Gebt den Asphalt frei!

Es gibt so viele ungenutzte Parkflächen – kann man die nicht sinnvoller nutzen als mit Besitzstörungsklagen zu drohen?

Parkplatz Merkur

Selbst an wirklich hochfrequentierten Tagen, bleibt mindestens der ganz linke Parkstreifen dieses riesigen Merkur-Parkplatzes frei. Warum also nicht sinnvoll nutzen, anstatt zuzusperren und mit Besitzstörungsklagen zu drohen?

Viele klagen über Parkplatznot und die Elektromobilität braucht ihre Ladeplätze, die man auch über Nacht nutzen kann – gleichzeitig werden immer mehr Grünflächen versiegelt. Kann man das nicht sinnvoll kombinieren?

Es heißt ja immer, die Elektromobilität sei etwas fürs Land und nicht für die Stadt. In urbanen Gebieten gebe es einfach zu wenige Möglichkeiten an einer mehr oder weniger privaten Ladestation über Nacht sein Auto zu laden. Während man sich im Haus am Land eine Wallbox in die Garage hängt, haben Wohnungsbesitzer und Mieter in der Stadt so gut wie keine Gelegenheit zur privaten Ladung. Nur die allerwenigsten Parkgaragen bieten überhaupt eine einfache Steckdose, von einer vollwertigen Ladestation ganz zu schweigen. Diese Überlegung veranlasste auch mich beim letzten Autokauf noch nicht auf die Elektromobilitat zu setzen. Meine nächste Gelegenheit zu Laden wäre auf dem gleich ums Eck gelegenen Merkur-Parkplatz. Der hat zwar einigermaßen vorbildlich bereits eine Ladestation, aber das Auto dort über Nacht zu lassen geht nicht, da mittels Schranken zugesperrt wird.

Aber warum eigentlich? Parkplätze sind in der Stadt ohnehin rar gesät und die Preise für Parkgaragen steigen kontinuierlich jedes Jahr. Warum öffnen große Handelsketten ihre mitunter überdimensionierten Parkflächen nicht für Anrainer und geben ihnen damit die Möglichkeit, über Nacht ihre Autos zu laden, statt sie des Nächtens zu versperren? Auch im halburbanen Raum versiegelt man immer mehr Flächen mit den immer gleichen Einkaufszeilen und durch riesige Parkflächen, die viele Stunden in der Nacht oder an Feiertagen und Wochenenden ungenutzt daliegen. Anstatt sie sinnvoll zu nutzen, droht man mit Besitzstörungsklagen und dem Abschleppwagen und investiert viel Geld in die Überwachung. Wäre es da nicht besser, man würde sich sinnvolle Konzepte überlegen, wie man seine Parkplätze zum Laden für Elektroautos auch abseits des Einkaufsvorganges zur Verfügung stellen kann? Das würde doch langfristig sogar eine zusätzliche Einnahmequelle bedeuten? Vielleicht hat da ja mal Jemand eine Idee, wie man das umsetzen könnte!


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