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Umweltfreundlich steht drauf, fossile Brennstoffe sind drin – und Kohlendioxid wird ausgestoßen. Denn Plug-In-Hybride haben oft ineffiziente Verbrennungsmotoren eingebaut, die einer umweltfreundlicheren Mobilität zuwiderlaufen. Das ist aber nicht der einzige Schwachpunkt dieser Autos. (Bild: Fotolia)

Neue Studie bestätigt Deutsche Umwelthilfe:

Plug-In-Hybride torpedieren Klimaschutz durch hohe Realemissionen

Berlin – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sagt es seit Langem, eine neue Studie hat es nun bestätigt: Plug-In-Hybride (PHEV) konterkarieren die Energiewende. Das britische Institut Emissions Analytics hat im Auftrag des europäischen Dachverbands Transport & Environment (T&E) die Emissionen drei verschiedener Modelle von Plug-in-Hybriden im Realbetrieb sowohl innerhalb als auch außerhalb der offiziellen Testbedingungen gemessen. Bei den Exemplaren handelt es sich um einen BMW X5, einen Volvo XC60 und einen Mitsubishi Outlander.

Emissionen bis zu 89 Prozent über offiziellen Angaben

Die CO2-Emissionen der drei Autos lagen selbst bei voller Batterie und unter optimalen Testbedingungen um 28 bis 89 Prozent über den Herstellerangaben. Sobald die Fahrzeuge allein im Verbrennungsmodus unterwegs waren, stiegen die Emissionen auf das bis zu Achtfache des offiziellen Werts. Diese Zahlen sind besonders relevant, da gewerblich genutzte PHEV in Deutschland nach einer Studie der Fraunhofer-Gesellschaft und des International Council on Clean Transportation zu 82 Prozent im reinen Verbrennungsmodus unterwegs sind.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages daher auf, die Fortsetzung der staatlichen Förderung von Hybridmodellen im parlamentarischen Verfahren zu stoppen. Die DUH sieht sich durch diese Studie in ihren eigenen Abgasmessungen staatlich geförderter Plug-In-SUV bestätigt, die sie Anfang September veröffentlicht hatte.

Während der Kauf des Mitsubishi sowie der eines Volvo in Deutschland gefördert wird, erhält man nur in Österreich auch für das BMW-Modell eine Anschaffungsprämie. Grund dafür ist die Reichweite. Plug-in-Hybride müssen in Österreich eine Entfernung von mindestens 50 Kilometern im vollelektrischen Modus zurücklegen können, um die Förderkriterien zu erfüllen. Einen Unterschied zwischen den beiden Ländern gibt es auch in der Höhe der Prämie. Die deutsche Bundesregierung unterstützt den Kauf mit 4.000 Euro, in Österreich beträgt die Förderung 2.500. Das BMW-Modell erfüllt sogar die Bedingungen, über 2025 hinaus von Deutschland gefördert zu werden – obwohl die realen CO2-Werte auch hier verheerend sind, wie die Studie zeigt.

Vernichtende Kritik für Bundesregierung

„Die Automobilindustrie nutzt Plug-In-Diesel- und Benzinantriebe vor allem für den weiteren Verkauf besonders klima- wie menschenfeindlicher SUV-Stadtpanzer. Es ist ihr gelungen, in Brüssel für diese Antriebstechnologie eine absurde CO2-Rechenmethodik durchzusetzen, die schlimmste Klimakiller-PKW in vermeintlich saubere Fahrzeuge verwandelt. Die Abweichungen der realen CO2-Emissionen liegen bereits bei reinen Verbrenner-PKW in der Spitze bei nicht akzeptablen 60 Prozent. Bei Plug-In-Verbrennern ist der Unterschied im Verbrenner-Betrieb sogar bis zu 800 Prozent. Die Messungen der DUH und die T&E Studie zeigen, dass die offiziellen Angaben zu CO2-Emissionen von Plug-In-Hybriden reine Fantasiewerte sind. Der Beschluss der Bundesregierung, diese Klimakiller noch fünf weitere Jahre mit Steuermilliarden zu fördern, macht angesichts dieser Zahlen sprachlos. Damit wird einzig und allein der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor verzögert, auf Kosten des Klimas, unserer Gesundheit und der öffentlichen Kassen. Ich fordere die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, jegliche Kaufprämien für Plug-In-Hybride und ihre Sonderbehandlung als vermeintlich umweltfreundliche Dienstwagen sofort zu beenden“, geht Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, hart mit der Autoindustrie und der deutschen Bundesregierung ins Gericht.

Geofencing als trojanisches Pferd

T&E warnt in der Studie auch explizit vor negativen Folgen bei der Anwendung des sogenannten Geofencing. Diese Technologie schaltet PHEV automatisch in den elektrischen Betrieb, wenn sie beispielsweise in städtische Umweltzonen einfahren. Dazu wird die Batterie vor dem Einfahren in diese Zone über den Verbrennungsmotor geladen. Dies ist besonders ineffizient und führt in diesem speziellen Fahrmodus etwa beim BMW X5 zu CO2-Emissionen, die sogar 12-fach höher sind als die Herstellerangaben.

Bestimmte Bedingungen lassen die elektrische Reichweite außerdem rasch sinken. So nimmt bei rascher Beschleunigung, höherer Zuladung und auf Autobahnen die schon von vornherein geringe elektrische Reichweite je nach Fahrzeug und Test um bis zu 76 Prozent ab. Beim BMW X5 und Volvo XC60 ist eine rasche Beschleunigung im reinen Batteriemodus grundsätzlich nicht möglich. Da der Elektromotor nicht über die erforderliche Leistung verfügt, muss der Verbrennungsmotor einspringen, selbst wenn die Batterie geladen ist.

„Die Ergebnisse der T&E-Studie bestätigen unsere eigenen, vor kurzem vorgestellten Messungen des Emissions-Kontroll-Instituts. Diese Messungen haben gezeigt, dass Plug-In-Hybride überproportional häufig als Dienstwagen genutzt werden, lange Strecken fahren und so besonders viel CO2 ausstoßen. Schwere Plug-In-SUV, die ihre Mini-Batterie für einen kurzen Elektrotrip in der Innenstadt unter hohem CO2-Ausstoß über den Verbrenner laden und ansonsten ihren Alibi-Elektromotor nur spazieren fahren, verkörpern das exakte Gegenteil einer effizienten Antriebswende. Wir erwarten von der Bundesregierung, diesen Missstand zu beheben und die tatsächlichen Emissionen eines Fahrzeugs zur Grundlage einer Bewertung der Klimafreundlichkeit zu machen“, betont Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH.

Automobilunternehmen müssten Strafzahlungen leisten

Für Hersteller sind Plug-In-Hybride aus mehreren Gründen besonders lukrativ: Anstelle unverkäuflicher Diesel-Antriebe können nun deutlich spritdurstigere, große und schwere SUVs mit vermeintlich niedrigen CO2-Werten angepriesen werden. Die eingesetzten Verbrennungsmotoren sind dabei sogar noch weniger effizient als bei vergleichbaren konventionellen Benzin- und Dieselantrieben. So sparen die Hersteller in der Produktion Geld und werden durch Kaufzuschüsse, Dienstwagensubvention und niedrige offizielle CO2-Werte in der EU-CO2-Bilanz ihrer Neuwagenflotte belohnt. Dies hilft ihnen, die verbindlichen EU-Flottengrenzwerte auf dem Papier einzuhalten. In Wirklichkeit steigen so die CO2-Werte stark an. Würden bei der Ermittlung der Flottenwerte realistische Verbrauchsdaten und Fahranteile zugrunde gelegt, würden BMW und Volvo laut T&E die gesetzlichen Vorgaben verfehlen und müssten Strafzahlungen in Milliardenhöhe leisten.

Die DUH setzt sich seit vielen Jahren für ehrliche Spritangaben ein. Die Kampagne »Get Real: Für ehrliche Spritangaben!« wird im Rahmen des LIFE-Programms der EU-Kommission gefördert.

www.duh.de
Studie von Transport & Environment
Messergebnisse der DUH zu Plug-In-Hybriden

Quelle: Presseportal


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