Ein elektrischer Golf wurde mit einem automatisierten Getriebe im Antriebsstrang CVT4RV ausgestattet. (Bild: Eindhoven University of Technology)

Neues Getriebe für mehr Reichweite:

Entwicklung von TU Eindhoven und Bosch macht E-Autos (noch) effizienter

Eindhoven/Stuttgart – Die Reichweite – derzeit noch eine verbesserungswürdige Eigenschaft bei einigen Elektroautos. Aus Eindhoven beziehungsweise Stuttgart kommt eine Entwicklung, die diesem Umstand entgegenwirkt. Forscher der Technischen Universität Eindhoven haben zusammen mit Experten des Autozulieferers Bosch ein automatisches Getriebe für E-Autos entwickelt, das sich den jeweiligen Anforderungen an das Fahrzeug optimal anpasst. Ziele der Fachleute um Doktorand Caiyang Wei sind eine höhere Reichweite, geringerer Stromverbrauch und besseres Fahrverhalten im Alltag.

Weniger Motorbelastung auf der Autobahn

Einer der Vorteile des Getriebes betrifft den einen Punkt, in dem E-Autos Verbrennern ohnehin schon überlegen sind, macht den Unterschied zu diesen aber noch größer: Beim Losfahren ist die Antriebskraft dank des neuen Getriebes besonders groß. Einen Nachteil der Stromer kompensiert das neue Getriebe hingegen; beim Dahinrollen auf der Autobahn schont es den Motor. Das Getriebe gewährleiste für jede Fahrsituation optimales Gleichgewicht zwischen Effizienz und Leistung und senke gleichzeitig die Gesamtkosten für Hersteller und Benutzer, sagt Wei.

Warum das Getriebe aus Eindhoven effizienter ist

Die Antriebsräder von Elektroautos sind heute mit einem starren Getriebe mit dem Elektromotor verbunden. Dieses wird jedoch nicht allen Anforderungen gerecht. Aus dem Grund muss es besonders groß und schwer sein, damit es beim Anfahren den Antriebsrädern genügend Kraft verleiht. Dieses Zusatzgewicht muss durch einen größeren Motor und mehr Batteriekapazität kompensiert werden.

Das innovative Getriebe schaltet stufenlos, wie einst das des niederländischen Autoherstellers DAF. Es ermöglicht einem Fahrzeug, die Drehzahl und das Drehmoment des Motors automatisch an seine Geschwindigkeit anzupassen, um so ein optimales Gleichgewicht zwischen Effizienz und Leistung zu gewährleisten.

Kleinerer Motor möglich

Wei und die Bosch-Ingenieure haben eine Optimierungsmethode verwendet, die nicht nur die Steuerung der Geschwindigkeit, des Energieverbrauchs und der Wärmeerzeugung des Fahrzeugs, sondern auch das physikalische Design des E-Motors und des Getriebesystems des Fahrzeugs berücksichtigt. Durch die Kombination von Algorithmen für maschinelles Lernen und einer gründlichen Analyse von Messdaten konnten die Forscher ein System entwerfen, das Leistung und Effizienz optimiert.

Bosch hat das Getriebe in einen kompletten Antriebsstrang namens »CVT4RV« integriert. Der Elektromotor lässt sich dadurch deutlich verkleinern, wie Gert-Jan van Spijk, bei Bosch für Elektroantriebe zuständig, unterstreicht. Das sorge für eine größere Reichweite, wenn die bisher üblichen Batterien eingebaut werden.

Technische Universität Eindhoven

Quelle: Pressetext


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