(Bild: Volkswagen AG)

VWs erstes Konzeptauto kann in Berlin bestaunt werden

Zukunft zum Anfassen

Sedric ist das erste Konzeptfahrzeug des Volkswagen Konzerns, der Prototyp eines autonom fahrenden Autos. Bislang auf internationalen Automobilmessen ausgestellt, kann er bis zum 28. Februar von jedermann bestaunt werden – im Drive. Volkswagen Group Forum in Berlin-Mitte.

Wow, der sieht aber futuristisch aus“, sagt Rafael Martínez (29). Der, das ist Sedric – das erste autonom fahrende Auto des Volkswagen Konzerns. Das Concept Car benötigt keinen Fahrer und kommt per Knopfdruck dorthin, wo es gerade gebraucht wird. „Es ist bestimmt sehr praktisch, sich damit fahren zu lassen. Dann kann man die Zeit dafür nutzen, sich zu entspannen, die Landschaft anzuschauen oder zu arbeiten“, glaubt Rafael Martínez. Er ist einer von vielen, die Sedric derzeit aus nächster Nähe ansehen und sich erklären lassen, wie er funktioniert.

Sedric kommt per Knopfdruck zum Passagier, findet sich allein im Straßenverkehr zurecht und trifft alle Entscheidungen selbstständig. Das Konzeptfahrzeug eignet sich sowohl fürs Carsharing als auch für den Privatgebrauch. Sedric erledigt Aufgaben sogar eigenständig, zum Beispiel kutschiert das smarte Gefährt die Kinder zur Schule und danach die Eltern zur Arbeit. Anschließend holt er Besucher vom Bahnhof ab, sammelt Einkäufe ein und sucht sich einen Parkplatz – alles auf Knopfdruck, per Sprachbefehl oder mit der Mobilitäts-App Volkswagen OneButton. Dieses Auto der Zukunft wird voraussichtlich ab Mitte des nächsten Jahrzehnts am Straßenverkehr teilnehmen.

Wegweisendes Konzeptfahrzeug

Autonom fahrende Autos wie Sedric bieten zahlreiche Vorteile. Sie fahren emissionsfrei und sorgen für weniger Unfälle, weil menschliche Fehler ausgeschlossen sind. Ebenso verbessern sie die Parksituation, denn Sedric und Co. fahren zu einem Sammelplatz, sobald sie nicht mehr gebraucht werden. „Zudem leistet Sedric einen großen gesellschaftlichen Beitrag, indem er auch blinden, älteren und kranken Menschen sowie Kindern individuelle Mobilität bietet“, sagt Johann Jungwirth, Chief Digital Officer des Volkswagen Konzerns. Die Bedienung ist intuitiv und kinderleicht: Sie besteht aus einem Knopf und einem Ring, der mit farbigen Signalen oder über Vibration die Ankunftszeit kommuniziert.

Sedric ist Teil eines integrierten Mobilitätskonzepts für den Straßenverkehr der Zukunft. Das Konzeptfahrzeug symbolisiert den Wandel des Volkswagen Konzerns vom reinen Fahrzeughersteller zum integrierten Anbieter von Hardware, Software und digitalen Mobilitätsservices. Sedric wurde binnen eines Jahres in Zusammenarbeit zwischen dem Future Center Europe in Potsdam und der Volkswagen Konzernforschung in Wolfsburg entwickelt. Eine erfolgreiche Kooperation, die beim Automotive Brand Contest 2017 als „Innovation of the Year“ ausgezeichnet wurde. Schließlich setzt Sedric neue Maßstäbe in den Zukunftsfeldern autonomes Fahren, Elektrifizierung und digitale Vernetzung. Seither wird die Mobilitätsvision konsequent weiterentwickelt. Die jüngste Evolutionsstufe bildet die Grundlage für eine Modellfamilie mit verschiedenen Ausprägungen: Geplant sind Stadtautos, Sportwagen, Reiselimousinen und Lkw. All diese Fahrzeuge sind für Level 5 konzipiert, ein Fahrer ist nicht erforderlich.

High-Tech-Lounge auf Rädern

Auch für sein herausragendes Produkt- und Kommunikationsdesign erhält Sedric viel Lob, etwa vom Rat für Formgebung. „Kraftvolle Karosseriesäulen, ausgeprägte Radhäuser und kurze Überhänge verhelfen Sedric zu einer auffallend soliden Erscheinung, die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlt“, beschreibt Michael Mauer, Leiter Design im Volkswagen Konzern. Das Innere ist ebenfalls aufsehenerregend: Sedric hat weder Motorhaube, noch Lenkrad, Pedale oder Cockpit. Stattdessen verfügt er über einen geräumigen Innenraum mit Korkboden und Birkenledersitzen. Eine mobile Lounge für vier bis sechs Personen, mit ausreichend Platz für Taschen und Koffer – und mit einem frischen Raumklima. Dafür sorgen Bambuskohle-Luftfilter und luftreinigende Pflanzen vor der Heckscheibe.

Die Frontscheibe ist ein transparenter, hochauflösender OLED-Bildschirm, auf dem Filme abgespielt, Videotelefonate geführt oder Navigationskarten aufgerufen werden können. Die im Sedric verbaute Technik stammt aus dem Modularen Elektrobaukasten (MEB), mit dem der Volkswagen Konzern in den nächsten Jahren mehr als 30 Elektroauto-Modelle bauen wird. „Die Erfahrungen und die Technologiekompetenz, die wir im Rahmen der Weiterentwicklung von Sedric gewinnen, kommen allen Marken und damit auch ihren Kunden zugute“, sagt Ulrich Eichhorn, Leiter Forschung und Entwicklung im Volkswagen Konzern.

Die Zukunft hat begonnen

Der Akku ist im Wagenboden verbaut und hat eine Reichweite von 400 Kilometern. Der Elektromotor an der Hinterachse verfügt über 100 Kilowatt. Klimaanlage und elektronische Intelligenz des Self-Driving-Systems sind in den Überhängen vorne und hinten untergebracht. Im Inneren gibt es lediglich drei Knöpfe: „Go“, „Stop“ und „Call“. Wer letzteren drückt, wird mit einer Mobilitätszentrale verbunden, in der sich Volkswagen-Mitarbeiter um die Anliegen der Insassen kümmern. Insassen wie zum Beispiel Rafael Martínez. „Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, Sedric zu nutzen. Das ist definitiv die Zukunft der Mobilität“, prognostiziert der Besucher der Ausstellung im DRIVE. Volkswagen Group Forum.
Quelle: Volkswagen AG


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