Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte: Die Zeit der Verbrennungsmotoren läuft langsam, aber sicher ab.

eCar-Test: Mitsubishi Outlander PHEV Instyle

Eine Premiere mit Pannen

Endstation: »KFZ-Verwahrungsstelle Simmering« –  zahlen bitte! Irgendwie fühlte ich mich wie Ashton Kutcher in »Ey Mann, wo is’ mein Auto?« als ich meinen ersten Testwagen zum Autohändler zurückbringen sollte. Ein großer roter SUV, aber komischerweise war er unauffindbar. Ein Anruf und mein flaues Gefühl im Magen bestätigte sich: Es war tatsächlich Montag Morgen! Die Abschleppgruppe der »MA48« ist mir sieben Minuten zuvorgekommen und hatte den Mitsubishi freundlicherweise bereits umgestellt – leider auf den falschen Parkplatz. Die Chronologie einer Testfahrt…

Der Plug-in-Hybrid Mitsubishi Outlander soll es also sein – meine erste Erfahrung mit einem elektrischen Fahrzeug. Naja warum auch klein anfangen, wenn man einen SUV haben kann – Doppelpremiere also! Mit 54 km elektrischer Reichweite und bis zu 800 km kombinierter Reichweite ist er dafür konzipiert, alltägliche Autofahrten durch die Stadt, wie etwa den Arbeitsweg, elektrisch zurückzulegen, während für weitere Strecken der Verbrennungsmotor dienen soll. Ich habe mich dazu entschlossen, einen längeren Ausflug zu machen, schließlich ist ein SUV kein typisches Stadt-Auto und auch der Name Outlander verpflichtet einen irgendwie fast schon dazu. Außerdem ist der dichte Verkehr in Wien ohnehin nicht unbedingt die beste Voraussetzung für eine Probefahrt. Eine Route muss also her! Aber welche eigentlich? Nachdem ich die Vorzüge eines elektrischen Antriebes nutzen will, sollte die Tour auf alle Fälle Ladestationen beinhalten, was an sich kein großes Problem darstellt. Zusätzlich möchte ich mir aber während des Ladevorgangs die Zeit mit einem Drei-Gänge-Menü auf Firmenkosten vertreiben – man gönnt sich ja sonst nichts! Also eine kurze Suchanfrage und schon lande ich bei e-tankstellen-finder.com und bin sogar ziemlich überrascht, wie dicht das Netz eigentlich ist. Leider gibt es keine Filtermöglichkeit für Restaurants, weshalb ich mich etwas mühsam durch das Verzeichnis klicken muss, bis letztendlich die Route steht.

Einfach drauf los!

Der Mitsubishi Outlander verfügt über drei Fahrmodi: rein elektrisch, serieller- und parallel Hybrid-Modus. Der optimale Antriebsmodus wird dabei je nach Situation und Geschwindigkeit gewählt. Ein Navigationssystem, laute Musik und eine Innentemperatur von 23,5 Grad sind fester Bestandteil meiner Vorstellung von komfortablem Fahren, weshalb mein erster Abschnitt vorrangig dazu dienen soll, zu sehen was passiert, wenn ich fahre wie gewohnt. Die Rechnung dafür bekomme ich eine Stunde und 75 km später präsentiert: Ein mieses ECO-Ergebnis! Die Skala, die in Form von grün eingefärbten Blättern dargestellt wird, zeigt null von fünf möglichen Punkten an. Auf meiner Fahrt von Wien nach Niederösterreich, die großteils über Autobahn und Bundesstraße geführt hat, zeigt der Mitsubishi bei einer Außentemperatur von 10 Grad einen Durchschnittsverbrauch von 26,7 kWh / 100 km und 7,0 l / 100 km an. Gut, dass ich nun bei meinem ersten Zwischenziel, dem Hotel Schneeberghof, angekommen bin und erst einmal bei einem Mittagessen darüber nachdenken kann, wie ich meine ECO-Bilanz verbessere.

Doch nicht drauf los…

Nach einer Ladezeit von 1 Stunde und 45 Minuten ist die EV-Reichweite auf 18 km und ich entschließe mich zur Weiterfahrt. Mein Spieltrieb ist geweckt und ich möchte jetzt vom Outlander mehr als null Blätter für meine Fahrweise, also aktiviere ich den ECO-Mode-Control, wodurch der Energieverbrauch reduziert werden soll. Um einen Vergleich zu erhalten, werde ich auf meinem Weg zum Abendessen im Burgenland erneut nach 75 km, in Purbach am Neusiedler See, anhalten. Entgegen meiner Gewohnheit versuche ich dieses Mal auch die Geschwindigkeit akribisch einzuhalten. Kurz mit 130 km/h auf die Autobahn und die restliche Strecke abwechselnd mit 50, 70 und 100 km/h und siehe da: Nach 25 km erhalte ich Bestnoten! Vier von fünf Blättern leuchten grün und bescheren mir ein ausgezeichnetes ECO-Ergebnis. Dazu ein Durchschnittsverbrauch von 14,6 kWh / 100 km und 1,5 l / 100 km – so macht das doch schon mehr Sinn! Ich fühle mich ein bisschen wie ein Streber und verspüre einen Anflug von Euphorie. Ist doch gar nicht so schwer gewesen! Das Endergebnis in Purbach am Neusiedler See ist zwar dann etwas schlechter, aber mit 14,8 kW/h / 100 km und 4,9 l / 100 km immer noch ganz ansehnlich.

Da es aber hier in der Nähe keine Möglichkeit zum Aufladen gibt, resete ich wieder alles und lege die restlichen 43 km, zu meiner Käseplatte im »Alten Brauhaus«, im Charge-Modus zurück, um die Batterie während dem Fahren zu laden. Kaum ist der Modus aktiviert, brummt das Auto und man hört sofort, dass der Verbrennungsmotor aktiviert wird. Um das Maximum herauszuholen, aktiviere ich auch noch das regenerative Bremssystem auf der höchsten Stufe 6. Allerdings merkt man auf dieser Stufe schon ein sehr starkes Eingreifen, sobald man nur etwas das Tempo reduziert. Das regenerative Bremssystem drückt mich förmlich Richtung Lenkrad, weshalb ich nach kurzer Zeit auch wieder darauf verzichte. Der Spurhalteassistent hingegen ist ein Gewinn, vor allem, als ich mich während der Fahrt kurz mit dem Multimedia-System befasse, meldet er sich sofort, als ich drohe, von der Spur abzukommen – was natürlich keinesfalls bedeutet, dass man sich darauf verlassen sollte! Apropos Multimedia-System: Von Navigationssystem über Telefonie und verschiedenen Verbindungsmöglichkeiten für elektronische Geräte bis hin zu kurz- und langfristigen Verbrauchsaufzeichnungen lässt das Infotainment nichts vermissen. Einzig mit der Bedienung bin ich nicht ganz glücklich. Meiner Meinung nach muss man etwas zu stark auf das Touch-Display drücken, damit Befehle angenommen werden, was manches Mal etwas nerven kann.

Mittlerweile bin ich auch im »Alten Brauhaus« angekommen und der Charge-Modus zeigt seine Wirkung. Der Mitsubishi Outlander hat auf den letzten 43 Kilometern die elektrische Reichweite auf 27 km aufgeladen – also sogar mehr, als nach knapp zwei Stunden Ladezeit. Bei einer Außentemperatur von 10 Grad hat sich allerdings auch der Durchschnittsverbrauch wieder deutlich erhöht auf 17,7 kWh / 100 km und 12,2 l / 100 km. Leider hat mich der e-Tankstellen-Finder an dieser Stelle falsch informiert, das Gasthaus verfügt über keine Ladestation. Vermutlich auch ein Lernprozess, den man als »Elektromobilitäts-Neuling« früher oder später durchläuft – beim nächsten Mal mit einem kurzen Anruf gegenchecken, könnte hier hilfreich sein.

Elektrisch durch die Stadt

Nachdem ich jetzt nicht laden konnte, aktiviere ich während der Fahrt den Save-Modus, um die elektrische Restreichweite von 22 km für den Test in der Stadt zu bewahren. Der Benzinmotor übernimmt nun weitgehend den Antrieb und lädt zwischendurch den Akku auch nach, mit der Konsequenz, dass der Kraftstoffverbrauch dementsprechend steigt. Ich setzte den Verbrauchswert ein letztes Mal auf null und betätige den, zum Vorgängermodell neuen, EV-Modus, der dem rein elektrischen Fahren Priorität einräumt. Der Mitsubishi Outlander hält, was er verspricht. Ich schaffe die letzten 22 km, mit einem Verbrauchswert von 23,7 kWh / 100 km und 0,1 l /100 km, tatsächlich zur Gänze elektrisch. Nun nur noch einen Parkplatz finden für den SUV – gar  nicht so einfach in Wien. Die Rück-, Front und Seitenkameras zur 360°-Ansicht der Fahrzeugumgebung und die Ansicht aus der Vogelperspektive machen die Sache jedoch wortwörtlich zum Kinderspiel. Irgendwie habe ich das Gefühl, als wäre das ein Computerspiel und dementsprechend leicht kann man wunderbar auch in kleineren Lücken einen Platz finden. Der Hacken? Man darf auch nicht schön eingeparkt im Parkverbot stehen bleiben…

Mein persönliches Fazit

Nachdem das meine erste Erfahrung mit einem Plug-In-Hybrid war, kann ich keinen sinnvollen Vergleich zu anderen Fahrzeugen ziehen. Mir hat der Ausflug mit dem Mitsubishi Outlander PHEV Instyle auf alle Fälle Spaß gemacht. Das Auto bietet viel Komfort und die Ledersitze im Innenraum laden zum Wohlfühlen ein. Die Sitz- und Lenkradbeheizung tragen zusätzlich dazu bei. Man muss sich dessen bewusst sein, dass man ein elektrisch betriebenes Fahrzeug lenkt und es auch dementsprechend nutzen. Für längere Strecken bietet der Elektro-Antrieb keine großen Vorteile – ist aber auch nicht so gedacht. Wenn man damit allerdings hauptsächlich in die Arbeit und zum Einkaufen fährt, dann erfüllt er seinen Zweck und ist in dieser Form auch absolut alltagstauglich. Alles in allem war es eine lehrreiche Testfahrt, die auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht hat.

Technische Daten
  • System-Leistung: 149 kW (203 PS)
  • Front: 2.0 l DOHC MIVEC 4-Zylinder Benzinmotor mit  89kW (121 PS) mit 190 Nm
  • Generator: 70 kW (95 PS)
  • Front-/Heck e-Motor: je 60 kW (82 PS) mit 137 / 195 Nm,
  • Permanent Magnet Synchronmotor
  • Drive battery pack: 12 kWh, 80 Zellen, Lithium-Ionen Batterie 300V
  • Reichweite elektrisch: bis zu 54 km
  • Reichweite kombiniert: bis zu 800 km
  • Kombinierter Kraftstoffverbrauch: 1,7 – 5,8 l / 100 km
  • Ladedauer:
  • Normalladung 230 V / 10 A: 5 h
  • Normalladung 230 V / 16 A: 3 h 30 min
  • Schnell-Ladung CHAdeMO-Norm (auf 80 %): 25 Minuten
  • Höchstgeschwindigkeit elektrisch: 120 km/h
  • Höchstgeschwindigkeit Hybrid: 170 km/h
  • Beschleunigung (0 – 100 km/h): 11,0 sek
  • CO2-Emission: 0 – 41 g/km
  • Abmessungen L x B x H: 4.695 x 1.800 x 1.710 mm
  • Kofferraumkapazität: 463 – 1.590 l
  • Leergewicht: 1.860 kg
  • Preis: ab EUR 51.640,00 in Österreich

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