Nach 12-järiger Planungszeit konnte wieder ein Windrad in Kärnten errichtet werden. Das neue Windrad glänzt sowohl durch saubere Stromproduktion als auch durch seine künstlerische Gestaltung. (Bild: AEE Naturstrom)

Zweites Windrad in Kärnten benötigte zur Umsetzung 12 Jahre

Skurril

Nach 12-jähriger Planungszeit konnte wieder ein Windrad in Kärnten errichtet werden. Bei der Eröffnung am Plöckenpass wurde nicht nur die Windenergienutzung, sondern auch die Steigerung der Kärntner Windkraftleistung um 160 Prozent gefeiert. Das neue Windrad glänzt sowohl durch saubere Stromproduktion als auch durch seine künstlerische Gestaltung.

„Ich gratulierte Wilfried Klauss für seine Hartnäckigkeit, wodurch in Kärnten endlich ein zweites Windrad errichtet werden konnte. Nach wie vor blockieren die Rahmenbedingungen in Kärnten die Windkraftnutzung“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft, und fordert einmal mehr zeitgemäße Regelungen, damit zumindest die bescheidenen Ziele der Kärntner Politik wirklich umgesetzt werden können.

Windrad Kärnten

Zwölf Jahre mussten ins Land gehen, damit das zweite Windrad in Kärnten in Betrieb gehen konnte.

Seit 1997 dreht sich ein Windrad in Kärnten. Heuer, 20 Jahre später, wurde mit der Eröffnung des zweiten Windrads die Anlagenzahl in Kärnten verdoppelt und die Windkraftleistung um 0,8 MW gesteigert. In Summe erzeugen die zwei Windräder mit einer Gesamtleistung von 1,3 MW Strom für rund 700 Haushalte. „Mit einem Edelweiß und einem Bild eines österreichischen Kletterers bemalt, passt es hervorragend in die Wanderregion der Kärntner Dolomiten“, bemerkt Wilfried Klauss, Geschäftsführer des Familienunternehmens AAE Naturstrom und derzeit einziger Windkraftbetreiber des Bundeslands, und ergänzt: „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, in Kärnten endlich ein zweites Windrad zu errichten. So sehr ich mich über diesen Erfolg freue, umso enttäuschender ist die Windkraftsituation in Kärnten in Summe. In derselben Zeit, in der ich in Kärnten ein einziges Windrad errichten konnte, wurden in anderen Bundesländern 700 Windräder mit einer Leistung von 2.000 MW errichtet und weitere 300 Windräder zusätzlich genehmigt.“

50 Windräder im Windmasterplan – die Umsetzung ist unwahrscheinlich
Kärnten hat in seinem Energiemasterplan festgelegt, bis 2025 energieunabhängig und frei von fossilen und atomaren Energieträgern zu werden. Im Bereich Windenergie wurden für diesen Zeitraum 50 Windräder mit einer Stromproduktion von 250 GWh festgeschrieben. „Allein das Festschreiben von Zielen hilft allerdings wenig, wenn in der Umsetzung auf diese Ziele vergessen wird“, erklärt Moidl und verweist einmal mehr auf die windkraftfeindliche Sichtbarkeitsverordnung in Kärnten, die den Ausbau der Windkraft enorm behindert. Diese ist weltweit einzigartig und das Resultat spricht für sich. „Wenn man für die Umsetzung jedes Windrads in Kärnten 12 Jahre benötigt, dann erreicht man erst in 600 Jahren das gesteckte Ziel“, bemerkt Moidl und weiter: „Mit den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen in Kärnten sind selbst kleine Ziele von 50 Windrädern nicht zu schaffen.“

Eckdaten: Windkraft in Kärnten
1997: 1. Windrad: 0,5 MW Leistung liefert Strom für 150-200 Haushalte
2017: 2. Windrad: 0,8 MW Leistung liefert Strom für 350-500 Haushalte


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