Von der Passhöhe weg zur Talsohle hat der Mini an Reichweite gewonnen.
Ein Elektroauto wie der Mini Cooper SE kann, was ein Verbrenner nicht kann: Bremsenergie zurückgewinnen. Das macht sich sogar auf kurvenreichen Gebirgsstraßen bezahlt. Ein Großteil des Stroms, der an den Steigungen verbraucht wird, lässt sich im Gefälle zurückgewinnen. (Bilder: BMW Group)

BMW zeigt mit Praxisbericht, wozu der »Elektro-Mini« in der Lage ist:

Reichweitenangst?

Gleich vorweg: Folgende Zeilen stammen nicht aus der Feder eines unserer eCarandBike-Journalisten. Sie sind vielmehr das kreative Resultat der BMW-PR-Profis – sie wollen mit diesem Erfahrungsbericht anscheinend versinnbildlichen, dass die 250-km-Reichweite des vollelektrischen Mini Cooper SE für viele Strecken und nahezu für jede Topologie vollkommen ausreichend ist. Machen Sie sich selbst ein Bild …

Abenteuer-Tour auf der „besten Straße der Welt“

Reserven ohne Ende für wahre Höhenflüge – mit dem neuen Mini Cooper SE über die Transfăgărăşan in den rumänischen Karpaten. Was viele konventionell angetriebene Fahrzeuge strapaziert, ist für den ersten lokal emissionsfreien Mini ein Klacks: steile Steigungen und spektakuläre Talfahrten durch die schönste Naturlandschaft Europas bei einem Höhenunterschied von mehr als 1.400 Meter.

Mal ganz ehrlich: Natürlich sind Fahrer und Beifahrer voll geladen bis hoch gespannt, als sie in Căpățânenii Ungureni, einem idyllischen Dörfchen in Rumänien, in ihren elektrischen Mini Cooper SE (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 0,0 l/100 km; Stromverbrauch kombiniert: 16,8 – 14,8 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km) einsteigen. Mit charakteristisch synthetischem Raunen signalisiert der Dreitürer die Bereitschaft seiner Systeme, der unsichtbar T-förmig im Wagenboden gelagerte Akku ermöglicht laut Ladezustandsanzeige „250 Kilometer“ Reichweite. Doch hier, am steilsten Passanstieg Rumäniens? In der Autokultserie »Top Gear« nennt der schrullige Carmaniac Jeremy Clarkson aus England die Transfăgărăşan „die beste Straße der Welt“ – und bewältigt ihre mehr als 1.400 Meter Höhenunterschied mit einer maximalen Steigung von 8,6 Prozent lächelnd in einem üppig motorisierten Supersportwagen. Aber jetzt, der elektrische Kult-Kleinwagen auf den Spuren der Top-Gear-Gang – kann der das?

Und ob er kann: Für den akkugetriebenen Mini Cooper SE, gerade erst auf der IAA Frankfurt 2019 dem breiten Publikum präsentiert, ist die rumänische Hochstraße Transfăgărăşan, die sich über 90 Kilometer durch die Transsilvanischen Alpen windet, ein gefundenes Fressen! Überhaupt passen Elektroauto und Hochgebirge zusammen wie Berg und Tal: Die perfekte Straßenlage des Mini mit einer fast idealen Gewichtsverteilung von 54:46 und sein tiefer Schwerpunkt dank Unterflur-Akkus machen den Kurvenkampf auf den unzähligen spektakulären Haarnadelserpentinen zum Vergnügen.

Darüber hinaus sorgt der Elektromotor, der seine 135 kW/184 PS dank Automatikgetriebe und bauartspezifischem Drehmoment von 270 Nm ungefiltert über die Vorderräder auf die Straße bringt, für beste Traktion. Das ist der Besatzung schon nach den ersten Kehren klar. Und es wird immer klarer: Von Sekunde zu Sekunde entfaltet sich die Transfăgărăşan mehr, wird dramatischer und wilder. Über Viadukte und durch Tunnels saust das Fahrzeug, vorbei an Wasserfällen und zerklüfteten Geröllhängen.

Nach den ersten 30 Streckenkilometern mit pittoresken Panoramen und berauschender Fahrdynamik wird es Zeit für eine Pause. Nicht für den Mini – aber für die Besatzung! Von der glatten Piste geht es auf einen Abstecher in ein malerisches Bergdörfchen. Hier werden die Wege osteuropäisch unwegsam – für manche westeuropäische Konstruktion ein Problem, nicht aber für den Mini Cooper SE: Trotz der Batterieeinheiten ist er dank des erheblich niedrigeren Gewichts von Elektromotor im Verhältnis zum Benziner lediglich 145 Kilogramm schwerer als ein Mini Cooper S.

Ob das die Rinder am Straßenrand beeindruckt? Hier, wo Pferdegespanne noch an der Tagesordnung sind und betagte Traktoren die Kurvenhatz zur Slalomfahrt werden lassen, hat man so einen Auftritt selten gesehen – und so blicken mitunter auch vierbeinige Zuschauer dem Mini neugierig hinterher.

In einer Haarnadelkurve zieht der Mini Cooper SE auf Streicheldistanz an einer Schafherde vorbei. Der Motor schnurrt so leise, dass man die Dickfelle blöken hört. Angst, dass eines davon plötzlich dem Mini vor die gelbe SE-Frontblende tapst? Keine Spur: Die hervorragende Manövrierbarkeit und der Bremsassistent stiften Vertrauen! Sollte hier ein Tier übermütig werden, sind wir – Mensch und Maschine in seltener Harmonie – auf dem Posten!

Auf der Staumauer des Vidraru-Stausees ist Park-Platz im Überfluss, die Szenerie lädt zum Chillen ein. Aus dem Kofferraum – mit 235 bis 731 Liter (bei umgelegten Rücksitzlehnen) Staukapazität ebenso ladefähig wie der seiner benzinbetriebenen Verwandten – angelt sich die Besatzung das Picknickset und produziert sensationelle Erinnerungsfotos vom Gebirgspanorama mit dem aufziehenden Nebel, der natürlich in Wahrheit von Wolken gebildet wird – „Straße in den Wolken“ wird die Transfăgărăşan daher auch genannt.

Kurz vor der Passhöhe von 2.042 Metern zeigt das Außenthermometer des Mini nur noch wenige Grad über Null an – ein Grund zur Sorge oder zum Langsamfahren? Iwo, keine Gefahr auch bei herzhaftem Tritt auf das Fahrpedal: Die aktornahe Radschlupfbegrenzung verhindert zuverlässig, dass durchdrehende Antriebsräder den Vorderwagen ausbrechen lassen.

Im schlecht beleuchteten Bâlea-Tunnel ist es finsterer als im Sarg Draculas, doch mit den taghellen LED-Scheinwerfern verscheucht der Mini Geister und trübe Gedanken. Bei den spektakulären Gefällestrecken hinter der Passhöhe ist die Rekuperation so stark, dass der Akku gefühlt an der Talsohle fast wieder voll ist. Denn ein Großteil des Stroms, der an den Steigungen verbraucht wird, lässt sich im Gefälle zurückgewinnen. Dabei kann der Fahrer selbst bestimmen, wie stark rekuperiert wird, denn die Rekuperationsstärke und damit die Bremswirkung im Schubbetrieb kann er per Tastendruck in zwei Stufen einstellen – ein neues, Mini-typisches Feature.

Im romantischen Hermannstadt, auf rumänisch Sibiu, hat der Mini Cooper SE den Wendepunkt der Tour erreicht – nach über 90 Kilometern packender Berg- und Talfahrt ist sein Akku nicht einmal halbleer, und so geht es mit einer Ladung und viel Fahrspaß noch einmal die gleiche Distanz zurück. Dem Team im Fahrzeug ist klar geworden: Diese Distanz ist ein Kinderspiel für den Mini; so ließen sich auch zum Beispiel auch die Strecken Hamburg–Travemünde (81 km), München–Chiemsee (87 km) oder Frankfurt–Heidelberg (90 km) problemlos hin und zurück bewältigen – oder aber gängige Touren wie Hamburg–Warnemünde (192 km), Köln–Frankfurt (190 km), Stuttgart–Friedrichshafen am Bodensee (206 km), München–Passau (192 km) oder Berlin–Dresden (192 km) in einem Rutsch bewältigen. (Die Redaktion von eCarandBike möchte noch anmerken: Auch Strecken wie Wien–Linz (203 km), Wien–Graz (200 km), Graz–Ljubljana (194 km), oder Innsbruck–München (163 km) gehören in diese zweite Kategorie.)

www.mini.at


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