Škoda Enyaq iV:

Spitze beim Luftwiderstandsbeiwert

von Moritz Hell

SUV gelten nicht unbedingt als die windschnittigsten Fahrzeuge. Umso überraschender ist es, dass Škoda ein Modell auf den Markt zu bringen gedenkt, das diesem Aspekt eine höhere Aufmerksamkeit schenkt.

Beim Luftwiderstands(bei)wert, kurz cw, gilt: Je niedriger, desto windschlüpfriger, also desto weniger Luftwiderstand. Das bringt eine Energieersparnis, die je nach Fahrzeuggebrauch mal geringer, mal größer ausfallen kann. Wesentlich beeinflusst wird der cw-Wert von der Bauform des Autos. Bei Elektroautos bringt ein niedriger cw-Wert einen weiteren entscheidenden Vorteil – eine höhere Reichweite. (Darum ist es, nebenbei bemerkt, grundsätzlich ratsam, E-Autos möglichst windschnittig zu gestalten.)

Beim Škoda Enyaq iV macht sich die Aerodynamik bezahlt. Nach derzeitigem Stand liegt seine maximale Reichweite bei mehr als 520 Kilometern. Dank seiner strömungsgünstigen Karosserie erreicht das erste rein batterieelektrische Škoda-Modell auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) aus dem Volkswagen-Konzern einen hervorragenden Luftwiderstandsbeiwert ab cw 0,257. Zum Vergleich: Der ID.3 aus dem Mutterkonzern hat einen cw-Wert von 0,267, Teslas Model 3 einen von 0,23. Der Kia e-Soul liegt bei 0,33. Der (oder das) Lightyear One, der das windschnittigste E-Auto der Welt werden soll, hat einen cw-Wert von 0,20.

Den für ein SUV wirklich guten Wert ermöglichen neben einer in vielen Bereichen aerodynamisch optimierten Karosserie clevere Details: spezielle Aero-Räder, ein aktives Luftleitmanagement im zentralen vorderen Lufteinlass und besonders geformte Außenspiegel, die nicht im Fensterdreieck der A-Säule, sondern auf den vorderen Türen platziert sind.

Aktives Luftleitmanagement steuert Kühlluftzufuhr bedarfsgerecht

An der Front des Enyaq iV befindet sich ein einstellbares Kühl-Rollo im zentralen Lufteinlass. Abhängig vom Kühlluftbedarf des Elektroantriebs, der Lithium-Ionen-Batterie und der Klimaanlage öffnet die Fahrzeugelektronik das Kühl-Rollo stets nur so weit wie nötig. Ist dieses Rollo komplett geschlossen, wirkt sich das auch auf die Aerodynamik des Enyaq iV besonders günstig aus und die Reichweite steigt um bis zu sieben Kilometer. Die aerodynamisch optimierte Form des Frontspoilers leitet die Luft gezielt unter das Fahrzeug. Dort wird sie am verkleideten Unterboden entlanggeführt, während die Air Curtains im vorderen Stoßfänger die Luft an den Radhäusern entlang in Richtung des Fahrzeughecks leiten. Da allein die Räder rund 25 Prozent des Luftwiderstands erzeugen, sind für den Enyaq iV aerodynamisch optimierte Leichtmetallräder erhältlich.

Außenspiegel, Dachspoiler und Heckdiffusor reduzieren Luftströme hinter dem Fahrzeug

Zu einem niedrigen Luftwiderstandsbeiwert trägt außerdem die Reduzierung von Turbulenzen hinter dem Fahrzeug bei. Das lang gezogene Dachprofil und der Dachspoiler mit integrierten seitlichen Finlets erhöhen den Abtrieb des Fahrzeugs und sorgen zusammen mit seitlichen Abrisskanten am Heckstoßfänger für eine saubere Umströmung der Karosserie. Der glatte Unterboden vermindert Turbulenzen und glättet den Luftstrom unter dem Fahrzeug. Darüber hinaus balanciert der Heckdiffusor mit einer integrierten Spoilerlippe im Zusammenspiel mit dem Dachspoiler die Luftverwirbelungen hinter dem Enyaq iV aus. Die Umströmungen rund um das Fahrzeug dämmen auch die aerodynamisch optimierten Außenspiegel, deren Form neben dem Luftwiderstand auch die Windgeräusche senkt und die Luft gezielt Richtung Heck leitet. Um diesen Effekt zu unterstützen, befinden sich die Rückspiegel an den vorderen Türen und nicht im Fensterdreieck der A-Säule, wodurch diese jetzt umströmt wird.

Der Enyaq iV rollt im Škoda-Stammwerk Mladá Boleslav vom Band und wird damit als einziges MEB-Modell in Europa außerhalb Deutschlands produziert.

www.skoda.at

Ähnliche Artikel

Hinterlassen Sie einen Kommentar

* Zur Speicherung Ihres Namens und Ihrer E-Mailadresse klicken Sie bitte oben. Durch Absenden Ihres Kommentars stimmen Sie der möglichen Veröffentlichung zu.

1 Kommentar

Gordon 2. August 2022 - 13:49

Blöd bloß, das die riesige Stirnfläche der SUV-Bauform den Guten cw wieder zunichte macht…
Allein der Vergleich mit dem Model 3 oder Lightyear One ist schon eine Frechheit.

Antworten
789