Welche Mobilitätstrends 2019 auf Autofahrer zukommen. (Bild: Pexels)

Thomas Behrens über die Zukunft der Mobilität

8 Mobilitätstrends, die 2019 das Rennen machen werden

Die mobile Transformation ist in vollem Gange und das Rennen im Bereich E-Mobilität heute spannender denn je. Bereits in diesem Jahr zeigte die Automobilbranche umweltfreundliche, intuitive und tech-basierte Trends, die in der Zukunft zu Hause sind und vermehrt Einzug in unser Straßenbild halten. Welche Mobilitätstrends 2019 auf Autofahrer zukommen, verrät Thomas Behrens, Mitgründer und Geschäftsführer von LeasingMarkt.de.

1. Elektromobilität: Über Vorreiter und Nachzügler

Wegweisend für die westlichen Länder forciert bisher China Elektromobilität massiv und plant eine verbindliche Produktionsquote für Elektroautos ab 2019. Planführend hat der Marktführer bereits die Produktion von 553 benzin- und dieselbetriebenen Automodellen verboten. An diesen Markt möchte nun auch VW anknüpfen und baut in Anting, Shanghai eine neue Fabrik für die Produktion von 300.000 Elektroautos pro Jahr. Allerdings ist das erste VW-Werk für Elektromobile in Deutschland erst für 2020 geplant und wird auch nur einen Output von 100.000 Fahrzeugen pro Jahr stemmen können. Dennoch zeichnet sich schon jetzt ab, dass europäische Autohersteller auch 2019 auf Elektromobilität setzen müssen und werden. Von Audi bis Volvo – jede der bekannten Marken hat einen Stromer oder einen Wagen mit Wasserstofftechnik in der Pipeline. Besonders ehrgeizig gehen Audi und Mercedes mit der Produktion langstreckentauglicher Elektroautos an den Start und reagieren damit auf die Konkurrenz aus den USA. Nur Tesla erlangte nach Schwierigkeiten im Jahr 2015 mit seinem SUV eine Reichweite von 400 Kilometern. Mit zwei 408 PS starken Motoren und einer Länge von 4,90 Metern launcht Audi seinen SUV E-tron Anfang 2019. Der EQC von Mercedes wird mit gleicher Leistung jedoch etwas verspätet, im Laufe des Jahres 2019, in den Markt eingeführt.

2. Wasserstofftechnik aus Südkorea

Die mindestens genauso vielversprechende Wasserstofftechnik nutzt Hyundai für seinen neuen SUV Nexo. Über die integrierten Brennstoffzellen wird Sauerstoff und Wasserstoff in Strom und Wärme umgewandelt. Das Fahrzeug ist dadurch sauber, leise und unabhängig von Erdöl. Der Südkoreanische Autobauer steht seinem japanischen Konkurrenten und Brennstoffzellen-Entwickler Toyota in nichts nach und entwickelt eine 4,67 Meter lange E-Maschine mit einer Maximalgeschwindigkeit von 179 km/h, die aus sechs Kilo Wasserstoff über die Brennstoffzelle im Normzyklus für eine Fahrt von 600 Kilometern ausreicht. Darüber hinaus ist der Nexo in fünf Minuten geladen und langstreckenkompatibel.

3. Langfristige Planung von Elektrobussen in Städten

Von knapp 80.000 Bussen in Deutschland fahren rund 500 auf Strom. Das soll sich in der kommenden Zeit ändern. Einige Kommunen, zum Beispiel Wiesbaden, starten motiviert – für eine saubere Zukunft – und schaffen ihre Dieselbusse ab. Stattdessen sollen Elektrobusse eingesetzt werden. Jedoch ist dieser Ansatz bisher nicht serientauglich, da sich die europäischen Hersteller sowohl Lieferengpässen und technischen Problemen als auch hohen Kosten gegenübergestellt sehen. Daher fokussiert sich der deutsche Markt auch hier auf die chinesischen Hersteller. Aber auch die Kommunen, die Elektrobusse einsetzen wollen, müssen sich auf hohe Kosten einstellen. Bisher verfügen viele Städte noch gar nicht über die notwendige Infrastruktur, um Elektrobusse ins Rollen zu bringen.

4. E-Tretroller: Eine Alternative vor allem für Großstädter

E-Tretroller auf dem Vormarsch: Tretroller-Startups treten vermehrt im Straßenbild der Städte Europas auf, aufgrund eines fehlenden Gesetzes verzögert sich der Start in Deutschland bis 2019. Ziel ist es, die Roller hier als Verkehrsmittel zu etablieren und Autofahrer zum Umsteigen zu motivieren. Darüber hinaus sind die Roller, auch Kick-Scooter und E-Floater genannt, interessant für die Tourismus-Branche. Gerade in den großen Städten kann sich dieser Trend langfristig etablieren. Bisher sind in Deutschland nur »Segways« im öffentlichen Verkehr erlaubt. Für Anfang 2019 steht somit eine Zulassung sogenannter »Elektrokleinstfahrzeuge« an. Vor diesem Hintergrund kann es sein, dass ab Mitte 2019 E-Tretroller, Hoverboards und E-Skateboards mit bis zu 20 Stundenkilometern auf den Radwegen der Städte zu sehen sind.

5. Autonomes Fahren: App-basiert, vollautomatisiert und fahrerlos

Autonomes Fahren bleibt trotz der hohen Unfallrate auch in 2019 ein großes Thema. Vor allem wird 2019 das Jahr der selbstfahrenden Fahrdienste. Anfang 2018 fanden die Konzeptfahrzeuge von Toyota in den USA schon große Beachtung bei Dienstleistern wie Uber und Pizza Hut. Auch im kommenden Jahr wird sich das autonome Fahren für kommerzielle Aspekte weiterentwickeln. So arbeiten Daimler und Bosch gemeinsam an Technologien für selbstfahrende Autos. Für die zweite Hälfte des Jahres 2019 haben die Konzerne erste Testläufe angemeldet. Stattfinden sollen die Tests im kalifornischen San José, Silicon Valley. Auf die Straße kommen die Autos voraussichtlich erst zwischen 2020 und 2023. Die US-Regierung unterstützt diverse Forschungen finanziell. Tech-Firmen wie Google investieren auch in Roboterwagen und schicken ihre Autos über die Straßen Kaliforniens.

6. Künstliche Intelligenz und computergestützte Fahrassistenzsysteme

Jeder große Autohersteller hat bereits in 2018 eine Partnerschaft mit einem der wichtigsten AI-Assistenzunternehmen, darunter Microsoft, Google und Apple, geschlossen. Andere sind in der Vorbereitung – BMW ist bereits Partner von Google und bietet Google Assistant an. Zu AI-Assistenz gehören Sprachsteuerungen, die Knöpfe und Touchscreen-Menüs überflüssig machen, auch offline, also ohne Verbindung mit dem Internet (z.B. »Casey« von Bosch). Continental bringt Algorithmen ein, die sich an den Fahrer des Autos gewöhnen. Der Wagen merkt sich so im System Vorlieben und Abneigungen des Fahrers. Darüber hinaus kollaboriert Continental mit der Sprachsteuerung von Amazons »Alexa«.

7. Das Abo fürs Auto: Car Subscription

Von Amazon Prime über Apple Music bis hin zu Spotify. Abonnements dieser Art sind inzwischen allseits beliebt. Apple bietet sogar einen iPhone-Abonnement-Service an, mit dem der Nutzer regelmäßig upgraden kann. Jetzt wird das gleiche Konzept auch auf den Automarkt angewendet. Diverse Automobilhersteller, darunter Volvo, Porsche und Cadillac, haben diesbezüglich bereits Pläne. Car Subscription ist eine Mischung aus Auto-Leasing und Miete. Der Kunde entscheidet sich für ein Modell und zahlt einen monatlichen Betrag, der die Kosten für Versicherungen, Anmeldung und Instandhaltung deckt. Nach einer bestimmten Laufzeit ist ein Upgrade auf ein anderes Modell möglich. Darüber hinaus profitieren die Automobilhersteller davon, dass die Verbraucher an die Marke gebunden sind.

8. On-Demand Mobilität: Daimler und BMW bündeln Kräfte

Die Carsharing-Angebote von Daimler AG und BMW Group fusionieren. Die beiden Premiumhersteller kündigten bereits im März 2018 ein gemeinsames Joint Venture an und reichten nun den Antrag zur Zusammenlegung ihrer Mobilitätsdienste bei der zuständigen EU-Kommission ein. Mit dem Joint Venture wollen sie gegen die großen Internetkonzerne aus den USA antreten. Gestartet werden soll in der Metropole Berlin, um dann schnell weltweite Skalierungen des Angebots zu realisieren. Nach der Prüfung und Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden hoffen beide Unternehmen, ihre bestehenden Angebote für On-Demand Mobilität in den Bereichen CarSharing, Ride-Hailing, Parking, Charging und Multimodalität zusammenzuführen und strategisch weiterzuentwickeln. Zu den Angeboten, die gebündelt werden sollen, gehören: Car2Go und DriveNow, die Buchungsplattformen Moovel und ReachNow, die Apps MyTaxi, Clever Taxi, Chaffeur Privé und Beat, Charging-Dienstleister wie ChargoNow und Charging Solutions, als auch die Parkplatz-Dienste ParkNow und Parkmobile.

Fazit: Weg vom Fahrzeug und vermehrt in Services denken

Im Bereich Mobilität hat sich bereits in diesem Jahr viel getan und es zeichnet sich ab, dass auch 2019 mit spannenden Trends an den Start geht. Klar ist, dass Hersteller, Händler und Verbraucher mit der Zeit gehen und Mobilitätstrends wie Car-Sharing, Car-Subscription und On-Demand-Lösungen als innovative Services in ihr Geschäft integrieren müssen. Indem sich die Automobilindustrie vom Fahrzeug loslöst und vermehrt in Services denkt, ermöglichen sich viele neue Chancen und demnach auch Einnahmequellen für die Branche. Deutschland hat hier noch Nachholbedarf, obwohl die Automobilindustrie hierzulande eine bedeutende Rolle spielt. Es bleibt abzuwarten, wie sich 2019 für alle Beteiligten entwickeln wird.

Thomas Behrens. (Bild: LeasingMarkt.de)

Über den Autor:

Die berufliche Ausbildung von LeasingMarkt.de-Mitgründer und Geschäftsführer Thomas Behrens startete vor über 20 Jahren als Industriekaufmann. Bis heute zählt seine Leidenschaft für Händlerthemen zu den wichtigsten Motoren des studierten Diplom-Fachinformatikers. Gemeinsam mit Chris und Robin Tschöpe gründete er im Jahr 2009 eine auf Autohäuser spezialisierte Marketingagentur. Automobilhändlern den Weg zum digitalen Vertrieb zu ebnen, wurde zum erklärten Ziel des jungen Unternehmerteams. Mit der Gründung von LeasingMarkt.de bietet er seit 2012 Autohäusern eine weitere Möglichkeit, ihre Sichtbarkeit im Internet zu erhöhen sowie jedem Kunden einen fairen Leasingvertrag anzubieten. Für ihn von besonderer Bedeutung: Die Beratungskompetenz bleibt beim Händler und das Autohaus souverän.

Quelle: LeasingMarkt.de


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