So kšönnte die Parkgarage der Zukunft fŸür E-Autos aussehen. Bild: Easelink/Jungwirth

Gesamte E-Flotte wird über Konnektor am Unterboden geladen

Automatisiertes Laden

Easelink-GrŸnder Hermann Stockinger (re.) mit Christian Purrer (Energie Steiermark). Bild: Energie Steiermark

Optisch erinnert er an einen Rüssel, technisch liefert er die Grundlage für den Ladevorgang von morgen: Der Konnektor der Ladetechnologie »Matrix Charging« ermöglicht die Verbindung zwischen Fahrzeugbatterie und einem robusten, auf einem Parkplatz installierten Pad und damit die vollautomatisierte Ladung des E-Fahrzeugs. Unbemerkt und ohne Zutun des Fahrers. Unterstützt durch die Gravitation verbindet sich der Konnektor vom Fahrzeugunterboden mit dem Pad und ersetzt das Hantieren mit uneinheitlichen Steckern sowie verschmutzten Kabelsträngen.

Schon seit längerem bekennen sich internationale Automobilhersteller – wie der asiatische Großkonzern »Great Wall Motors« – zur automatisierten Ladetechnologie, nun wird »Matrix Charging« erstmals für eine gesamte E-Flotte im Realverkehr implementiert. Durch eine Kooperation zwischen dem internationalen Energieversorger Energie Steiermark, (Bilanzsumme 2,63 Milliarden Euro) und Easelink werden ab Herbst 2018 die ersten E-Fahrzeuge in Österreich vollautomatisiert geladen. „Die Bündelung unseres Know-hows im Netzbereich und der Infrastruktur in Kombination mit der fortschrittlichen Technologie »Matrix Charging« macht das Vorhaben international zu einem der innovativsten in der Elektromobilität. Damit kann die Energie Steiermark einmal mehr ihre innovative Vorreiterrolle im Bereich der alternativen Antriebe unter Beweis stellen“, betont Energie Steiermark Vorstandssprecher Christian Purrer. Das Unternehmen hat zuletzt über 800 Ladepunkte – die meisten davon öffentlich –  in Betrieb genommen. „Diese Entwicklung hat das Potential, das bisher bekannte, klassische E-Ladestellen-Netz zu revolutionieren“, meint Vorstandsdirektor Martin Graf, „wenn das Mitführen des notwendigen Ladekabels entfallen kann, ist das für die Nutzer natürlich ein deutliches Plus.

Internationaler Ladestandard

Nach zahlreichen Validierungen von »Matrix Charging« in Simulationsumgebungen und punktuell an asiatischen und europäischen Standorten wird das System nun erstmals auf eine gesamte Flotte ausgeweitet: „Dieses Leuchtturm-Projekt ist die Vorlage für weitere weltweite Anwendungen unserer Ladetechnologie“, sagt Easelink-Gründer Hermann Stockinger und betont: „Damit setzen wir den nächsten wichtigen Schritt, um ‚Matrix Charging‘ als internationalen Ladestandard für E-Fahrzeuge zu etablieren. Denn in Komfort, Einfachheit und Preis ist unsere Technologie weltweit ungeschlagen.“ Automobilbauer aus Europa und Asien arbeiten schon heute – unter strengsten Geheimhaltungsvereinbarungen – mit Easelink, um gemeinsam die standardisierte Ladetechnologie von morgen zu definieren.

Entscheidend: „Keine komplexe Mechanik am Parkplatz“

Seit Anfang dieses Jahres kooperieren die Energie Steiermark und Easelink im Bereich der Elektromobilität: Dazu wurde auch das »ProLab«, ein Forschungs- und Entwicklungslabor von Easelink ins Leben gerufen. Standort ist das Areal des Energie-Dienstleisters in Graz. Der E-Fuhrpark wird hier für den Testbetrieb umgerüstet, die Lade-Pads bereits in den kommenden Wochen auf den Parkplätzen des Headquarters E-Office montiert. Für den Energieanbieter ist der hohe Komfort der Technologie maßgeblich für die Kooperation. „Das System ist parkplatz- bzw. infrastrukturseitig wartungsfrei. Es gibt keine komplexe Mechanik, keine bewegten Teile. Diese Einfachheit ist ein entscheidender Vorteil“, ist sich Purrer sicher.

Doch nicht nur für den Infrastruktur-Betreiber ist die Technologie von Vorteil: „Der Fahrzeuglenker muss sich ab sofort keine Gedanken mehr über das Laden des E-Fahrzeugs machen. Das schafft mehr Vertrauen in die E-Mobilität insgesamt“, betont der Energie Steiermark Vorstandssprecher. Auch der genaue Parkpunkt muss nicht ganz exakt angesteuert werden: Mit Flexibilität verbindet sich der rüsselförmige Konnektor vollautomatisiert mit dem im Boden verankerten, robusten Lade-Pad. Der Ladevorgang selbst erreicht eine Leistung von bis zu 50 kW (DC) bzw. 22 kW (AC). Als Anhaltspunkt: Damit ist »Matrix Charging« vier Mal stärker als automatisierte Ladesysteme, welche auf elektromagnetischer Induktion basieren.

Quelle: APA


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