Manfred Schrödl bevorzugt das Elektroauto. (Bild: Fotolia)

Manfred Schrödl von der TU Wien:

„Wasserstoff ist nicht die richtige Lösung“

Der Wasserstoff als Treibstoff im Straßenverkehr schaffte es bereits bis in den Nationalratswahlkampf. Manfred Schrödl von der Technischen Universität Wien hat nun untersucht, ob es, gemessen an Energieeffizienz und Umweltbilanz, sinnvoller ist, auf Wasserstoff- oder Elektroautos zu setzen. Das Urteil des Vorstandes des Instituts für Energiesysteme und Elektrische Antriebe: Die Energiewende werde mit Wasserstoffautos nicht gelingen. Schrödls Berechnungen zufolge brauche ein Wasserstoffauto 2,4 mal so viel Energie wie ein Elektroauto.

Ein batterieelektrisches Auto benötige auf 100 Kilometern rund 22 Kilowattstunden (kWh), Energieverluste durch Zwischenspeicherung der (aus erneuerbaren Quellen gewonnenen) Energie und durch Laden bereits eingerechnet. Ein mit Wasserstoff betriebenes Auto verbrauche auf der selben Distanz jedoch 33-39 kWh. Rechne man dabei noch Erzeugung, Komprimierung und Transport ein, komme man im Idealfall auf 52 kWh. Faktisch liege der Verbrauch derzeit jedoch bei 62 kWh, weil Wasserstoff bislang fast ausschließlich aus Erdgas gewonnen wird. Zudem entstehe bei diesem Prozess CO2.

Ein weiterer zu beachtender Aspekt ist nach Meinung Schrödls der Anteil an elektrischer Energie, den der Wasserstoffantrieb einnehmen würde. Würde, wie angestrebt, ein Drittel des karbonisierten Verkehrs durch H-Autos ersetzt, brauche man dafür 22 Terawattstunden (TWh) erneuerbare Energie mehr. Bei E-Autos seien laut Schrödl nur 9 TWh notwendig.

Schrödls Fazit lautet daher: „Für die Mobilität ist Wasserstoff nicht die richtige Lösung.“

Quelle: Der Standard


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