DRIVE-E ist das gemeinsame Nachwuchsprogramm für Elektromobilität des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der FraunhoferGesellschaft. (Bild: Fotolia)

Deutsche Automobilindustrie investiert über 40 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung

Ausgaben für Forschung und Entwicklung erneut erhöht

Die deutsche Automobilindustrie hat ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) erneut erhöht. Nach Angaben der Europäischen Kommission stiegen im Jahr 2016 die weltweiten Aufwendungen auf 40,2 Mrd. Euro – ein Zuwachs von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Damit stemmt die deutsche Automobilindustrie mehr als ein Drittel der gesamten weltweiten FuE-Ausgaben der Automobilbranche. Das ist die Spitzenposition – noch vor japanischen und amerikanischen Unternehmen. Unter den Top-10-Investoren in der weltweiten Automobilindustrie sind vier deutsche Unternehmen.

Gut die Hälfte der FuE-Investitionen entfällt auf den Standort Deutschland: Die inländischen FuE-Aufwendungen wuchsen um 2 Prozent auf 21,9 Mrd. Euro. Davon wurden gut zwei Drittel (68 Prozent) von den Fahrzeugherstellern sowie knapp ein Drittel (32 Prozent) von den Zulieferern getätigt. Das entspricht 35 Prozent der FuE-Investitionen der gesamten deutschen Industrie. Die Automobilindustrie ist damit auch im nationalen Branchenvergleich Spitzenreiter.

In keiner anderen Branche sind so viele hochqualifizierte Beschäftigte im Innovationsbereich tätig. Mehr als jeder vierte FuE-Beschäftigte (28 Prozent oder 114.000 Mitarbeiter) in der deutschen Wirtschaft arbeitet in der Automobilindustrie. 40 Prozent der FuE-Beschäftigten in der Automobilindustrie sind bei den Zulieferern tätig, 60 Prozent bei den OEMs. Gleichzeitig steigen die Belegschaftszahlen in den FuE-Abteilungen wesentlich schneller als die Gesamtbeschäftigung: Seit 2010 entstand etwa jede vierte neue Stelle in der deutschen Automobilindustrie im Bereich Forschung und Entwicklung – über 25.000 zusätzliche hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Diese Angaben basieren auf Erhebungen des Stifterverbandes. „Mit der Digitalisierung und dem Aufkommen alternativer Antriebsformen steht die deutsche Automobilindustrie vor einem herausfordernden Transformationsprozess. Die deutschen Hersteller und Zulieferer investieren daher massiv in die Mobilität von morgen und forschen so intensiv wie noch nie. Sie wissen: Nur wer hierbei mit hoher Innovationsgeschwindigkeit vorangeht, bleibt auch weiterhin erfolgreich“, unterstrich Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Der VDA-Präsident betonte, dass neben der stetigen Optimierung der Verbrennungsmotoren sowie der Investitionen in das vernetzte und automatisierte Fahren vor allem die Entwicklung alternativer Antriebe einen großen FuE-Schwerpunkt darstelle. 40 Mrd. Euro wendet die deutsche Automobilindustrie bis 2020 für alternative Antriebe auf. In den nächsten fünf bis acht Jahren werden die deutschen Hersteller mehr als 150 neue Modelle mit Elektroantrieb auf die Straße bringen. Noch vor 2020 wird der Elektroantrieb (PHEV, BEV) in allen Segmenten vertreten sein, von der Kompaktklasse bis zum SUV – mit Reichweiten von mehr als 500 Kilometern mit einer Batterieladung. Rund ein Drittel aller weltweiten Patente im Bereich der Elektromobilität (34 Prozent) und des Hybridantriebs (32 Prozent) kommt aus Deutschland. „Ziel der deutschen Automobilindustrie bei der Elektromobilität ist es, nicht nur einer der weltweit größten Leitanbieter zu sein. Ziel ist auch, dass der deutsche Pkw-Markt international Leitmarkt beim Thema Elektromobilität wird“, so Wissmann.
Quelle: Verband der Automobilindustrie


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