Der Green NCAP misst die Umweltfreundlichkeit von Autos. (Bild: Euro NCAP)

ÖAMTC:

Crashtests Go Green – neue Wertung für umweltfreundliche Autos

Am 28. Februar wurde in Brüssel »Green NCAP« präsentiert. Ähnlich den bewährten Euro NCAP-Crashtests, die auf einen Blick die Verkehrssicherheit zeigen, stellt Green NCAP den Umweltaspekt aktueller Fahrzeuge in einer Sternewertung dar. „Damit bekommen Autokäufer eine einfache und transparente Möglichkeit, die Umweltfreundlichkeit ihres Wunschfahrzeugs zu erkennen“, erklärt Max Lang, ÖAMTC-Experte und Mitinitiator von Green NCAP.

Doch was bedeutet Umweltfreundlichkeit in diesem Zusammenhang? „Derzeit werden beim Green NCAP zwei Kriterien bewertet: Der Schadstoffausstoß im Betrieb und der Energieverbrauch des Antriebes. In beiden Bereichen gibt es häufig große Unterschiede zwischen den Angaben der Hersteller und den tatsächlichen Erfahrungen auf der Straße“, hält Lang fest. „Beim Green NCAP werden Messungen sowohl im realen Fahrbetrieb als auch bei realitätsnahen Bedingungen im Labor vorgenommen. In Summe bedeutet das wesentlich realistischere Ergebnisse als bei den bisherigen Standardtests, auf denen z.B. Prospektangaben basieren.“

Erste Ergebnisse

Die Ergebnisse der ersten Green NCAP-Tests mit zwölf Fahrzeugen zeigen, dass Elektroautos aktuell die umweltfreundlichste Option sind. Hyundai Ioniq und BMW i3 erreichen das Maximum von fünf Sternen. „Diese Fahrzeuge sind derzeit die sauberste und effizienteste Wahl im reinen Fahrbetrieb“, sagt Lang. Ihr Vorteil: Direkt am Fahrzeug entstehen keinerlei Emissionen und der Elektromotor – ohne Einbeziehung der Batterieeffizienz – bringt die Energie mit wenig Verlusten auf die Straße.

Das beste Auto mit Verbrennungsmotor erreichte vier Sterne. Dabei handelt es sich um den VW up! GTI. Alle anderen Verbrenner kamen auf höchstens drei Sterne. Am unteren Ende des Feldes finden sich mit einem Stern Audi A7 50 TDI, Volvo XC40 T5 und Subaru Outback 2.5. Drei Fahrzeuge wurden sogar mit null Sternen bewertet: VW Golf 1.6 TDI, Fiat Panda 1.0 und die Vorgänger-Version des Ford Fiesta 1.0 EcoBoost. Max Lang erläutert: „Die Verbrauchswerte dieser drei Fahrzeuge, die mit einem Verbrennungsmotor der Schadstoffklasse Euro 6b ausgestattet sind, sind zwar befriedigend. Allerdings ist ihr Schadstoffausstoß zu hoch, um ein besseres Gesamtergebnis zu erreichen.“ Das bedeutet übrigens nicht, dass gesetzliche Vorgaben nicht erfüllt werden – wie bei allen Tests des ÖAMTC und seiner Partner werden auch beim Green NCAP wesentlich strengere Maßstäbe angelegt als vom Gesetzgeber vorgesehen.

Roadmap – so geht es mit Green NCAP weiter

Der ÖAMTC hat sich immer dafür ausgesprochen, in punkto Umweltfreundlichkeit ein Fahrzeug in seiner Gesamtheit zu bewerten – der sogenannten Life Cycle Analyse (LCA). Dem wird Green NCAP in Zukunft verstärkt Rechnung tragen. In weiteren Schritten werden zunächst die Reichweite und später die komplette LCA in die Bewertung einfließen.

Green NCAP auch für Hersteller ein Gradmesser

Ähnlich wie bei den Crashtests zur Fahrzeugsicherheit erwartet der Mobilitätsclub auch auf Herstellerseite einen positiven Effekt: „Bemühungen in Sachen Umweltfreundlichkeit werden nun regelmäßig und intensiv überprüft. Die Erfahrung aus anderen Tests zeigt, dass daraus meist schnell Verbesserungen durch die Hersteller resultieren.“

 

www.oeamtc.at


Kommentar verfassen