Der umsatzstärkste Unternehmensbereich war mit 47 Milliarden Euro Mobility Solutions. Bosch verkaufte 52 Millionen internetfähige Produkte im Geschäftsjahr 2018, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. In Forschung und Entwicklung waren weltweit 69 500 Mitarbeiter tätig, 5 200 mehr als im Jahr zuvor. Bosch beschäftigte zum 31.12.2018 weltweit rund 410 000 Mitarbeiter, ein Zuwachs von 7 800 Mitarbeitern. (Grafik: Bosch)

Bosch freut sich über hohen Umsatz:

Investition in Automatisierung, Elektrifizierung und KI

Die Bosch-Gruppe freut sich über ein ähnlich gutes Ergebnis wie 2017: Trotz schwierigen konjunkturellen Umfelds und schwacher Märkte liegen Umsatz und Ergebnis 2018 auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen erwirtschaftete 2018 nach vorläufigen Zahlen einen operativen Umsatz von 77,9 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte in Höhe von 2,1 Milliarden Euro belasten den Umsatzausweis deutlich. Wechselkursbereinigt stiegen die Erlöse um 4,3 Prozent. „Im konjunkturell rauen Umfeld hat sich Bosch 2018 gut behauptet. Umsatz und Ergebnis liegen erneut auf Rekordniveau“, erklärte Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, anlässlich der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen. „Als Innovationsführer gestalten wir den Wandel in unseren Märkten – technisch wie geschäftlich. Unser strategischer Fokus auf Vernetzung zahlt sich aus“, so Denner weiter. Insgesamt 52 Millionen internetfähige Produkte hat Bosch 2018 verkauft, 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2018 liegt das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (operatives EBIT) bei rund 5,3 Milliarden Euro. Damit ergibt sich eine operative EBIT-Rendite von voraussichtlich 6,9 Prozent vom Umsatz. „Bosch will sich 2019 in absehbar schwierigem Umfeld besser entwickeln als die relevanten Märkte und das hohe Ergebnisniveau absichern“, sagte Prof. Dr. Stefan Asenkerschbaumer, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und für Finanzen verantwortlich. „Wir wollen unsere Wettbewerbsfähigkeit in allen Bereichen weiter steigern, um so den Ausbau unserer Technologieführerschaft und damit unsere Zukunft zu finanzieren.“

Automatisierung I: Vorleistungen von vier Milliarden Euro

Ein Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit ist das automatisierte Fahren. Auf dem Weg zur unfallfreien Mobilität verfolgt Bosch zwei Entwicklungspfade: Fahrerassistenzsysteme werden das teilautomatisierte Fahren für Privatfahrzeuge ermöglichen (Autonomiestufen 2 und 3). Bosch ist in diesem Bereich technisch und im Markt führend. Bereits in diesem Jahr wird das Unternehmen zwei Milliarden Euro Umsatz mit Systemen für Fahrerassistenz erzielen. Der zweite Entwicklungspfad führt zum fahrerlosen Fahren ab Anfang der kommenden Dekade (Autonomiestufen 4 und 5). „Das fahrerlose Fahren wird zum Game Changer für die individuelle Mobilität. Es wird disruptive Geschäftsmodelle wie Robotaxis und Shuttle-Mobilität ermöglichen“, sagte Denner. Aufgrund der technischen Komplexität sieht der Bosch-Chef in der Automatisierung einen künftigen Investitionsschwerpunkt: „Allein bis 2022 rechnen wir mit Vorleistungen in Höhe von vier Milliarden Euro.“ Rund 4 000 Entwickler arbeiten bei Bosch am automatisierten Fahren.

Automatisierung II: Umfangreiches Ecosystem für Mobilitätsdienste

Die Marktpotenziale des automatisierten Fahrens sind riesig. Laut International Transport Forum wird der Personenverkehr bis 2030 um 50 Prozent gegenüber 2015 wachsen. Für die nächsten zehn Jahre erwarten Analysten daher beim automatisierten Fahren ein Marktvolumen für Hard- und Software von rund 60 Milliarden US-Dollar. Bereits 2025 sollen weltweit 2,5 Millionen überwiegend fahrerlose On-Demand-Shuttlebusse unterwegs sein, prognostiziert etwa die Roland-Berger-Studie. Der Umsatz mit Sharing-Mobilität soll bis 2035 auf fast 160 Milliarden US-Dollar steigen. Bosch wird für diese Form der Mobilität sowohl Technik als auch Services anbieten. Das Bosch Ecosystem für Mobilitätsdienste beinhaltet bereits heute Services für Buchung, Bezahlung, Parken, Laden, Verwaltung, Wartung und Infotainment. Zu diesen Services gehört auch Convenience Charging, eine vernetzte Navigations- und Ladelösung für Elektrofahrzeuge. Erster Serienkunde ist der deutsche Elektrofahrzeughersteller Sono Motors. „Mit unseren vernetzten Lösungen machen wir Elektromobilität alltagstauglich“, sagte Denner.

Elektrifizierung I: Marktführerschaft im Massenmarkt

2018 hat Bosch 30 Elektromobilitätsprojekte im Volumen von mehreren Milliarden Euro akquiriert. Bis 2025 will das Unternehmen den Umsatz im Bereich der Elektromobilität auf fünf Milliarden Euro verzehnfachen. „Wir wollen Marktführer im Massenmarkt für Elektromobilität werden“, erklärte Denner. Kein Unternehmen ist in der Elektromobilität so breit aufgestellt wie Bosch. Vom Fahrrad bis zum Lkw elektrifiziert Bosch alles. Beispielsweise sind bereits heute mehr als eine Million Fahrzeuge weltweit mit Elektro- oder Hybridkomponenten von Bosch unterwegs. Denner weiter: „Künftig gilt: Kein Elektroauto ohne Bosch.” Das gilt insbesondere für den weltweit größten Elektromobilitäts-Markt China. Dort ist das Unternehmen im Pkw-Bereich bereits Marktführer. Mit dem chinesischen Elektroautounternehmen Nio hat Bosch kürzlich eine strategische Kooperation für das automatisierte und elektrische Fahren vereinbart. In China beginnt 2019 zudem die Serienfertigung der eAchse, einem besonders kompakten Antrieb für Elektroautos. Vor wenigen Wochen startete die Großserienproduktion einer neuartigen 48-Volt-Batterie. Schon 2030 werden weltweit 20 Prozent der Neufahrzeuge mit einem 48-Volt-System teilelektrifiziert sein. Mit der vollständigen Übernahme der EM-motive GmbH stärkt Bosch zudem seine Position im global stark wachsenden Markt für Elektromotoren.

Elektrifizierung II: Warentransport unter Strom

Der weltweite Warentransport wird sich bis 2030 fast verdoppeln. „Wir wollen einen Lastverkehr, der weder für das Klima noch für die Luftqualität eine Last ist. Schlüssel ist auch hier die Elektrifizierung“, sagte Denner. Bereits 2030 soll jedes vierte neue Nutzfahrzeug zumindest teilelektrisch angetrieben sein, in China nahezu jedes dritte. Davon wird auch Bosch profitieren. Zum Produktportfolio des Unternehmens für emissionsfreien Warenverkehr gehören 36-Volt-Antriebe für Cargo-Bikes, E-Antriebe für leichte Nutzfahrzeuge wie den Streetscooter, eAchsen für leichte und schwere Transporter, elektrifizierte Achsen für Lkw-Sattelanhänger sowie künftig Brennstoffzellenantriebe für 40-Tonner. „Ob teilelektrisch, vollelektrisch, batterieelektrisch oder Brennstoffzelle – wir sind bereit für den Markt“, betonte der Bosch-Chef.

Künstliche Intelligenz I: Kernkompetenz für Bosch

Eine zentrale Kernkompetenz der Zukunft sieht Denner in der industriellen Anwendung künstlicher Intelligenz (KI): „Bis Mitte der kommenden Dekade sollen alle Produkte von Bosch über KI verfügen, mit ihr entwickelt oder produziert worden sein. Zwar dominieren amerikanische und chinesische Unternehmen bei KI für die Konsumindustrie“, so der Bosch-Chef. „Aber ohne Domänenwissen zu Verkehr, Industrie oder Gebäude bleibt ihr Potenzial hinter dem der industriellen KI zurück.“ Für Bosch sieht Denner anspruchsvolle Ziele: „Wir wollen als Innovationsführer KI selbst beherrschen und zur Weltspitze gehören.“ Dazu plant Bosch, bis 2021 die Anzahl der 1 000 KI-Experten im Unternehmen auf 4 000 zu vervierfachen.

Künstliche Intelligenz II: Erfolge im Weltraum und im Straßenverkehr

An nahezu 150 Projekten arbeiten die Mitarbeiter des Bosch Center for Artificial Intelligence. Ein Beispiel ist das Sensorsystem SoundSee. „Der Algorithmus von SoundSee verwendet maschinelles Lernen, um zu hören, was defekt ist“, erklärte Denner. Es soll Maschinenausfälle präzise vorhersagen und so Wartungskosten reduzieren sowie Produktivität steigern. Schon Mitte des Jahres wird es in der Internationalen Raumstation ISS zum Einsatz kommen. Kommerzielle Anwendungen sieht Bosch in Industrie, Gebäude und Fahrzeugbau. Ein weiteres Beispiel für die Fortschritte im Bereich KI ist eine Multifunktionskamera für das automatisierte Fahren, die Bildverarbeitungsalgorithmen mit Methoden der KI verbindet. Das Ergebnis: Eine intelligente Kamera fürs Auto, die beispielsweise Fußgänger sehen und gleichzeitig ihr Verhalten erkennen sowie vorhersehen kann.

www.bosch.at


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