E-Bus im 24 Meter-Format
Die neuen Obusse sind mit 24 Metern um mehr als 30 Prozent länger, wodurch die Fahrgastkapazität auf circa 180 Personen pro Fahrzeug gesteigert werden kann. (Bild: Linz AG)

Neue Obus-Ära in Linz:

E-Bus im 24 Meter-Format

Die Linz AG Linien werden das erste österreichische Verkehrsunternehmen sein, das 100 Prozent elektrisch betriebene Doppelgelenk-Obusse mit einer Länge von 24 Metern einsetzt. Der erste von insgesamt 20 bestellten Obussen bzw. E-Bussen befindet sich aktuell im Schulungsmodus.

„Der konsequente Ausbau des Öffentlichen Verkehrs ist das beste Mittel zur Staubekämpfung. Der Fuhrpark der Linz AG Linien zählt bereits heute im internationalen Vergleich zu den modernsten, jüngsten und kundenfreundlichsten. Mit der Modernisierung der Obus-Flotte und der Innovationsbereitschaft gehen die Linz Linien genau den richtigen Weg. In Linz werden künftig neue 24 Meter lange Obusse zu 100 Prozent elektrisch betrieben“, so Verkehrsstadtrat DI Markus Hein.

Insgesamt absolvieren rund 160 Mitarbeiter umfassende Fahrschulungen für den Betrieb der österreichweit ersten Doppelgelenksbusse. Die entsprechenden Fahrten finden seit 2. Oktober und auch noch in den nächsten Wochen auf den Linien 45 und 46 statt. Im Schnitt werden pro Tag zwei Fahrten mit je vier bis sechs Fahrern bzw. Fahrerinnen absolviert.

Vollelektrisch in die Zukunft

Dank einer innovativen Antriebstechnik, bestehend aus zwei Elektromotoren und einem batteriebetriebenen Ersatzantrieb, fahren die neuen Doppelgelenk-Obusse 100 Prozent elektrisch und emissionsfrei. Als sichtbares Zeichen für die Vollelektrizität werden die neuen Obusse im Regelbetrieb mit einer grün beschrifteten Nummerntafel unterwegs sein.

Linz AG-Vorstandsdirektorin Dr.in Jutta Rinner: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit den neuen Obussen einmal mehr die Vorreiterrolle der Linz AG Linien in Österreich und insbesondere unsere e-mobile Kompetenz unterstreichen können. Bereits im Geschäftsjahr 2016 fuhren 73 Prozent unserer Fahrgäste elektrisch. Die neuen Obusse werden der E-Mobilität in Linz frische Dynamik verleihen und den Anteil der Fahrgäste, die vollelektrisch im Öffi-Netz unterwegs sind, weiter steigern.“

Elektrischer Ersatzantrieb zur Überbrückung

Derzeit haben die Obusse im Fuhrpark der Linz AG Linien eine Länge von circa 18 Metern. Die neuen Obusse sind mit 24 Metern um mehr als 30 Prozent länger, wodurch die Fahrgastkapazität auf circa 180 Personen pro Fahrzeug entsprechend gesteigert werden kann.

Durch den rein elektrischen Ersatzantrieb mit Batterie können die Obusse kürzere Strecken ohne Oberleitungskontakt elektrisch und umweltfreundlich überbrücken. Zwei wartungsarme Asynchron-Zentralmotoren ohne Zwischengetriebe mit Fremdbelüftung, die auf die Achsen 2 und 3 wirken, treiben den Doppelgelenk-Obus an. Die Batterie für den Ersatzantrieb wird auf der Fahrt über den Kontakt zur Oberleitung oder durch Einspeisung von Bremsenergie geladen. Die Abnahme und das Wiedereinsetzen der Stangen (Stromabnehmer) erfolgt automatisch und von innen.

Moderne Innenausstattung, WLAN und Barrierefreiheit

Die neuen Obusse sind in 100-prozentiger Niederflurtechnik ausgeführt, was dem Grundsatz der Barrierefreiheit entspricht. Panoramafenster, Klimatisierung, WLAN und Ledersitze sorgen für Fahrgastkomfort. Breite Türen und weite Gänge sorgen für den Durchfluss der Fahrgäste. Darüber hinaus verfügt er über eine Rückfahrkamera am Heck, zwei Außenkameras links und rechts für die Hecksicht sowie über zwei Spiegelkameras.

Die Linz AG Linien investieren in die Erneuerung der Obus-Flotte rund 20 Millionen Euro, das entspricht etwa einer Million Euro pro Fahrzeug. Im Rahmen des Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung wurde der Förderantrag über 1,2 Millionen Euro für die Modernisierung der Obus-Flotte positiv beurteilt.

Der Fahrplan bis 2019

In den nächsten Wochen finden weitere Schulungsfahrten statt. Einschulungen gibt es darüber hinaus auch im Werkstättenbereich. Laut Terminplan ist im November 2017 die Inbetriebnahme der ersten beiden Obusse auf den Linien 45 und 46 vorgesehen. Ende 2018 soll die Erneuerung der gesamten Obus-Flotte abgeschlossen sein. Läuft alles nach Plan, sind dann ab 2019 alle 20 neuen Obusse im regulären Linienbetrieb im Einsatz: Linie 41 (Hessenplatz – Baintwiese), 43 (Hessenplatz – Stadtfriedhof/St. Martin), 45 (Hauptbahnhof – Stieglbauernstraße) und 46 (Hafen – Froschberg).

 

Weitere Informationen: www.linzag.at


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