Bei der Entwicklung von H15 »Vera«, das einen Wert von circa 300.000 Euro ohne die Entwicklungskosten hat, spielte die numerische Simulation eine tragende Rolle. (Bild: Cadfem GmbH)

120 Teams aus der ganzen Welt messen sich bei Wettbewerb

Formula Student am Hockenheimring

Am Hockenheimring messen sich vom 5. bis 11. August rund 120 Teams in unterschiedlichen Disziplinen der Formula Student. Bei diesem Wettbewerb treten Studententeams aus der ganzen Welt mit selbst konstruierten und gebauten Rennwagen gegeneinander an. Die Cadfem GmbH unterstützt unter anderem das Hamburger Formula-Student-Team »Hawks Racing« seit Jahren bei der Entwicklung des Boliden. In diesem Jahr kam erstmals die neue Simulationssoftware ANSYS Discovery Live zum Einsatz.

Vor Beginn des Konstruktionswettbewerbs in Hockenheim haben die Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg ihr neues Rennfahrzeug vorgestellt. Für die neue Saison der Formula Student, dem größten internationalen Konstruktionswettbewerb für Studierende, geht Hawks mit seinem Rennauto H15 »Vera« an den Start. Für die Entwicklung des Wagens nutzten die Studierenden erstmals die neuartige Simulationstechnologie von ANSYS Discovery Live. Cadfem als Anbieter für Simulationslösungen und Vertriebspartner von ANSYS unterstützt Hawks bereits seit 2014 mit Software und Weiterbildungsangeboten. Das Unternehmen hatte Discovery Live in Deutschland erstmals im April 2018 auf der Hannover Messe vorgestellt.

Schnelle Entwicklungszeiten und niedrige Kosten

Bei der Entwicklung von »Vera«, das einen Wert von circa 300.000 Euro ohne die Entwicklungskosten hat, spielte die numerische Simulation eine tragende Rolle. „Seit der vergangenen Saison haben wir einen enormen Entwicklungsschritt gemacht und fahren jetzt ein ganz neues Konzept. Wir sind damals von einem Vierzylinder- auf einen Zweizylindermotor umgestiegen und haben dafür zum zweiten Mal ein eigenes Gehäuse entwickelt. Das alles war mithilfe der Simulation möglich“, erklärt der Technische Leiter von Hawks Sebastian Kern.

Discovery Live nutzt das Prinzip der numerischen Simulation auf neuartige Weise: Ändert das Team beispielsweise ein Designelement am Auto, liefert die Software innerhalb weniger Sekunden aussagekräftige Informationen über die physikalischen Auswirkungen. 3D-Computermodelle stellen anschaulich dar, wo ein Bauteil zu heiß werden kann oder wann Bruchgefahr besteht. Das Programm ermöglichte, Entscheidungen schneller zu treffen, Potenziale zu erkennen und Fehler in der Konzeption im Vorhinein auszuschließen. So vermeiden die Studierenden lange Entwicklungszeiten und hohe Kosten für Prototypen, das nutzt nicht nur den Studenten aus der Konstruktion und dem Maschinenbau, sondern auch aus dem Marketing für die Sponsorenakquise. „Discovery Live lässt sich schnell und unkompliziert ohne das Know-how eines Simulationsexperten einsetzen. Das ist vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe – oder eben für Studenten – optimal“, sagt Christoph Müller, Geschäftsführer von Cadfem. Bei den Teams an der Spitze sei die numerische Simulation mittlerweile unverzichtbar, so Kern. „Sie ist ein tragendes Element, genauso wie in der Formel 1.“ Auch das aerodynamische Design der Autos lässt sich mit Strömungssimulationen optimieren. Entsprechend der Simulationsergebnisse wird dann der Rennwagen gebaut.

Revival mit neuem Boliden

Auf dem Hockenheimring werden die Fahreigenschaften von »Vera« nun unter Beweis gestellt. Zusätzlich bewertet eine Fachjury auch die statischen Disziplinen der Konstruktion sowie die Kosten- und Businesspläne des Teams.

Hawks entwickelt bereits seit 2003 Rennfahrzeuge für die Formula Student und plant, mit dem neuen Rennwagen an frühere Erfolge anzuknüpfen. Die motivierte 52-köpfige Gruppe verfolgt das Ziel, in allen Bewertungsdisziplinen unter die zehn besten Teams zu kommen. „Innerhalb der vergangenen Wochen sind wir zu einem starken Team zusammengewachsen und arbeiten motiviert daran, dieses Ziel zu erreichen“, verkündet der Leiter Controlling Yannic Schiewe. In Hockenheim treten neben Rennwagen mit Verbrennungsmotoren auch Fahrzeuge in den Kategorien elektrischer Antrieb und fahrerlos an.

Für manche der Studenten geht es danach sogar eine Stufe nach oben auf der Karriereleiter. „Es gibt immer wieder Teilnehmer, die später in den Teams der Formel 1 unterkommen“, sagt Kern.

Quelle: Cadfem GmbH


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