Anteil an E-Autos könnte in Österreich ein weiteres All-time-High erreichen:

willhaben präsentiert die Mobilitäts-Trends für 2024

von Siawasch Aeenechi
Foto: © Pixabay

Die Automobilbranche hat einige herausfordernde Jahre hinter sich, in denen sie in vielerlei Hinsicht auf die Bremse steigen musste. So langsam scheint sich das Blatt jedoch zu wenden: Nicht zuletzt, weil sich die Gebrauchtwagenpreise derzeit wieder in Richtung Vorkrisen-Niveau entwickeln und damit abzusehen ist, dass sich Angebot und Nachfrage weiter stabilisieren werden (mehr dazu hier). willhaben wagt auch heuer den Blick in die Glaskugel und analysiert, welche weiteren Entwicklungen und Transformationen sich im neuen Jahr am Markt voraussichtlich vollziehen werden.

Elektrische Transformation rast voran

Was den sukzessiven Umstieg auf E-Mobilität betrifft, äußern sich manche weiterhin skeptisch – unter anderem nachdem Deutschland die Kaufprämie für elektrisch betriebene Fahrzeuge Ende vergangenen Jahres kurzfristig gestrichen hat und nun Hersteller wie VW und Stellantis in die Bresche springen. In einigen Ländern werden zudem die ersten E-Autos aus Flottenverwendung angeboten, verkaufen sich jedoch weit unter den Erwartungen. Trotz teils düsterer Prognosen zeigt sich aber auch, dass die elektrische Transformation hierzulande in vollem Gange ist. Ein Blick auf die PKW-Zulassungen in Österreich verrät, dass der Anteil von reinen Elektro-Autos mit 23,2 Prozent im Oktober 2023 ein All-time-High erreicht hat. Das bedeutet, dass im Herbst 2023 knapp jedes vierte neu zugelassene Auto in Österreich ein elektrisch betriebenes war. Zum Vergleich: 2013 war es lediglich jedes vierhundertste Fahrzeug. Um den Anstieg der Elektromobilität in Österreich weiter voranzutreiben, ging im November 2023 das Förderprogramm „Ladin“ an den Start. Diese Initiative, getragen durch OLÉ (Österreichs Leitstelle für Elektromobilität), das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) und die Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), soll das Schnellladenetz in bislang unterversorgten Gebieten des Landes nun gezielt stärken.

Chinesische Hersteller auf der Überholspur

„Sind Chinas E-Autos ernst zu nehmen?“ So oder so ähnlich titelten Medien noch vor wenigen Monaten. 2024 zeichnet sich weiter ab, dass chinesische Player eine maßgebliche Rolle dabei spielen werden, E-Mobilität global voranzutreiben. Denn: Sie punkten mittlerweile mit fortschrittlicher Technologie, ansprechender Reichweite und zudem vergleichsweise erschwinglichen Preisen, vereinzelt gar auf Verbrenner-Niveau. Aktuell ist BYD, gemessen an der Anzahl der verkauften E-Autos, Tesla dicht auf den Fersen. Eine eigene Fabrik des chinesischen Herstellers in Europa sei zudem in Planung. Das Interesse seitens der heimischen LenkerInnen scheint jedenfalls vorhanden zu sein, denn: BYD befindet sich in Österreich bereits jetzt unter den Top 10 der Neuzulassungen in der Kategorie Elektroautos. Umstritten: 640 Exemplare des Herstellers wurden erst kürzlich im Zuge einer Ausschreibung der Bundesbeschaffung für den öffentlichen Dienst geordert.

Autofahren wird teurer, Gebrauchte (zu) lange stehen zu lassen, jedoch ebenso

Mit 1. Jänner des Jahres sind eine Reihe an Neuerungen in Kraft getreten, die das Autofahren teurer gestalten. Nicht nur die CO2-Steuer, sondern auch die einmalig zu bezahlende Normverbrauchsabgabe (NoVA) werden erhöht, während die Pendlerpauschale ganzjährig wieder absinkt. In Kombination mit den auch in anderen Lebensbereichen weiterhin steigenden Kosten und der teils erschwerten Finanzierung sind viele AutofahrerInnen gezwungen, zu sparen. Anstatt eines Neuwagenkaufs entscheiden sich damit viele für eine Reparatur ihres bestehenden Autos oder die Anschaffung eines jungen Gebrauchten. Beim Vorhaben, ihr gebrauchtes Auto zu verkaufen, erleben manche im neuen Jahr wiederum eine unangenehme Überraschung: Oftmals ist ihr Fahrzeug nicht mehr so viel Wert, wie sie in Krisenzeiten vielleicht dafür erhalten hätten. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Verkauf, wenn auch mit Abschlägen, finanziell zumeist mehr, als den Gebrauchtwagen weitere Monate und Jahre stehen zu lassen.

2024 birgt neue Anforderungen an den Vertrie

Erst vor wenigen Wochen war zu lesen, dass Hyundai seine Fahrzeuge ab 2024 auch auf Amazon verkaufen will – was vor einigen Jahren noch absurd geklungen hätte, ist nun Realität. Denn: Die Transformation der Mobilität bringt auch neue Anforderungen an Vertriebssysteme mit sich. Damit einher gehen etwa, um nur zwei Beispiele zu nennen, der immer populärer werdende Vertrieb von Inventar aus C2B-Trading-Plattformen oder aus B2B-Auktionen. Zudem ist der Autohandel im Jahr 2024 mehr denn je gefordert, sich nicht nur auf den „Single-Channel“-Vertrieb zu fokussieren – in diesem Fall das stationäre Autohaus – sondern auch bzw. vielmehr auf den „Omnichannel“-Vertrieb. In einer Welt, in der der Handel, seine KundInnen, aber auch „Connected Cars“ über verschiedene Kanäle miteinander in Kontakt treten, benötigt es auch die entsprechenden Vertriebslösungen.

„Connected Cars“ nehmen Fahrt auf

Auch wenn Autos im Jahr 2024 noch nicht fliegen können: „Connected Cars“ sind wohl – wenn auch noch nicht massentauglich – die Zukunft. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, die sich über ein Netzwerk mit anderen Fahrzeugen, aber auch mit anderen Geräten oder Diensten, verbinden und Daten austauschen können. So avanciert das Auto zu einem weiteren, fundamentalen Bestandteil des vernetzten, digitalen Lebens bzw. des Internet of Things. Fahrzeuge, die mit ihrer Umgebung kommunizieren, können Gefahren schneller erfassen oder gar selbst eingreifen, das Ein- und Ausparken übernehmen sowie im Sinne der Umwelt dazu beitragen, Verkehrsströme besser zu steuern und damit etwa Staus zu minimieren. 2024 ist damit zu rechnen, dass die Weiterentwicklung derartiger Connected Cars – insbesondere in puncto Cyber Security – weitere Sprünge machen wird.

Nachhaltigkeit ist Trumpf – aber nicht um jeden Preis

Laut einer willhaben-Erhebung zum Thema Autosuche gaben 2023 etwa 13 Prozent von mehr als 1.800 Befragten an, sich in den kommenden zwei Jahren sicher ein E-Auto zulegen zu wollen. Weitere 26,2 Prozent ziehen dies eventuell in Erwägung. Doch: Nachhaltigkeit im Bereich der Mobilität umfasst nicht nur die voranschreitende Elektrifizierung, sondern auch nachhaltiges Wirtschaften sowie nachhaltig gepflegte Kundenbeziehungen. Denn: Laut der erwähnten willhaben-Marktforschung gaben nur 27,5 Prozent der Befragten an, dass die Teuerung keinen Einfluss auf ihre Autosuche hat. So wichtig der Nachhaltigkeits-Aspekt bei der Kaufentscheidung mittlerweile auch ist – in Zeiten der auch 2024 anhaltenden Teuerung spielt er nicht immer eine primäre Rolle. Ein offenes Ohr und langfristig gepflegte Beziehungen können in jedem Fall einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, diese Interessen bestmöglich miteinander in Einklang zu bringen.

Weitere Informationen: www.willhaben.at

Quelle: willhaben

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