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Diskussion um Dieselfahrzeuge führte zu Aktionspreisen

Hohe Zulassungsraten und geringe Erträge

Im Grunde genommen darf sich der niederösterreichische Autohandel freuen. Im Zeitraum Jänner bis Ende April 2018 gab es um fünf Prozent mehr Neuzulassungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Leider aber haben Unternehmen oft taktische Gründe, um Fahrzeuge neu zuzulassen, so dass ein kurzfristiges Hoch nicht unbedingt etwas über die Zulassungen eines längeren Zeitraumes aussagt“, erklärt Wolfgang Schirak, Branchenobmann Fahrzeughandel in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Im Zuge der Diskussion rund um Dieselfahrzeuge habe jede Menge Händler solche Fahrzeuge zu enormen Aktionspreisen angeboten, was zur Folge hatte, „dass die in unserer Branche ohnedies schon geringen Erträge nochmals gesunken sind.“ Da im Fahrzeughandel die Preise national vorgegeben sind, seien die einzelnen Händler gut beraten, sich an diese Vorgaben zu halten, um überhaupt Fahrzeuge verkaufen zu können.

Mit den ebenfalls viel diskutieren Elektroautos ist aus Sicht von Schirak dem Händler der erwünschte Ertrag noch nicht möglich. Aktuell seien bundesweit und auch in Niederösterreich nur rund eineinhalb Prozent aller verkauften Autos Elektroautos „Ob sich Autos ohne Verbrennungsmotor oder Elektroautos in nächster Zeit durchsetzen werden, hängt in erster Linie von den Fahrgewohnheiten der Verwender ab“, meint Schirak. „Die diskutieren Plug-in-Hybrid-Autos beispielsweise, bei denen im Gegensatz zu ausschließlichen Hybrid-Autos der Strom bereits vorgeladen werden kann, nutzen letztlich in erster Linie den Verbrennungsmotor, da auch hier die Kilometeranzahl, die mit Strom gefahren werden kann, begrenzt ist, was diese Fahrzeuge für jemanden, der beispielsweise regelmäßig mehrere hundert Kilometer täglich fährt, uninteressant macht.

Die Vielzahl unterschiedlicher Antriebsmöglichkeiten, die momentan am Markt ist, bietet allerdings dem Händler auch eine Chance. „Denn im Gegensatz zum Internet, über das zunehmend Autos gekauft werden, können wir Autohändler beraten und genau auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen“, streicht Schirak hervor. Ein Beispiel ist die ab September 2018 geltende WLPT-Zertifizierung. WLPT steht für „Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure“ und meint ein Verfahren zur Bemessung von CO2-Emissionen. Diese Fristsetzung macht die Planbarkeit schwierig. Fahrzeuge, die die WLTP-Zertifizierung nicht haben, dürfen ab September nicht mehr neu zugelassen werden.

Schon seit Jahren und auch jetzt wieder regelmäßig stehen die Vertreter der Autohändler in der Wirtschaftskammer mit politischen Entscheidungsträgern in Kontakt, um vor allem die oft nur emotional geführten Diskussionen wieder zu versachlichen. Die Tatsachen des Autofahrens haben sich seit Jahren kaum verändert. Es gibt es in Österreich rund 4,6 bis 4,7 Millionen Fahrzeuge. Pro Jahr werden rund 300.000 bis 350.000 Fahrzeuge verkauft. Der Motorisierungsgrad beträgt rund 600 Fahrzeuge pro 1.000 Einwohner. Hybridfahrzeuge und Elektrofahrzeuge werden jeweils im niedrigen einstelligen Prozentbereich neu zugelassen.

Quelle: NÖWPD


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