Der Seat Mii erhielt beim Crashtest drei Sterne. Ergo erreichten auch die baugleichen Skoda Citigo und VW e-up dieses Ergebnis. (Bild: ÖAMTC)

ÖAMTC-Crashtest:

Vier Elektroautos mit durchschnittlichem Ergebnis

Im letzten Crashtest 2019 haben der ÖAMTC und seine Partner neun Fahrzeuge überprüft. Die vier Elektroautos, die daran beteiligt waren, schnitten durchschnittlich ab. „Die baugleichen Seat Mii, VW e-up und Skoda Citigo sowie der Aiways U5 müssen sich mit drei Sternen begnügen“, berichtet Max Lang, NCAP-Experte des Mobilitätsclubs. Die übrigen getesteten Modelle erhielten die Bestbewertung von fünf Sternen.

Kleine E-Autos aus VW-Konzern mit mittelmäßigen Ergebnissen

An der Sicherheit für Erwachsene gibt es beim baugleichen Elektro-Trio Seat Mii, Skoda Citigo und VW e-up nicht viel zu bemängeln. Dass sie die Ergebnisse der mit fünf Sternen bewerteten anderen PKW in diesem Kriterium nicht erreichen, liegt vor allem am Fehlen eines automatischen Notbremssystems – ein solches würde helfen, Kollisionen zu verhindern. Ähnliches gilt für die Kindersicherheit, bei der allerdings noch Schwächen beim Seitenaufprall hinzukommen. Die Folge: Stark erhöhte Belastungen beim Dummy, der ein zehn Jahre altes Kind simuliert. „Für die drei Sterne in der Gesamtwertung ist letztlich aber vor allem der schwache Fußgänger- und Radfahrerschutz verantwortlich. Einerseits sind weite Teile der Frontpartie und A-Säulen so gestaltet, dass ein Zusammenstoß tödlich enden kann. Andererseits macht sich auch in diesem Kriterium das Fehlen von Assistenzsystemen bemerkbar“, fasst Lang zusammen.

Der mit drei Sternen bewertete Aiways U5 ist ein Elektro-SUV aus China. Im ÖAMTC-Crashtest zeigten sich in allen Bereichen Schwächen, die zum mittelmäßigen Ergebnis beitragen. Lang nennt zwei Beispiele: „Der Aiways U5 ist zwar mit diversen Fahrerassistenten ausgestattet, die teilweise jedoch nicht perfekt funktionieren. Das reduziert – ebenso wie die ungünstig konstruierte Frontpartie – den Fußgänger- und Radfahrerschutz deutlich. Außerdem wurde im Pole-Test eine Gefahr von tödlichen Kopfverletzungen für Erwachsene festgestellt.“

ÖAMTC-Crashtest 2019: 58 Fahrzeuge im Dienste der Sicherheit geschrottet

Von insgesamt 58 Modellen, die der ÖAMTC und seine Partner 2019 durch den Crashtest geschickt haben, haben 40 die Fünf-Sterne Wertung erreicht. Hinzu kommen vier Autos, die es mit einem gegen Aufpreis erhältlichen Sicherheitspaket ebenfalls auf fünf Sterne geschafft haben. Von den E-Autos haben etwa die beiden Teslas Model 3 und X, der Porsche Taycan und der Audi e-tron die beste Bewertung erhalten. Nicht über drei Sterne hinaus kamen heuer fünf Modelle.

Insgesamt zeigt sich NCAP-Experte Max Lang mit den Ergebnissen zufrieden: „Rund 60 Prozent aller Testkandidaten haben die Bestnote erreicht – hier haben die Hersteller ihre Hausaufgaben tatsächlich gemacht. Erfreulich ist vor allem die Entwicklung von Fußgänger- und Radfahrerschutz sowie die immer bessere Ausstattung mit Fahrerassistenten. Gleichzeitig ist zu kritisieren, dass in manchen Fällen immer noch ein Aufpreis für Sicherheitspakete zu zahlen ist. Im Übrigen hat sich im Testjahr 2019 einmal mehr gezeigt, wie wichtig Assistenzsysteme zur Vermeidung von Unfällen oder zur Minderung der Unfallfolgen beitragen können. Der ÖAMTC wird sich weiter für die verpflichtende Ausstattung mit allen sinnvollen Systemen stark machen.“

Für 2020 gibt es übrigens die eine oder andere Verschärfung bei den Crashtests. So wird die Geschwindigkeit beim Seitencrash von 50 auf 60 km/h erhöht, außerdem wird der »Rammbock«, der für diesen Test verwendet wird, um 100 kg schwerer.

www.oeamtc.at


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