Pilotprojekt testet E-Transporter als flexible Stromspeicher im Netz:

E-Transporter als mobile Stromspeicher

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © www.ecarandbike.com / KI generiert

In Mautern an der Donau in der Wachau läuft zurzeit eine richtungsweisende Versuchsreihe. Österreichische Post AG, der Landesenergieversorger EVN und Netz Niederösterreich testen dort das sogenannte „bidirektionale“ Laden von E-Fahrzeugen.

Bei dieser Funktion können die Elektromobile den Strom nicht nur laden, sondern ihn auch wieder ins überregionale Netz einspeisen. Für den Test stellt die Post fünf ihrer E-Fahrzeuge der Marke Maxus zur Verfügung.

In Kombination mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach der Postbasis Mautern wird die Elektrizität während der Standzeiten der Fahrzeuge – wie beispielsweise am Nachmittag und am Wochenende – in den Batterien gespeichert, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgeben zu können. Damit seien die E-Fahrzeuge ein „großer, gebündelter Stromspeicher“, wie die Post hervorstreicht.

Noch fehlen für das bidirektionale Laden die Rahmenbedingungen, womit die drei Test-Partner sowohl regulatorisch als auch technisch Neuland betreten. Aus heutiger Sicht wird diese Form der Energiespeicherung in Österreich erst ab Anfang 2027 möglich werden.

Für die intelligente Ladestrategie besitzt die Post ideale Voraussetzungen, denn das Unternehmen zählt bereits heute „6.000 E‑Fahrzeuge, mehr als 20 Megawatt peak Photovoltaik und ein österreichweit dichtes Netz an Ladepunkten“, berichtet Peter Umundum, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG.

Künftig können E-Fahrzeuge bevorzugt dann geladen werden, wenn Strom am Markt ausreichend und günstig verfügbar ist. Und man kann die elektrische Energie zu wirtschaftlich optimalen Zeitpunkten wieder einspeisen.

Diese Flexibilität kann genutzt werden, um das Netz bei Engpässen zu entlasten, Lastspitzen zu kappen oder den Eigenverbrauch von Photovoltaikanlagen zu erhöhen. Gerade bei der Post, wo die Zustellflotte in der Regel vom Nachmittag bis zum nächsten Morgen an den Stationen parkt, ergibt sich dabei ein erhebliches Verschiebepotential für Ladevorgänge.

Auch Stefan Stallinger, Technikvorstand bei der EVN, betont: „Wir brauchen bidirektionales Laden, um Elektrofahrzeuge künftig noch intelligenter in das Energiesystem einzubinden und wertvolle Flexibilität bereitzustellen.“ Man freue sich über die Zusammenarbeit bei dem Pilotprojekt und erhoffe sich konkrete Praxiserfahrungen, um mögliche zukünftige Standards für das Energienetz zu entwickeln. (mm)

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