Niro EV
Studie Niro EV: Die Benutzerschnittstelle HMI ermöglicht das »Einloggen« via Gesichts- und Spracherkennung. (Bild: Kia)

Kia-Zukunftsstrategie »ACE«:

Autonomes Fahren, Carsharing und Elektromobilitätsoffensive

Kia präsentierte auf der CES in Las Vegas seine Vision Technologien für die Mobilität der Zukunft. Im Mittelpunkt stand die Weltpremiere der Studie Kia Niro EV. Mit der Elektroversion des kompakten Crossovers stellte die Marke zugleich neueste Benutzerschnittstellen und Infotainmentsysteme vor.

„Noch sehen viele Kunden das Auto lediglich als »Fahrzeug«. Dabei kann es viel mehr sein als nur die Summe seiner Teile“, sagte Dr. Woong-chul Yang, Vice Chairman und Leiter des Hyundai-Kia R&D Centers. Moderne Technologien böten vielfältige Möglichkeiten, bisherige Grenzen zu überwinden. „»Boundless for all« heißt daher die Kia-Vision der künftigen Mobilität. Denn als ein Anbieter von Massenmobilität möchten wir jedem Kunden die Chance geben, diese neuen Möglichkeiten zu nutzen.“

Autonomes Fahren, Vernetzung und umweltfreundliche Antriebe sind die drei zentralen Technologiefelder der Kia-Zukunftsstrategie »ACE« (Autonomous, Connected, Eco/Electric), deren Ziele der Hersteller in Las Vegas konkretisierte: Kia will ab 2019 breit angelegte Flottentests für autonome Fahrfunktionen auf öffentlichen Straßen durchführen. Der erste kommerzielle Einsatz dieser Technologien soll 2021 im Rahmen eines »Smart City«-Pilotprojekts erfolgen, bei dem Fahrzeuge des Autonomie-Levels 4 in Städten mit entsprechend intelligenter Infrastruktur verkehren werden. Zudem plant Kia, bis zum Jahr 2025 in allen Segmenten Fahrzeuge mit modernen Konnektivitätstechnologien anzubieten. Bis 2030 soll jedes neue Fahrzeug vernetzt sein. Zugleich setzt der Hersteller den Ausbau seiner alternativ angetriebenen Modellpalette fort. Bis 2025 soll die Anzahl elektrifizierter Fahrzeuge auf insgesamt 16 Modelle erweitert werden, darunter fünf neue Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, fünf neue batteriebetriebene Modelle sowie ein Brennstoffzellenfahrzeug für den Massenmarkt, das 2020 eingeführt wird.

Die Strategie der Marke erstreckt sich auch auf neue Dienstleistungen. So hat Kia auf der CES angekündigt, seinen 2017 in Korea gestarteten Carsharing-Service WiBLE (für Widely Accessible) ab Ende 2018 zunächst in einigen europäischen Märkten anzubieten und dann sukzessive auf weitere Regionen auszuweiten. Die Buchung der Fahrzeuge erfolgt dabei per Smartphone-App. Weitere Details will Kia im Laufe des Jahres bekanntgeben.

Studie Niro EV: Gesichtserkennung und Zwei-Zonen-Sound

Der jüngste Kia-Beitrag zum Thema E-Mobilität ist die Studie Niro EV, die erstmals vorgestellt wurde. Für dynamisches Fahrverhalten sorgt ein Elektroantrieb der nächsten Generation. Der 150 kW starke E-Motor bezieht seine Energie aus einer Lithium-Polymer- Batterie, deren Kapazität von 64 kWh dem Niro EV eine Reichweite von bis zu 383 Kilometern gibt.

Zu den auffälligen äußeren Elementen gehört ein interaktives Displayelement mit moderner Lichttechnologie anstelle des traditionellen Kühlergrills. In der Seitenansicht ist das Konzeptfahrzeug mit Crossover-Silhouette, höhergelegter Karosserie und breiten C-Säulen an das aktuelle Serienmodell angelehnt.

Im Innenraum stehen neue Technologien wie die Benutzerschnittstelle (HMI) im Vordergrund. Über ein ins Lenkrad integriertes Bedienfeld lassen sich das Infotainmentsystem und die Klimaanlage durch Touch-Gesten steuern. Darüber hinaus ermöglicht die Schnittstelle, sich per Gesichts- und Spracherkennung im Fahrzeug »einzuloggen«. Die von Kia und Amazon Web Services (AWS) entwickelte Zugangstechnologie aktiviert nach dem Log-in die für die jeweilige Person gespeicherten Fahrzeugeinstellungen.

Ein Klangerlebnis der besonderen Art soll das Zwei-Zonen-Soundsystem bieten, dessen acht Lautsprecher in die Kopfstützen integriert sind. Es ermöglicht den Insassen vorn und hinten gleichzeitig unterschiedliche Musik oder Podcasts zu hören. Das von Kia selbst entwickelte »Separate Sound Control System« könnte in künftigen Serienmodellen zum Einsatz kommen.

Das Konzeptfahrzeug verfügt über eine weitere Neuerung: ein Active Pedestrian Warning System (APWS) mit Lautsprechern an der Fahrzeugfront. Das System erkennt per Kamera Fußgänger und Radfahrer, die vor dem Niro EV die Fahrbahn kreuzen, und macht sie bei Bedarf durch ein Warnsignal auf das Fahrzeug aufmerksam.

 


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