke.
  • Dr. Frank-Steffen Walliser, Chairman and CEO von Bentley Motors, erklärt: „Der Torcal ist ein Bentley durch und durch und entsteht durch die Hände von Menschen, die ihr Handwerk mit Leidenschaft und höchstem Anspruch ausüben. Sie verbinden die besten verfügbaren Materialien und modernste Technologien mit jahrzehntelanger Tradition und schaffen daraus wegweisende Innovationen. Für mich einer der besten Bentleys, den es jemals gab.“
  • Der Torcal wird in Crewe entwickelt und gefertigt. Zusammen mit einem Netzwerk britischer Zulieferer steht er laut Bentley für eine bedeutende Investition in den Produktionsstandort Großbritannien.
  • Bis zu 888 PS und 1.350 Nm Drehmoment: 0–100 km/h in 2,9 Sekunden. Diese Werte gelten für das S-Modell bei aktivierter Launchcontrol.
  • Eine neue Fahrwerkstechnologie soll Fahrkomfort und Aufbaukontrolle verbessern.
  • Die neue Baureihe erweitert das Angebot um einen vollelektrischen Antrieb und ergänzt damit die bestehenden Bentley-Modellreihen mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb.
  • Herstellerangaben zum Laden und zur Reichweite: bis zu 600 km nach WLTP, bis zu 400 kW Ladeleistung, 10–80 % in 16 Minuten und rund 161 km Reichweite in sieben Minuten.
  • Ein von Musikern komponierter Antriebssound ist vom Klang eines Bentley 6¾-Liter-V8 inspiriert.
  • Neue Werkstoffe und Oberflächen erweitern die Materialauswahl im Interieur. Bentley legt dabei nach eigenen Angaben einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit.
  • Zwei Ausführungen: als Basismodell und sportlicheres S-Modell.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick

Die technischen Angaben zeigen, wo Bentley das neue Elektro-SUV positioniert: Eine große nutzbare Batteriekapazität trifft auf hohe Antriebs- und Schnellladeleistungen. Die folgende Übersicht bündelt die Herstellerwerte. Bei den Fahrleistungen unterscheidet Bentley zwischen zwei Varianten; Reichweite, Batterie und Ladeleistung werden dagegen ohne separate Werte für Basis- und S-Modell angegeben. Eine Zuordnung der maximalen WLTP-Reichweite zu einer bestimmten Rad- oder Ausstattungskonfiguration fehlt ebenfalls.

Merkmal Herstellerangabe
Antrieb Zwei Permanentmagnet-Synchronmotoren
Batterie 113 kWh nutzbar, 192 Lithium-Ionen-Pouchzellen
Systemspannung 800 V
WLTP-Reichweite Bis zu 600 km
Maximale Ladeleistung Bis zu 400 kW
Ladezeit 10–80 % 16 Minuten im Kurzüberblick; im Fließtext weniger als 20 Minuten
Nachgeladene Reichweite Rund 161 km in sieben Minuten
Basismodell 821 PS, 1.194 Nm, 0–100 km/h in 3,4 s, 250 km/h
S-Modell 888 PS und 1.350 Nm bei aktivierter Launchcontrol, 0–100 km/h in 2,9 s, 260 km/h
Länge 5 m
Gepäckräume 460 l hinten und 90 l vorn
Welche Unterschiede gibt es zwischen Basisversion und S-Modell?

Für die Einordnung der Spitzenleistung ist die Launchcontrol entscheidend: Bentley nennt die höheren Leistungs- und Drehmomentwerte des Bentley Torcal S ausdrücklich für den aktivierten Beschleunigungsmodus. Eine davon getrennte Leistungsangabe für den regulären Betrieb der S-Version enthält die Vorstellung nicht. Die Basisversion erhält eine eigenständige Leistungsangabe ohne diesen Zusatz.

Auch optisch unterscheiden sich die Ausführungen. Zur Serienausstattung des Grundmodells gehören Zierleisten in Satin Silver, eine einfarbige Ausführung und offenporiges Crown Cut Walnut-Furnier. Beim S kommen schwarze äußere Zierleisten und Spiegelgehäuse, schwarze Heckleuchten, ein Heckdiffusor, Sportschweller sowie zusätzliche Streben am vorderen Stoßfänger hinzu. Rote Bremssättel und S-Embleme auf den Kotflügeln ergänzen die Abgrenzung. Innen erhält die S-Version eigene Farb-, Stepp- und Nahtkombinationen, Sportpedale, Piano Black-Furnier, beleuchtete Einstiegsleisten und eine dynamische Wasserfall-Stimmungsbeleuchtung.

800-Volt-Batterie mit zehn Jahren Garantie

Der Hochvoltspeicher besteht aus in Reihe geschalteten Pouchzellen. Bentley nennt ausdrücklich die nutzbare Kapazität; eine zusätzliche Bruttoangabe enthält die Vorstellung nicht. Für die Batterie gilt eine Garantie von zehn Jahren beziehungsweise 100.000 Meilen. Weitere Bedingungen, etwa eine garantierte verbleibende Kapazität, werden nicht erläutert.

Für die Reichweitenbewertung bleibt wichtig, dass der veröffentlichte Höchstwert ein WLTP-Wert ist. Angaben zum Stromverbrauch, zu getrennten Reichweiten der beiden Varianten oder zu Fahrten bei niedrigen Temperaturen liefert Bentley nicht. Ebenso fehlen nähere Angaben zu Zellchemie und Batterieherkunft. Damit lässt sich aus den bisher genannten Daten noch kein detailliertes Bild von Effizienz und Reichweite unter unterschiedlichen Einsatzbedingungen ableiten.

Wie schnell lädt der Bentley Torcal?

Bei der Ladezeit nennt Bentley zwei unterschiedlich genaue Angaben: Der Kurzüberblick beziffert das Ladefenster auf 16 Minuten, während der ausführliche Text von weniger als 20 Minuten spricht. Beide beziehen sich auf einen Ladezustand von zehn bis 80 Prozent. Die genauere Zeitangabe sollte deshalb zusammen mit dieser abweichenden Formulierung gelesen werden.

Die maximale Ladeleistung ist als Spitzenwert zu verstehen, nicht als für das gesamte Ladefenster zugesicherte Leistung. Eine Ladekurve oder Angaben zu den Bedingungen, unter denen die genannten Zeiten erreicht werden, veröffentlicht Bentley nicht. Auch die für sieben Minuten angegebene zusätzliche Reichweite ist ein Herstellerwert. Zur Ladeleistung an Wechselstrom, zu einer möglichen Batterie-Vorkonditionierung oder zu bidirektionalen Ladefunktionen enthält die Vorstellung keine Informationen.

Zwei Elektromotoren mit unterschiedlicher Differenzialtechnik

Beide Permanentmagnet-Synchronmotoren arbeiten mit Trockensumpfschmierung. Ihre Ölfüllung ist nach Herstellerangaben auf die gesamte Lebensdauer ausgelegt. An der Vorderachse kommt ein offenes Differenzial zum Einsatz. Der hintere Motor ist mit einem Sperrdifferenzial und jeweils einer Lamellenkupplung an jeder Antriebswelle verbunden. Die technische Ausführung unterscheidet sich damit zwischen Vorder- und Hinterachse.

Bei der Festlegung der Beschleunigung hat das Entwicklungsteam laut Bentley bewusst auf noch extremere Werte verzichtet, weil viele Kunden diese als unangenehm empfänden. Das ist eine Aussage zum Entwicklungsziel, kein Ergebnis eines unabhängigen Fahrtests. Wie sich Leistungsentfaltung und Traktion im Alltag anfühlen, lässt sich aus den technischen Eckdaten allein nicht beurteilen. Angaben zu einzelnen Motorleistungen nennt Bentley nicht.

Vollaktives Fahrwerk ersetzt klassische Stabilisatoren

Erstmals setzt Bentley ein vollaktives Fahrwerk ein. Die adaptiven Zweiventil-Dämpfer lassen sich einzeln aktiv anheben oder absenken. Das System reagiert auf die Fahrbahn und auf Fahrereingaben; zugleich erlaubt es unterschiedliche Abstimmungen für die jeweiligen Fahrmodi. Ein stufenlos variables Gegenmoment soll Wankbewegungen reduzieren. Herkömmliche Stabilisatoren sind dafür nach Herstellerdarstellung nicht erforderlich.

Serienmäßig ergänzt eine elektronische Allradlenkung das Fahrwerk. An der Hinterachse sind Lenkwinkel bis zu fünf Grad möglich. Bentley nennt einen Wendekreis von 11,1 Metern. Die Kombination adressiert damit zwei unterschiedliche Anforderungen: Karosseriebewegungen während der Fahrt und den Platzbedarf beim Rangieren. Aussagen des Herstellers über den erreichten Fahrkomfort und die Agilität müssen sich erst in einem Fahrtest überprüfen lassen.

Zwei Bremsanlagen und fünf Raddesigns zur Auswahl

Die Stahlbremsanlage arbeitet mit Scheiben von 420 Millimetern Durchmesser vorn und 370 Millimetern hinten. Alternativ bietet Bentley eine Keramikbremsanlage aus Carbon-Siliziumkarbid an. Bei ihr wachsen die Durchmesser auf 440 Millimeter an der Vorderachse und 410 Millimeter an der Hinterachse. Bremssättel sind in Schwarz, Rot oder Grau erhältlich; das Mulliner-Individualisierungsprogramm ergänzt drei weitere Farben.

Das Grundmodell fährt serienmäßig auf 21-Zoll-Rädern, die S-Version auf 22-Zoll-Rädern mit zehn Doppelspeichen. Insgesamt stehen zum Marktstart fünf Raddesigns in verschiedenen Ausführungen bereit. Zu den drei weiteren optionalen 22-Zoll-Ausführungen gehört eine aerodynamisch ausgelegte Variante. Für beide Durchmesser sind Sommer- und Winterreifen mit jeweils eigenen Profilen und Gummimischungen vorgesehen. Zusätzlich wird ein Ganzjahresreifen im 22-Zoll-Format angeboten.

Fünf Meter Länge und zwei Gepäckräume

Innerhalb des Bentley-Programms ist das Elektro-SUV nach Herstellerangaben der bislang kürzeste Viertürer. Für Gepäck stehen ein hinterer Kofferraum und ein zusätzlicher Stauraum unter der Front zur Verfügung. Eine elektrische Klappfunktion für die dreisitzige Rückbank kommt erstmals in einem Bentley zum Einsatz. Ein Ladevolumen bei umgelegten Rücksitzen wird allerdings nicht genannt.

Auch Angaben zu Zuladung und Anhängelast fehlen. Das ist insbesondere deshalb relevant, weil Bentley Assistenzfunktionen für das Rangieren mit Anhänger ankündigt. Die Vorstellung beschreibt das Fahrzeug sowohl für Langstrecken als auch für Fahrten abseits befestigter Straßen. Konkrete Werte zu Bodenfreiheit, Wattiefe oder Geländewinkeln enthält sie jedoch nicht. Die Aussage zur Nutzung abseits der Straße bleibt damit ohne entsprechende technische Detaildaten.

Assistenzsysteme merken sich Parkmanöver und Ausweichstellen

Für die Umfeldwahrnehmung nutzt das Fahrzeug ein System aus 25 Radar- und Ultraschallsensoren sowie Kameras rund um die Karosserie. Bentley beschreibt unter anderem eine Funktion, die geeignete Ausweichstellen entlang einer schmalen Straße erfasst. Bei Gegenverkehr kann das Fahrzeug automatisch zu einer solchen Stelle zurücksetzen und den Weg freigeben.

Weitere Assistenzfunktionen unterstützen beim Rangieren mit Anhänger, beim Einparken in Garagen und beim Längsparken. Hinzu kommen Fernparken per App und die Möglichkeit, bestimmte Parkmanöver zu erlernen und später abzurufen. Welche Einsatzgrenzen für diese Funktionen gelten, erläutert Bentley nicht näher. Aus der Beschreibung lässt sich daher keine allgemeine Freigabe für fahrerloses Fahren ableiten. Im Mittelpunkt stehen konkret benannte Rangier- und Parkvorgänge.

Elektrische Türen und schaltbares Panoramadach

Alle vier Türen können elektrisch öffnen und schließen. Bentley verbindet die Türsteuerung mit Radarsensorik. Für das Schließen nennt der Hersteller mehrere Auslöser: Das Anlegen des Sicherheitsgurts durch den jeweiligen Insassen oder eine Eingabe am zentralen Touchscreen aktiviert den Vorgang. Die Fahrertür lässt sich zusätzlich durch Betätigen des Bremspedals schließen.

Das Panoramadach trägt die Bezeichnung Frosted Diamond Switchable Sunroof. Seine Gestaltung greift ein satiniertes Rautenmuster auf; die schaltbare Ausführung soll eine Anpassung von Licht und Atmosphäre im Innenraum ermöglichen. Wie fein sich die Funktion abstufen lässt, wird nicht beschrieben. Türen und Dach gehören zu den Komfortfunktionen, die Bentley neben Antrieb und Fahrwerk als Teil des neuen Bedien- und Innenraumkonzepts vorstellt.

Neue Designsprache mit Bezügen zum Continental T

Design Director Robin Page verantwortet die Gestaltung des in Crewe entwickelten SUV. Das Designteam setzt auf einen langen Radstand, kurze Überhänge und eine betonte Front. Die Motorhaube soll durch ihre Gestaltung besonders lang wirken. Konkrete Maße für Radstand, Breite und Höhe nennt Bentley in der Vorstellung nicht.

An der Front verbinden die Designer Bezüge zum Continental T mit neuen Lichttechnologien und einem beleuchteten Kühlergrill im Diamantendesign. Das Heck übernimmt ein Gestaltungsprinzip der Studie EXP 15. Reduzierte Linien und modellierte hintere Flanken prägen die Karosserieflächen. Ein wiederkehrendes Rautenmuster erscheint in Details, Texturen und Oberflächen. Außerdem trägt das Modell als erster Bentley das neu gestaltete Markenemblem, das bereits im Vorjahr vorgestellt wurde.

Physische Bedienelemente bleiben trotz OLED-Displays

Die Armaturentafel orientiert sich weiterhin am Flügelmotiv der Marke. Leder, Wolle und Aluminium erhalten großflächige Einsatzbereiche. Geriffelte Bedienelemente und neu gestaltete runde Lüftungsdüsen ergänzen das Cockpit. An Mittelkonsole und Lenkrad hält Bentley an physischen Bedienelementen für Funktionen fest, die sich ertasten lassen sollen.

Daneben kommen gebogene OLED-Displays zum Einsatz. Ein Head-up-Display mit Augmented Reality projiziert Navigationsanweisungen und Assistenzhinweise in das Sichtfeld des Fahrers und ordnet sie Abbiegepunkten oder Gefahrenstellen zu. Per Gesichtserkennung lassen sich persönliche Einstellungen wie Sitz- und Lenkradposition sowie Präferenzen der Assistenzsysteme aufrufen. Die Funktion Mobile Device Key ermöglicht außerdem die Nutzung eines entsprechend konfigurierten Mobiltelefons als Fahrzeugschlüssel einschließlich der vorgesehenen Zugriffsrechte.

Neue Sitze mit optionaler automatischer Klimatisierung

Die neu entwickelten Seriensitze bieten eine 16-fache elektrische Verstellung, Heizung, Belüftung, anpassbare Seitenwangen und eine Massagefunktion. Damit sind wesentliche Komfortfunktionen bereits in der Grundausstattung enthalten. Die darüber hinaus angebotenen Funktionen Postural Adjust und automatische Sitzklimatisierung bleiben optional.

Postural Adjust verändert die Sitzform kontinuierlich, um die Druckverteilung anzupassen. Heizung und Belüftung regeln bei der automatischen Klimatisierung die gewünschte Temperatur. Mit der Wellness Seat Specification erweitert Bentley die Massagefunktion von der Rückenlehne auf die Sitzfläche. Neben Rücken und Schultern können dadurch auch die Beine einbezogen werden. Medizinische Wirkungsnachweise nennt die Vorstellung nicht; Bentley beschreibt die Ausstattung als Komfortangebot für längere Fahrten.

Vier Modi verändern mehr als Antrieb und Fahrwerk

Die vier vorkonfigurierten Modi beziehen auch Beleuchtung, Klang, Klimatisierung, Luftstrom und digitale Anzeigen ein. Der Bentley-Modus soll Komfort und Fahrerorientierung verbinden. Im Komfort-Modus steht ein ruhigeres Umfeld im Vordergrund. Anzeigen lassen sich dabei bis auf wesentliche Informationen ausblenden, sodass die Bildschirme weniger Aufmerksamkeit beanspruchen.

Der Sport-Modus verstärkt die Klangkulisse und verändert visuelle Akzente sowie das Ansprechverhalten. Refresh setzt dagegen auf mehr Frischluftzirkulation und hellere Beleuchtung. Bentley beschreibt damit nicht nur technische Fahrprogramme, sondern gebündelte Innenraumeinstellungen. Welche Parameter sich zusätzlich einzeln konfigurieren lassen und welche Einstellungen dauerhaft gespeichert werden können, geht aus der Vorstellung nicht hervor. Die angekündigten Wirkungen auf Stimmung und Wohlbefinden sind als Entwicklungsabsicht des Herstellers einzuordnen.

Instrumente statt bloßer Verbrenner-Nachbildung

Für den künstlich erzeugten Antriebsklang nahm das Entwicklungsteam den Rhythmus des Bentley-V8 als Ausgangspunkt. Die Bentley Dynamic Symphony entstand mit realen Instrumenten, darunter Schlagzeug, Bratschen und Bassgitarren. Kleine Variationen der menschlichen Einspielung sollen erhalten bleiben. Der Klang orientiert sich am angeforderten Drehmoment und an der Fahrzeuggeschwindigkeit.

Im Sport-Modus wird die Dynamic Symphony lauter; sie lässt sich auch vollständig abschalten. Weitere Bedienklänge haben ebenfalls aufgenommene Vorbilder: Der Fahrtrichtungsanzeiger basiert auf dem Schlag eines Hammers auf Leder, aufgenommen in einer Bentley-Polsterei. Für Rückmeldungen von Touchscreen und digitalem Assistenten diente ein Kristallglas als Klangquelle. Bentley unterscheidet damit zwischen der akustischen Begleitung des Antriebs und den Signalen einzelner Bedienfunktionen.

Zwei Audiosysteme mit bis zu 28 Lautsprechern

Unabhängig von den Fahrzeug- und Bedienklängen stehen zwei Audiosysteme zur Wahl. Den Einstieg bildet eine Anlage mit 620 Watt und 16 Lautsprechern. Das in Zusammenarbeit mit Naim angebotene System verfügt über 1.780 Watt und 28 Lautsprecher. Zur Ausstattung gehören vordere Kopfstützen-Lautsprecher, kinästhetische Sitz-Shaker und Dolby Atmos 7.1.

Die Sitz-Shaker ergänzen die akustische Wiedergabe um fühlbare Effekte im Sitz. Bentley nennt für die beiden Anlagen Leistungs- und Ausstattungsdaten, veröffentlicht aber keine weiterführenden Angaben zu Messverfahren oder zur Klangabstimmung. Die elektrische Leistungsangabe allein erlaubt deshalb keine Aussage über die Wiedergabequalität. Welches System den eigenen Anforderungen entspricht, lässt sich sinnvoll erst beim Probehören im Fahrzeug beurteilen.

Merinowolle erweitert die Auswahl neben Leder und Dinamica

Gemeinsam mit der Weberei Fox Brothers aus Somerset hat Bentley einen Automobilstoff aus vollständig reiner Merinowolle entwickelt. Nach Herstellerangaben handelt es sich sowohl um den ersten solchen Automobilstoff als auch um das erste Wollgewebe für den Automobilbereich mit Zertifizierung nach dem Responsible Wool Standards. Die Zusammenarbeit sollte die für den Fahrzeugeinsatz erforderliche Strapazierfähigkeit ermöglichen.

Für die Innenraumkonfiguration nennt Bentley fünf Farben in reiner Merinowolle. Daneben stehen 15 Lederfarben und 15 darauf abgestimmte Dinamica-Töne zur Verfügung; Teal, Terra und Glaze ergänzen die Auswahl als neue Nuancen. Die Materialvielfalt eröffnet damit unterschiedliche Innenraumkonzepte. Eine vollständige Umweltbilanz des Fahrzeugs oder einen quantifizierten Vergleich der angebotenen Bezugsmaterialien legt Bentley nicht vor.

Walnussholz-Reststücke und Papier für neue Dekoroberflächen

Das Finish Ombré Walnut by Mulliner besteht aus bis zu 1.000 Schichten nachhaltig gewonnener Walnussholz-Reststücke und recyceltem Papier. Nach dem Verpressen wird das Material auf weniger als einen Millimeter Stärke geschnitten. Vier aufeinander abgestimmte Walnussholztöne erzeugen einen Farbverlauf mit Schwarz- und Rauchgrautönen.

Sunburst Aluminium by Mulliner ergänzt die Auswahl um eine in drei Richtungen gebürstete Metalloberfläche, die auf frühere Aluminium-Armaturentafeln der Marke Bezug nimmt. Insgesamt nennt Bentley sechs Holzfurniere, zwei technische Oberflächen und sechs Piano-Ausführungen. Letztere umfassen Black, Gravity Grey, Linen, Teal, Imperial Blue und Cricket Ball. Preise für das Fahrzeug und die einzelnen Individualisierungsoptionen sowie Informationen zur Bestellbarkeit in Österreich werden nicht genannt.

Quelle: Bentley Motors

Häufig gestellte Fragen

Welche Reichweite und Batteriekapazität hat der Bentley Torcal?

Bentley nennt eine nutzbare Batteriekapazität von 113 kWh und eine WLTP-Reichweite von bis zu 600 km. Separate Reichweitenwerte für Basis- und S-Modell sowie eine Zuordnung zu bestimmten Rad- oder Ausstattungskonfigurationen fehlen.

Wie schnell lädt der Bentley Torcal?

Die maximale Ladeleistung beträgt laut Bentley bis zu 400 kW. Für das Laden von zehn auf 80 Prozent nennt der Hersteller im Kurzüberblick 16 Minuten und im ausführlichen Text weniger als 20 Minuten. Eine Ladekurve und die Bedingungen für diese Werte werden nicht veröffentlicht.

Was unterscheidet den Bentley Torcal S vom Basismodell?

Für das Basismodell nennt Bentley 821 PS, 1.194 Nm Drehmoment und 3,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Das S-Modell erreicht bei aktivierter Launchcontrol 888 PS, 1.350 Nm und 2,9 Sekunden. Hinzu kommen eigene äußere und innere Gestaltungsmerkmale sowie serienmäßige 22-Zoll-Räder statt der 21-Zoll-Räder des Basismodells.

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