Elektromobilität in Unternehmen:

Fuhrparks fahren mit einer integrierten Ladeplattform am besten

von Moritz Hell

Die Ladeinfrastruktur stellt für Unternehmen, die E-Autos in den Flottenbestand nehmen wollen, nach wie vor eine Herausforderung dar. Das fängt mit der Planung der Ladesäulen an, setzt sich beim Betrieb in ihrer Auslastung fort und mündet in einer aufwendigen fahrzeug- oder fahrerbezogenen Abrechnung der Stromkosten. Dieser Zustand lässt sich mit einer intelligenten, cloudbasierten Plattform beenden, die Hardware, Software und Service integriert und skalierbar ist. Akzeptanz beim E-Auto-Fahrer und Flottenmanager erfährt eine solche integrierte Lösung jedoch nur, wenn ihre Features beide Nutzergruppen überzeugen, wie Sven Meder, Head of Sales DACH bei Charge Point ausführt.

Die Herausforderungen für das Elektrifizieren von Flotten

Die Zulassungszahlen verleiten zu der Annahme, der E-Auto-Boom im Flottensegment wird nun ein Selbstläufer. Diese Ansicht blendet aus, womit Unternehmen zu kämpfen haben, die ihren Fuhrpark schrittweise elektrifizieren wollen: Ein Knackpunkt ist und bleibt die Ladeinfrastruktur, die eine ganzheitliche Lösung erfordert. Daneben bauen sich noch weitere Hürden für den Fuhrparkalltag auf. Während ein Poolwagen unterwegs öffentliche Ladepunkte ansteuert und über Nacht auf dem Betriebsgelände lädt, nutzt ein Firmenauto auch den Ladestrom zu Hause. Eine Abrechnung und/oder Kostenzuordnung ist für alle genannten Ladevorgänge nötig. Das Lademanagement aufwendig gestalten zudem die Nutzergruppen, die noch hinzukommen: Mitarbeiter, die ihr Privatauto laden wollen, Dienstleister und Besucher.

Die Fahrer aller Gruppen wiederum erwarten einen bequemen Zugang zu den Ladestationen per App. Der Flottenverantwortliche muss neben Stromkosten auch die Ladesäulenauslastung auf dem eigenen Hof im Blick haben. Er benötigt eine Lösung, die ihm die Verwaltung erleichtert, Prozesse automatisiert, Optionen fürs Energiemanagement, Preisgestaltung, Zugangsregeln und vieles mehr bietet.

Die Stromabrechnung lässt sich zwar beim Pool- und Firmenwagen auch manuell fahrzeugbezogen machen, jedoch nur solange auf dem Betriebsgelände geladen wird. Komplizierter wird es, wenn diese Fahrer an öffentlichen Stellen oder in der heimischen Garage laden.

Das Anforderungsprofil an eine Ladeinfrastrukturlösung

Unterstützung benötigen Unternehmen bereits beim Planen der Ladeinfrastruktur, was erfahrene Ladeinfrastrukturanbieter, wie beispielsweise Charge Point, leisten können. Das Vorbereiten eines Standortes, mit dem Festlegen der Ladesysteme und -punkte sowie der Kabelführung, verlangt Expertise, um die Ladeinfrastruktur bedarfsgerecht und skalierbar auszulegen.

Der Betriebsalltag sollte so aussehen: Die Mitarbeiter nutzen eine App, die ihnen freie Ladestationen anzeigt sowie auf Autorisierung und Authentifizierung für das sichere und geschützte Bezahlen des Ladens setzt. Bei Fragen wenden sich die Fahrer an eine Hotline, nicht an den Fuhrparkmanager. Der Kundenservice des Anbieters überwacht und wartet die Ladestationen. An den Fuhrparkverantwortlichen geht der Abrechnungsservice, der aufschlüsselt, wie viel die E-Autos unterwegs, auf dem Betriebsgelände und bei den Mitarbeitern zu Hause geladen werden. Wie praxistauglich eine Ladelösung ist, hängt jedoch von der Nutzerakzeptanz ab, die mit dem bequemen und schnellen Laden und Bezahlen steigt.

Sven Meder, Head of Sales DACH bei Charge Point

»Alles aus einer Hand« hat entscheidende Vorteile

Der Markt liefert Ladestationen sowie Software- und Service-Angebote, die sich für das Betreiben der Ladeinfrastruktur eignen. Noch ist das Kombinieren dieser drei Komponenten von verschiedenen Anbietern verbreitet, obwohl das Abstimmen zu einem funktionsfähigen System viel Aufwand bedeutet. Bei Upgrades oder Updates ist ein Nachjustieren fällig, etwa wenn der Ladesäulenhersteller eine neue Version seines Lade-Controllers aufspielt. Ladestationen funktionieren dann nicht so, wie Nutzer es gewohnt sind. Wenn Störungen auftreten, können diese häufig nicht schnell beseitigt werden. Vielfach scheitert es dann schon daran, den Verantwortlichen zu finden: Ist es der Hersteller der Ladehardware oder des Backendsystems?

Im Gegensatz dazu bietet eine integrierte Lösung entscheidende Vorteile. Hardware, Software und Service stammen von einem Anbieter und bilden die Komponenten eines Gesamtsystems, das auf einer einzigen Plattform läuft. Der Fuhrparkleiter erhält einen Ansprechpartner für das System. Unter den Bedingungen steigt die Aussicht auf einen reibungslosen Betrieb der Ladeinfrastruktur deutlich. Durch diese Integration, die über die Software-Plattform erfolgt, spart ein Unternehmen viel Zeit und Aufwand. Es gewinnt zudem Investitionssicherheit, da sich das System leicht skalieren lässt, ohne zeitweilige Nutzungseinbußen zu riskieren. Wie erweiterungsfähig Ladenetze sein können, zeigt sich am Beispiel von Charge Point: Der Spezialist für Ladeinfrastruktur hat in seine Plattform über 112.000 Ladepunkte eingebunden, an denen die Systemnutzer jeden Monat zwei Millionen Mal ihr E-Autos mit Strom betanken.

Auslastung und Energiemanagement der Ladesäulen

Ein ausgereiftes Plattformkonzept stellt darüber hinaus intelligente Tools bereit, mit denen ein Flottenverantwortlicher die bestehenden Ladesäulen optimal auslasten kann. So kann beispielsweise analysiert werden, wie lange Ladestationen durch bereits vollgeladene Fahrzeuge blockiert werden. Funktionen wie die »virtuelle Warteschlange« helfen dabei, die Auslastung der Ladestation zu erhöhen. Auch Zeittarife können dazu beitragen, dass Ladestationen nach Beendigung des Ladevorgangs wieder freigegeben werden.

Grundsätzlich dürfen Ladestationen nicht mehr Energie benötigen, als der Netzanschluss liefern kann. Zudem gilt es teure Spitzenlasten zu vermeiden. Ein intelligentes Lastmanagement überwacht die Ladevorgänge und optimiert diese innerhalb der vom Betreiber definierten Grenzen.

Wichtige Schnittstellen und automatisches Registrieren

Über APIs und andere Schnittstellen können auch Drittsysteme integriert werden. Dies kann ein übergeordnetes Energiemanagementsystem sein, genauso wie eine Flottenmanagementsoftware oder ein Telematiksystem.

Ebenso relevant ist eine einfache Verwaltung der Nutzer und der Ladevorgänge. Eine Plattform sollte für den Fuhrparkchef das Gruppieren von Ladestationen, Fahrern und Fahrzeugen sowie das Erstellen von Zugangs- und Tarifregeln vereinfachen. Das automatisierte Registrieren von neuen Fahrern zählt mittlerweile zu den Standards, die Unternehmen erwarten dürfen. Sobald sich ein Mitarbeiter für das Laden am Arbeitsplatz qualifiziert, verschickt der Flottenverantwortliche lediglich eine E-Mail mit dem Zugangscode an ihn. Die Person muss sich dann nur noch per App anmelden.

Das Abomodell für den risikofreien Einstieg

Die Ladeinfrastruktur für E-Autos im Fuhrpark lässt sich heute bereits investitionssicher, weil skalierbar, aufbauen und effizient betreiben – mit einer cloudbasierten und intelligenten Plattform. Bei diesem Ansatz sind Hardware, Software und Service von einem Anbieter integriert, sodass solch eine Lösung den Bedarf von Flottenverantwortlichen und Fahrern gezielt bedient. Dazu tragen API, automatisierte Prozesse und intelligente Tools, beispielsweise für ein optimales Energie- und Preismanagement, entscheidend bei. Den Einstieg erleichtern Anbieter, die die komplette Ladeinfrastruktur und deren Betrieb im Abomodell anbieten. Damit gehen Unternehmen erst gar kein Investitionsrisiko für die Ladeinfrastruktur ein und können einfach und individuell auf die spezifischen Bedürfnisse ausgerichtet in die E-Mobilität starten.

Autor: Sven Meder

www.chargepoint.com

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