Wien-Stopp auf einer geplanten Expedition über fünf Kontinente:

eActros 600 auf Weltreise: Tobias Wagner macht in Wien Station

von Nakisa Kaltenbach
Foto: © Daimler Truck Austria

Wenige Tage nach dem Start seiner Weltreise am 20. September in Hannover machte Berufskraftfahrer und Content Creator Tobias Wagner mit einem Mercedes-Benz eActros 600 in Wien Station. Auf der Expedition will er in rund einem Jahr etwa 45.000 Kilometer durch rund 30 Länder auf fünf Kontinenten zurücklegen und dafür weniger als 80 Ladungen benötigen. Der Wien-Stopp bot Gelegenheit, die geplante Fahrt und die Frage einzuordnen, wie sich batterieelektrischer Fernverkehr unter unterschiedlichen Bedingungen laden lässt. Die Strecke und die Zahl der Ladungen sind Ziele der Reise, keine bisherigen Ergebnisse.

Welche Route ist für die Weltreise geplant?

Tobias Wagner startete auf der IAA Transportation in Hannover. Seine erste Etappe führte von Deutschland über Tschechien und Österreich weiter in Richtung Südosteuropa und Türkei. Im weiteren Verlauf soll die Expedition durch Europa, Asien, Australien sowie Nord- und Südamerika führen. Die endgültige Route kann sich während der Reise noch ändern. Wagner ist seit 2024 im elektrischen Fernverkehr unterwegs und dokumentiert seine Erfahrungen in sozialen Medien.

Der als Elektrotrucker bekannte Fahrer will auf der Fahrt auch Unterschiede bei den Voraussetzungen für elektrischen Schwerverkehr sichtbar machen. „Mit dieser Weltreise möchte ich herausfinden, wie weit wir wirklich sind. Ich werde Orte erreichen, an denen Elektromobilität längst funktioniert, und andere, an denen sie noch an Grenzen stößt“, sagt Tobias Wagner. Neben dem Fahrzeug steht damit vor allem die Frage im Raum, wo geeignete Lademöglichkeiten verfügbar sind.

Welche Reichweite hat der serienmäßige eActros 600?

Der serienmäßige Mercedes-Benz eActros 600 verfügt über drei Batteriepakete mit einer installierten Gesamtkapazität von 621 kWh. Nach Angaben aus der Meldung erreicht er unter praxisnahen Bedingungen bei 40 Tonnen Gesamtzuggewicht rund 500 Kilometer ohne Zwischenladen. Diese Angabe beschreibt das Serienfahrzeug unter den genannten Bedingungen; sie ist keine Reichweitenangabe für Wagners umgebautes Expeditionsfahrzeug auf jeder Etappe der Weltreise.

Das Fahrzeug für die Expedition basiert auf einem serienmäßig produzierten eActros 600 aus dem Werk Wörth am Rhein. Für die Reise erhielt es unter anderem einen Wohnmobil-Aufbau und zusätzliche Ladetechnik. Damit unterscheidet sich seine Ausstattung von jener des Serien-Lkw, auf den sich die Reichweitenangabe bezieht.

Wie will Wagner unterwegs laden?

Für besondere Fälle steht Tobias Wagner eine eigene DC-Ladestation zur Verfügung, die ihm auch das Laden an Wechselstrom-Steckdosen ermöglicht. Die Pressemeldung nennt weder deren Standort noch eine Ladeleistung. Aus der zusätzlichen Technik lässt sich daher nicht ableiten, wie schnell ein Ladevorgang unter solchen Bedingungen dauert.

Ob der Plan mit weniger als 80 Ladungen aufgeht, wird sich erst im Verlauf der Expedition zeigen. Die Fahrt führt durch Regionen mit unterschiedlichen infrastrukturellen Voraussetzungen. Gerade die Erfahrungen beim Laden sollen erkennen lassen, was im batterieelektrischen Fernverkehr bereits möglich ist und wo Infrastruktur fehlt.

Welche Rolle spielt Österreich beim elektrischen Lkw-Verkehr?

Der Halt in Wien lenkt den Blick auch auf den österreichischen Straßengüterverkehr. Nach Angaben von Daimler Truck Austria sind hier rund 350 batterieelektrische Lkw von Mercedes-Benz Trucks unterwegs. Zusammen haben sie rund 17 Millionen Kilometer zurückgelegt. Die Zahlen beschreiben bestehende Einsätze in Österreich, nicht die geplante Weltreise.

Bernhard Rusch, CEO von Daimler Truck Austria, sieht für eine breitere Nutzung vor allem Bedarf bei Infrastruktur und Rahmenbedingungen: „Wir brauchen einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur, leistungsfähige Stromnetze und raschere Genehmigungsprozesse sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Investitionen in lokal emissionsfreie Transporte unterstützen.“ Die Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw in Österreich ist damit auch für Unternehmen relevant, die über weitere elektrische Fahrzeuge nachdenken.

Bei solchen Entscheidungen kommt es auf den konkreten Transportauftrag an. Daimler Truck Austria unterstützt Unternehmen mit eConsulting bei der Analyse von Strecken, Einsatzprofilen, Energiebedarf und Lademöglichkeiten. Thomas Weiss, eConsultant bei Daimler Truck Austria, beschreibt den Ansatz so: „Entscheidend ist, dass das Gesamtkonzept im täglichen Betrieb funktioniert.“

Quelle: Daimler Truck Austria GmbH

Häufig gestellte Fragen

Welche Strecke und wie viele Ladungen sind für die Weltreise geplant?

Tobias Wagner will in rund einem Jahr etwa 45.000 Kilometer durch rund 30 Länder auf fünf Kontinenten zurücklegen und dafür weniger als 80 Ladungen benötigen. Das sind Ziele, keine bisherigen Ergebnisse.

Welche Reichweite hat der serienmäßige eActros 600?

Nach Angaben aus der Meldung erreicht das Serienfahrzeug bei 40 Tonnen Gesamtzuggewicht unter praxisnahen Bedingungen rund 500 Kilometer ohne Zwischenladen. Die Angabe gilt nicht pauschal für Wagners umgebautes Expeditionsfahrzeug.

Was ist über das zusätzliche Laden unterwegs bekannt?

Für besondere Fälle steht Wagner eine eigene DC-Ladestation zur Verfügung, die auch das Laden an Wechselstrom-Steckdosen ermöglicht. Standort und Ladeleistung werden nicht genannt; zur Ladedauer lässt sich daraus nichts ableiten.


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