Maidar EcoCity
Die Planung von Maidar EcoCity folgt den Prinzipien einer »Stadt der kurzen Wege«. (Quelle: Messe Bozen)

Klimamobility ergänzt Klimahouse:

Fokus auf die Städte der Zukunft

Im Rahmen der Klimahouse, einer italienischen Messe für energieeffizientes Bauen und Sanieren, findet die Klimamobility statt, die laut Veranstalter wichtigste Tagung zum Thema nachhaltige Mobilität in Südtirol. Beide Veranstaltungen öffnen ihre Tore am Mittwoch, dem 24. Jänner 2018. Auf der Tagung mit dem Titel »Wer gestaltet die Mobilität der Zukunft?« wird der deutsche Architekt und Städteplaner Stefan Schmitz das ambitionierte Projekt Maidar EcoCity+ aus der Mongolei vorstellen, das als »menschengerechte Stadt« ein Beispiel für nachhaltige Stadtplanung in Asien ist.

Klimahouse erweitert seine Perspektive vom Fokus auf einzelne Gebäude hin zur Planung ganzer Städte. Dazu passt, dass im Rahmen der Messe die Klimamobility stattfinden wird. Diese Tagung ist die wichtigste auf dem Gebiet der nachhaltigen Mobilität in Südtirol; sie steht gleich am ersten Messetag auf dem Programm (Mittwoch, den 24. Jänner 2018). Dabei werden unter anderem folgende Themen behandelt: selbstfahrende Fahrzeuge, vernetzte Autos, das Internet der Dinge und insbesondere die Präsentation des deutschen Architekten und Städteplaners Stefan Schmitz zum Projekt Maidar EcoCity+. Im Rahmen des Projekts werden nicht nur die Bedürfnisse der Menschen von heute berücksichtigt, sondern man achtet auch auf einen schonenden Umgang mit Umwelt und natürlichen Ressourcen, um sie für künftige Generationen zu bewahren. Damit wird das Projekt zu einem Modell für die Planung neuer Städte in Asien und der übrigen Welt.

„Maidar EcoCity ist die neue Hauptstadt der Mongolei“ – erklärt Stefan Schmitz – „die Planung von Maidar EcoCity folgt den Prinzipien einer »Stadt der kurzen Wege«. Dies bedeutet eine polyzentrische Gliederung der Stadt in die Einheiten: Block, Nachbarschaft und Stadtteil. Jede Nachbarschaft bietet ein Angebot für den täglichen Bedarf ihrer Bewohner. Jeder Stadtteil funktioniert wie eine kleine Stadt mit einem identitätsstiftenden Mittelpunkt, um den alle Aspekte des menschlichen Lebens – Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Einkaufen, Bildung und Gesundheitswesen – vertreten sind. Allein diese Strukturierung der Stadt kann den Autoverkehr drastisch reduzieren.“

Der Städteplaner erklärt uns das Mobilitätskonzept von Maidar, welches die polyzentrische Struktur unterstützt und ein Netzwerk für Fußgänger, Radfahrer und öffentlichen Nahverkehr gegenüber dem motorisierten Individualverkehr priorisiert. Ein Highlight bildet die sogenannte »Green Street« im zentralen Bereich der Stadt auf der ein »Personal Rapid Transport« System (PRT) zum Einsatz kommt. Es handelt sich um selbstfahrende Elektro-Autos, die individuelle Nutzbarkeit und öffentliche Zugänglichkeit miteinander verbinden. Dieses Verkehrssystem kann auf gleicher Ebene mit Fußgängern stattfinden und ist eine Weiterentwicklung des PRT-Systems, das bereits in Masdar (VEA) im Einsatz ist.

Maidar EcoCity+

Der deutsche Architekt und Städteplaner Stefan Schmitz präsentiert das Projekt Maidar EcoCity+. (Quelle: Messe Bozen)

Ziel der Klimamobility ist es, führende Unternehmen, Ingenieure, Entwickler, Experten und Interessierte zusammenzubringen, die wissen möchten, wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden. Die Tagung, bei der sich alles um das Thema »nachhaltige Mobilität« dreht, wird von Marco Gisotti, dem wissenschaftlichen Direktor von Green Factor moderiert. Unterstützt wird er dabei von Pietro Menga, Präsident der italienischen Kommission für Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge (CIVES), und Anton Seeber, Geschäftsführer der Leitner AG, der einen Überblick über seilgezogene Transportsysteme sowie über die Rolle erneuerbarer Energien geben wird. Weitere Referenten sind: Klaus Mutschlechner, Präsident des Netzwerks Automotive Excellence Südtirol, der die Rolle Südtirols auf dem Gebiet der globalen Mobilität erläutert sowie Johann Wohlfarter, Geschäftsführer des Südtiroler Energieversorgers Alperia AG, der abschließend einen Überblick über Innovationen im Bereich Stromnetze gibt.

Die Tagung Klimamobility »Wer gestaltet die Mobilität der Zukunft?« findet am Mittwoch, 24. Jänner 2018, von 15.00 bis 17.00 im NOI Techpark Bozen statt, dem Südtiroler Technologiepark, der errichtet wurde, um Unternehmen, Wissenschaftler und Studenten im Rahmen der Entwicklung von Innovationen zusammenzubringen. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenlos, eine Anmeldung auf der Internetseite www.klimamobility.it ist allerdings erforderlich. Eine Simultanübersetzung Italienisch/Deutsch wird angeboten sowie ein Shuttleservice zwischen 14.00 und 18.00 Uhr von der Klimahouse (Messeplatz 1) zum NOI Techpark und zurück.


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