Altbatterien als Ressource statt Abfall:

Zweites Leben für E-Flotten-Batterien

von Sandra Eisner
Foto: © Stabl Energy

Elektromobilität boomt – und mit ihr wächst die Menge ausgedienter Fahrzeugbatterien. Statt diese teuer zu recyceln oder zwischenzulagern, können sie gewinnbringend weiterverwendet werden. Das Münchner Unternehmen Stabl Energy zeigt mit seinem „Battery Hotel“, wie gebrauchte Batteriemodule als stationäre Speicher dienen – und dabei sowohl Stromkosten senken als auch Nachhaltigkeitsziele erfüllen. Eine Lösung, die technische Hürden überwindet und wirtschaftlich überzeugt.

Wirtschaftlich wertvoll: Das Potenzial ausgemusterter Batterien

Mit dem wachsenden Markt für E-Busse und E-LKWs steigen auch die Rücklaufmengen an Fahrzeugbatterien. Viele dieser Batterien besitzen nach fünf bis zwölf Jahren Einsatz noch eine Restkapazität von rund 70 Prozent – zu wenig für den mobilen Einsatz, aber ideal für stationäre Speicheranwendungen. Eine Analyse von Stabl Energy zeigt: Allein heute ließen sich daraus bis zu 2,5 GWh an Speicherkapazität gewinnen – ein Volumen, das künftig zur Netzstabilität beitragen kann.

Battery Hotel: So funktioniert die Lösung von Stabl

Die größte technische Herausforderung bei Second-Life-Speichern ist der ungleichmäßige Alterungszustand einzelner Batteriemodule. Klassische Systeme orientieren sich an der schwächsten Zelle – was die Gesamtkapazität deutlich reduziert. Stabl Energy löst dieses Problem mit einer intelligenten Leistungselektronik, die einzelne Module unabhängig ansteuert. Damit können unterschiedlich alte und leistungsstarke Batterien gemeinsam genutzt werden – sogar mit abweichender Zellchemie und Spannung. Das erhöht die Effizienz und Verfügbarkeit des Speichersystems erheblich.

Integration in die Depot-Infrastruktur

Das Battery Hotel lässt sich flexibel in bestehende Energieinfrastrukturen von Bus- oder Logistikdepots integrieren. Ob zur Eigenverbrauchsoptimierung mit PV-Anlagen, zur Reduzierung von Netzbezugskosten oder zur Bereitstellung von Regelenergie: Die Speicherlösung eignet sich für verschiedene Use-Cases. Besonders effektiv ist das sogenannte „Peak Shaving“, bei dem Lastspitzen durch die Batterie abgefedert und so Netzentgelte gesenkt werden. Auch Arbitragegeschäfte an der Strombörse sind möglich – Strom wird gespeichert, wenn er günstig ist, und später verbraucht oder verkauft.

ESG-Ziele und Regulierung automatisch mitgedacht

Neben wirtschaftlichen Vorteilen erfüllt das Battery Hotel auch regulatorische Anforderungen. Die neue EU-Batterieverordnung verlangt eine lückenlose Dokumentation, transparente Rückverfolgbarkeit und steigende Recyclingquoten. Durch die verlängerte Nutzung der Batterien werden Ressourcen geschont und der Bedarf an Rezyklaten reduziert – ein wichtiger Aspekt angesichts der knappen Rohstoffverfügbarkeit. Für Flottenbetreiber bedeutet das: bessere ESG-Bewertungen und geringerer regulatorischer Aufwand.

Wiederverwendung schlägt Recycling

Während Recycling oft kostenintensiv und energieaufwendig ist, verlängert die Wiederverwendung im Battery Hotel die Lebensdauer der Batterien um mehrere Jahre. Das spart nicht nur CO₂-Emissionen, sondern schont auch Primärressourcen. Ein Beispiel dafür ist die Kooperation von Stabl Energy mit Nobina, Skandinaviens größtem Busbetreiber. Die ausgemusterten Batterien der E-Busse werden dort stationär weiterverwendet und helfen, die Energieinfrastruktur an den Depots zu optimieren – ein geschlossener Kreislauf mit doppeltem Nutzen.

Second-Life-Batterien bieten eine attraktive Brücke zwischen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Mit Lösungen wie dem Battery Hotel wird aus vermeintlichem Elektroschrott ein wertvolles Speichersystem – effizient, intelligent und zukunftsfähig.

Weitere Informationen auf: www.stabl.com

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