Tesla stellt einen Elektro-Lkw vor
Ab 2019 in der Fertigung: Der Tesla Semi soll laut CEO Elon Musk bei voller Beladung und Autobahngeschwindigkeit eine Reichweite von 800 Kilometern haben. (Bild: Tesla / Elon Musk Twitter)

Unbeeindruckt von Pleite-Prognosen:

Tesla stellt Elektro-Lastwagen und neuen Roadster vor

Zuerst Bob Lutz, dann Marc Faber und jetzt auch noch Jim Chanos: Manager und Investoren prophezeien die Pleite von Tesla. Doch Tesla-CEO Elon Musk scheint davon nicht sonderlich beeindruckt zu sein. Allen Börsenanalysten zum Trotz präsentierte er einen neuen Elektro-Lastwagen und hat sogar noch eine Überraschung im Gepäck.

Aufmacherbild: Tesla / Elon Musk Twitter

US-Investor Chanos glaubt an die Pleite von Tesla

Elon Musk tritt bis 2020 zurück und die Aktien-Kurse von Tesla werden fallen – zumindest wenn es nach dem Großanleger Jim Chanos geht. Und dabei ist er nicht der Einzige. Auch die Börsenexperten Bob Lutz und Marc Faber vertreten diese Meinung, wobei letzterer sogar der Meinung ist, dass der Elektroauto-Hersteller „wertlos“ sei, wie er in einem Interview mit dem Magazin Business Insider Deutschland äußerte. Chanos geht davon aus, dass sich Musk in Zukunft mehr auf sein Raumfahrtunternehmen Space X fokussieren wird. Das teilte er der Nachrichtenagentur Reuters beim Global Investment Outlook Summit mit. Chanos ist Leiter der Investorenfirma Kynikos Associates und bereits seit 1980 als Leerkäufer tätig. Kurz: Er setzt auf fallende Kurse. Dabei hat er in der Vergangenheit durchaus seine Fähigkeiten als Wahrsager unter Beweis gestellt und beispielsweise die Insolvenz der US-Energiekonzerns Enron vorhergesagt. Seine Prognose zum Zusammenbruch der chinesischen Wirtschaft ist bis heute allerdings noch nicht eingetreten. Laut ihm setzen die Investoren nicht auf Tesla selbst, sondern auf die Innovationskraft von Musk – eine genaue Zeitangabe für die Pleite machte er aber nicht.

Zuletzt musste Tesla die Produktionsziele für das neue Modell 3 verschieben. Zudem wurde im dritten Quartal ein Rekordverlust geschrieben. In diesem Quartal wurden nur 260 Autos fertiggestellt und nicht wie geplant 1.500. Schließlich trennte sich vorige Woche auch noch der Batterien-Chefingenieur Jon Wagner vom Unternehmen.

Kurz nach Chanos’ Verkündung erreichte die Tesla-Aktie dann auch noch ihren tiefsten Stand seit Jahresbeginn. Ob sich die Prognose bewahrheiten wird, zeigt die Zukunft: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Aktie nämlich um mehr als 40 % im Plus.

Tesla stellt Elektro-Lastwagen und neuen Roadster vor

Tesla hat auf diese Aussagen derzeit noch nicht reagiert – zumindest nicht konkret. Allerdings scheinen sich diese Vorhersagen absolut nicht mit den Visionen von Elon Musk zu decken. Er will nämlich nun auch noch den Lastwagen-Markt erobern und präsentierte in der Nacht von gestern auf heute im kalifornischen Hawthorne den Prototyp eines E-Trucks, der ab 2019 in die Fertigung gehen soll. Der Tesla Semi soll laut Musk bei voller Beladung und Autobahngeschwindigkeit eine Reichweite von 800 Kilometern haben. Einen Preis nannte er noch nicht, betonte aber, dass Diesel-Lkw pro Kilometer 20 % teurer seien. Tesla verspricht, dass der Lkw, mit seinen vier Motoren, pannenfrei eine Million Meilen (1,6 Mio. Kilometer) schaffen kann. Außergewöhnlich ist, dass der Fahrer in der Mitte der Kabine sitzen soll. Somit sind auch verschiedenen Versionen für den Links- oder Rechtsverkehr überflüssig. Der Tesla Semi könne ab sofort reserviert werden.

Überraschenderweise gab es bei der Präsentation noch die Ankündigung eines weiteren Tesla-Modells. Ab 2020 soll ein neuer Roadster verfügbar sein. Musk zufolge soll der Sportwagen die schnellste Beschleunigung unter den Serienautos haben und in 1,9 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (ca. 97 km/h) kommen. Dieser soll auch bei Autobahn-Geschwindigkeit eine Reichweite von 1.000 Kilometern erreichen.

 

Bleibt abzuwarten, ob sich Elon Musk noch konkret zu den Pleite-Prognosen äußern wird. Allerdings machen die Präsentationen der neuen Fahrzeuge nicht den Eindruck, als wäre ein baldiges Ende bei Tesla in Sicht.

 

Quelle: standard.at


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