Bild: Volkswagen AG

Die raue Umgebung des Bergrennens erleben

Mythos Pikes Peak

Gespannt schauen Motorsport-Fans aus aller Welt nach Colorado: Beim legendären Bergrennen auf dem Pikes Peak (International Hill Climb, Sonntag, 24. Juni 2018) strebt Volkswagen mit einem Elektro-Fahrzeug eine neue Bestzeit an. Auf der anspruchsvollen Strecke mit 156 Kurven geht es von 2.862 Meter hinauf zum Ziel auf rund 4.300 Meter. Von der Schönheit der Natur, die die Berglandschaft in vielen Facetten zu bieten hat, werden die Rekordjäger nicht viel mitbekommen. Grund genug, den Pikes Peak Highway vorab mal in aller Ruhe abzufahren und einen Blick auf Flora, Fauna sowie die speziellen klimatischen Verhältnisse zu werfen.

Für alle, die noch nie in Colorado waren, sei erwähnt: Hier scheint fast immer die Sonne. Über 300 Tage im Jahr gutes Wetter – logisch, dass sich das wahre Leben unter freiem Himmel abspielt. Die Pulverschnee-Paradiese der Rocky Mountains (z.B. Aspen) sind ebenso angesagt wie die Mountainbike-Strecken, traumhaften Wanderwege und Wildwasser-Fahrten in der Region Pikes Peak. Ach ja – eine Attraktion des Bergmassivs, die höchstgelegene Zahnradbahn der Welt (Pikes Peak Cog Railway), fällt in dieser Saison leider aus.

Wie dem auch sei: uns interessiert die Straße zum Gipfel mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Knapp 20 Kilometer ist sie lang und wer sie mit dem Auto bezwingen will, der muss in der Hauptsaison eine Gebühr von 15 Dollar pro Person entrichten. Die Ranger reichen einem eine detaillierte Karte, dann geht es zunächst durch Laub- und Tannenwälder Richtung Crystal Creek Reservoir. Hirsche und Rehe leben rund um den Stausee ebenso wie Biber oder auch Schwarzbären. Letztere sieht man eher selten, wobei erst vergangenes Jahr einer für Schlagzeilen sorgte: Während einer offiziellen Jogging-Veranstaltung kreuzte er die Strecke und schockte ein paar Läufer.

Wir nähern uns einem beliebten Fotostopp am Stausee: Fast magisch spiegelt sich der oft schneebedeckte Pikes Peak hier im klaren Wasser. Nach etwa sieben Meilen passieren wir die Startlinie der berühmten Rennstrecke. Genau hier wird für den Volkswagen Elektro-Prototyp und Romain Dumas in wenigen Tagen – auf der dann abgesperrten Straße – der Rekordversuch beginnen.

Kurz darauf, hinter dem Schild »Mile Marker 10«, gelangen wir bereits in die sogenannte subalpine Zone. Das raue Klima und die geringen Niederschläge machen den Fichten und Kiefern offensichtlich zu schaffen. Am Rastplatz Glen Cove, am berühmten Holzhaus mit grünem Dach, vertreten wir uns die Beine. Hier werden Reisende schon seit 1886 versorgt. Viel trinken ist in der Höhe äußerst wichtig, denn wir befinden uns schon auf fast 3.500 Meter. Ein paar Eichhörnchen springen munter umher, irgendwo hämmert ein Specht beharrlich gegen eine Baumrinde. Dann schlängeln wir uns entlang des gelben Mittelstreifens weiter nach oben. Je höher wir kommen, umso gnadenloser formt der permanente Wind die letzten Nadelbäume: Sämtliche Äste wachsen in die gleiche Richtung.

Hinter »Mile Marker 13« beginnt die alpine Zone – hier wachsen Gräser und Moose, mehr nicht. Dafür hat die Tierwelt einiges zu bieten: Das Rocky Mountain Bighorn Sheep ist eine Art amerikanische Antwort auf den Steinbock. Mit einem guten Zoomobjektiv stehen die Chancen gut, dass man die scheuen Kletterspezialisten mit ihren markanten, rundlichen Hörnern auf Felsvorsprüngen erwischt. Wir nehmen Kurve um Kurve und malen uns aus, wie die Teilnehmer des »Race to the Clouds« hier am Limit driften.

Es ist nun nicht mehr weit bis zu einem Punkt namens »Devil’s Playground«. Die Bezeichnung kommt nicht von ungefähr: Bei schweren Unwettern springen die Blitze hier angeblich von einem Fels zum nächsten. Eine Erfahrung, auf die wir gerne verzichten. Heute strahlt die Sonne, aber auf 3.850 Metern hat sich die Luft doch spürbar abgekühlt. Von 25 Grad an der Einfahrt sind nur noch 16 Grad übrig geblieben. Ganz oben, im Ziel auf dem Gipfel, werden es nur noch wenige Grad über Null sein. Ohne Daunenjacke im Auto braucht man gar nicht erst aufzubrechen.

Es sind nun nur noch wenige Kehren bis zum Gipfel, und über eines haben wir noch kein Wort verloren: die unglaubliche Aussicht, die sich von hier oben bietet. Immer wieder möchte man anhalten und den Moment mit einem Foto verewigen. An der letzten Kurve vor unserem Ziel stoppen wir wieder: Unter uns windet sich die Straße den Berg hinauf, vor uns eröffnet sich ein gigantisches Panorama – gefühlt sind wir mit den Köpfen in den weißen Wolken über uns.

Wir parken an der Ziellinie des Rennens und laufen hinüber zum Gipfelstein. »Summit, Pikes Peak, 14,115 ft« steht da. Die Strecke, für die wir uns zwei Stunden Zeit genommen haben, will Volkswagen Pilot Romain Dumas am 24. Juni in unter neun Minuten schaffen. Mit einem rein elektrisch angetriebenen Rennfahrzeug, dem Volkswagen I.D. R Pikes Peak. Wir drücken die Daumen, dass er es schafft. Vielleicht bleibt nach der Jagd auf die Bestzeit ja noch Gelegenheit für den Franzosen, die faszinierende Schönheit der Natur am Pikes Peak zu bewundern?

Quelle: Volkswagen AG


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