Elektroauto neben Ladesäule
Könnten in Zukunft eine untergeordnete Rolle spielen: Ladesäulen für Elektroautos. (Bild: Fotolia)

Stanford-Wissenschaftler:

E-Autos könnten während der Fahrt geladen werden

Stanford – Fixe Ladestationen könnten zum Relikt werden: Forscher der Stanford University haben einen Schritt in Richtung Akku-Laden während der Fahrt gemacht. Hierfür haben sie ein System entwickelt, das es zumindest im Labor bereits schafft, knapp zehn Watt an Elektrizität über eine Distanz von etwas unter einem Meter zu übertragen. Der Prototyp erreicht eine Übertragungseffizienz von 92 Prozent und soll seinen Erfindern zufolge vom Prinzip her „sehr leicht ausbaubar und schnell genug“ sein, um Fahrzeuge in Bewegung mit ausreichend Energie zu versorgen.

Für Roboter bereits einsetzbar

„Das ist ein bedeutender Erfolg in Richtung der Entwicklung eines praktikablen und effizienten Systems für das kabellose Aufladen von Autos oder Robotern“, erklärt Shanhui Fan, Professor für Electrical Engineering an der Stanford University. Der Ansatz funktioniere sogar bei relativ hohen Bewegungsgeschwindigkeiten sehr gut. „Um tatsächlich ein Auto während der Fahrt aufzuladen, müssen wir die Leistung der Energieübertragung zwar noch deutlich steigern. Ich sehe auf dem Weg dahin aber keine größeren Hindernisse“, ist der Experte überzeugt.

Schon jetzt sei die Technologie in ihrer Entwicklung soweit fortgeschritten, dass sie in anderen Bereichen sehr gut einsetzbar sei – etwa bei Robotern. „Es könnte nicht mehr lange dauern, bis wir unser System in großen Lagerhäusern oder Fabrikhallen wiederfinden, wo es dazu eingesetzt wird, Roboter wieder aufzuladen, während sie sich darin hin- und herbewegen. Das würde bedeuten, dass sie nicht mehr zum Aufladen still in ihren Ladestationen stehen müssen und ihrer Arbeit rund um die Uhr nachgehen können“, so Fan.

Von 10 auf 92 Prozent

Bereits vor drei Jahren haben der Forscher und sein Team erstmals den innovativen Ansatz öffentlich präsentiert. Die damals gezeigte Technologie war allerdings noch nicht effizient genug, um auch außerhalb des Labors sinnvoll genutzt werden zu können. „Der Verstärker von damals hat so viel Energie verbraucht, dass das System letztlich nur in der Lage war, knapp zehn Prozent der hindurchfließenden Leistung zu übertragen“, erinnert sich der Experte zurück.

Der nun deutlich effizientere Verstärker ermöglicht einen enormen Leistungssprung auf satte 92 Prozent Übertragungseffizienz. „Es gibt keinen Grund, warum es damit künftig nicht auch möglich sein sollte, hunderte von Kilowatt an Elektrizität zu übertragen, die für ein Auto notwendig wären“, ist Fan überzeugt. Und auch in punkto Geschwindigkeit gebe es keine Bedenken: „Die kabellose Übertragung dauert nur wenige Millisekunden – also einen kleinen Bruchteil der Zeit, die ein Auto bei 70 Stundenkilometern braucht, um eine etwas über einen Meter große Ladezone zu kreuzen.“

http://stanford.edu

Quelle: Pressetext


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