Hermann Wirrer (ÖAMTC Chefinstruktor) bei Fahrübungen mit dem hauseigenen E-Auto, angeleitet von Sepp Wintersteller. (Bild: Österreichische Energieagentur)

Neues Projekt setzt auf Vorbildwirkung der heimischen Fahrschulen:

Fahrlehrer sollen zu E-Mobilitätsprofis werden

Fahrlehrerinnen und ‑lehrer mit Spezialausbildung für E-Mobilität vermitteln Führerscheinneulingen technische Aspekte zu E-Fahrzeugen und Ladesystemen, effiziente Fahrweise und Umwelt- und Klima-Vorteile. In Niederösterreich haben Schulung in Baden und Vösendorf stattgefunden.

Wien, 16. Mai 2019 – „Führerscheinneulinge sind die Autokäuferinnen und -käufer von morgen. Werden die Fahrschülerinnen und -schüler entsprechend informiert, steigt auch die Bereitschaft, ein Elektrofahrzeug zu kaufen“, sagt Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. „Besonders glaubwürdig sind dabei natürlich die Fahrlehrerinnen und ‑lehrer, die im Jahr rund 90.000 zumeist junge Menschen ausbilden. Mit dem Projekt erreichen wir eine wichtige Zielgruppe , die für die Markteinführung der E-Mobilität wichtig ist“, erläutert Höbarth das Projekt weiter, das von der Österreichischen Energieagentur und dem Arbeitskreis Modern Driving im Fachverband der Fahrschulen der Wirtschaftskammer Österreich im Auftrag des Klima- und Energiefonds im Rahmen seines Programmes »E-Mobilität in der Praxis« durchgeführt wird.
Verkehr ist nicht nur für mehr als ein Drittel des heimischen Endenergieverbrauchs verantwortlich, er ist auch größtenteils von Erdöl abhängig. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es einen Wandel in der Mobilität – und E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Quellen wird dabei eine bedeutende Rolle spielen“, betont Peter Traupmann, Geschäftsführer der Österreichischen Energieagentur. „In dem Pilotprojekt werden rund 80 Fahrlehrerinnen und -lehrer weitergebildet. Diese sind ideale Multiplikatoren, um Führerscheinneulinge von E-Fahrzeugen, ganz gleich ob Moped oder PKW, zu begeistern.

E-Fahrzeuge verursachen 70 bis 90% weniger CO2

Im Frühjahr 2019 werden die ersten vier Schulungen umgesetzt. Zwei Schulungen fanden nun in Niederösterreich statt, am 14. Mai 2018 in Vösendorf und am 15. Mai in Baden. In den Kursen werden Theorie, Praxis und Workshops kombiniert und Fahrlehrerinnen und -lehrer zu geprüften Expertinnen und Experten für alle Aspekte der Elektromobilität ausgebildet. Im Fokus steht auch die Weitergabe dieses Know-hows in der Führerschein-Ausbildung. Nach bestandener Prüfung am Ende des Workshops erhalten die Fahrlehrerinnen und -lehrer das neue Zertifikat »Fahrlehrer/in Elektromobilität«.
Die Methodik der Seminare umfasst sowohl theoretische Vorträge, praktische Übungen im nicht-öffentlichen Raum als auch praktisches Fahren auf öffentlichen Straßen“, erläutert Herbert Wiedermann, Obmann des Fachverbands der Fahrschulen in der Wirtschaftskammer Österreich. Inhaltlich geht es konkret um die technologischen Aspekte von Fahrzeugen und Ladesystemen und die energieeffiziente Fahrweise von E-Fahrzeugen: „Die richtige Fahrweise eines E-Fahrzeuges, zum Beispiel der richtige Einsatz der Rekuperation oder Bremsrückgewinnung, macht einen wesentlich Unterschied. So lässt sich die Reichweite um rund 20 Prozent, in manchen Fällen sogar bis zu 40 Prozent steigern“, gibt Herbert Wiedermann ein konkretes Beispiel.
Darüber hinaus werden die umwelt- und klimarelevante Vorteile von E-Mobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien vermittelt: Berücksichtigt man den gesamten Lebenszyklus eines Elektrofahrzeuges inklusive Batterieproduktion, verursacht es gegenüber einem fossil betriebenen Kfz um 70 bis 90 Prozent weniger CO2. Während der reine Elektroantrieb, betrieben mit 100 Prozent Ökostrom, über den Fahrzeuglebenszyklus nur ca. 20g CO2 pro Personenkilometer verantwortet, emittiert der durchschnittliche Benziner und Diesel mit rund 175 g CO2 pro Kilometer fast neun Mal so viel.

Quelle: Österreichische Energieagentur


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